Gemeindewald Neunkirchen erhielt Bestnoten

18.03.10

Bürgermeister Wolgang Schirk ließ sich tief in die (Forst)Karten schauen

Alfred Raunecker (links), Auditor im Auftrag von LGA InterCert bei der Überprüfung der PEFC-Standards zur nachhaltigen Bewirtschaftung im Gemeindewald Neunkirchen. Daneben, die für die Bewirtschaftung verantwortlichen Förster Hartmut Freidel und Dietmar Hellmann von der Forstbetriebsleitung Schwarzach und Bürgermeister Wolfgang Schirk mit seinem Stellvertreter Bernhard Knörzer. (Foto: LRA)

Neunkirchen. Wald ist Kapital. Für Menschen, Tiere und Pflanzen. Wald ist Lebensgrundlage und Erholungsraum. Deshalb ist Waldschutz aktiver Umweltschutz: Die Zertifizierung, die fast alle Waldbesitzer im Landkreisvornehmen ließen, dient diesem Umweltschutz. PEFC zertifiziert weltweit Wälder und Betriebe und steht für ein  „Programm für die Anerkennung von Waldzertifizierungssystemen“, das ein Ziel verfolgt: die weltweite Verbesserung und Nachhaltigkeit der Waldnutzung und Waldpflege.

Nachhaltigkeit heißt, in die Zukunft zu denken. Das Ökosystem Wald ist ein Wirkungsgeflecht, in dem jeder Eingriff mehr als eine Folge hat. Ebenso vielfältig sind deshalb auch die Aufgaben von PEFC, die ökologische, ökonomische und soziale Aspekte berücksichtigen. Die Beachtung und Einhaltung dieser Standards und Kriterien ist demnach auch Aufgabe der Forstverwaltung im Landratsamt. Im Gemeindewald Neunkirchen ist die Forstbetriebsleitung in Schwarzach zuständig. „Obwohl wir Förster in einer über 200jährigen Tradition der Nachhaltigkeit stehen“, so Forstdirektor Dietmar Hellmann, „ist für uns eine unabhängige Überprüfung unserer Arbeit durch  Dritte eine wichtige Ergänzung.“

Betriebe, die nach PEFC zertifiziert sind, zeigen Engagement für die Umwelt und ihre Verantwortung im Umgang mit Holz. Und PEFC ist der Garant für eine kontrollierte Verarbeitungskette – unabhängig überwacht und lückenlos nachvollziehbar. Deshalb kann jeder Konsument seinen Beitrag zur Stützung der zertifizierten Betriebe leisten, indem er beim Einkauf Produkte mit dem PEFC-Siegel verlangt.

Am 11. März wurde nun der Gemeindewald in Neunkirchen einer unabhängigen Überprüfung unterzogen. Diplomforstwirt Alfred Raunecker inspizierte im Auftrag der Zertifizierungsgesellschaft LGA InterCert die Wälder der Gemeinde Neunkirchen. Er besuchte die Forstwirte bei deren Arbeit und überprüfte, ob die Gemeinde ihrer Verpflichtung als Arbeitgeber nachkommt und z.B. die vorgeschriebenen Sicherheitsausrüstugen zur Verfügugng stellt, einen leistungsgerechten und sozialen Tarif bietet und ob die Arbeit durch die Forstprofis sicher und umweltschonend ausgeführt wird. Der Bürgermeister, die Arbeiter und das Forstpersonal mussten sich hierzu  den kritischen Fragen des Prüfers stellen. Anschließend wurden verschiedene Waldorte besichtigt. Hier ging es darum, ob bei Holzerntemaßnahmen der Boden und der Bestand geschont wurden, wie sich die Naturverjüngung entwickelt und ob die Jäger Schäden durch Wildverbiß minimal halten. Weiterhin wurden Anpflanzungen von Douglasien und Ahornbäumen auf ihre fachkundige und standortsgerechte Ausführung hin überprüft und Jungwuchsflächen auf eine fachlich korrekte Pflege hin beurteilt. Dietmar Hellmann und Hartmut Friedel von der Forstbetriebsleitung in Schwarzach konnten außerdem das große Engagement der Gemeinde Neunkirchen für Naturschutz im Wald bestätigen. Als Beispiel wurde das Konzept zur Erhaltung von Altholzinseln und Brutbäumen für Spechte gezeigt und vom erst jüngst neu platzierten „Chinesenpavillon“ ein Blick ins malerische Neckartal geworfen. Sogar eine zufällig im Wald angetroffene Gruppe privater Brennholzselbstwerber konnte die Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften demonstrieren.

Alfred Raunecker jedenfalls  zog ein rundum positives Fazit: Er bescheinigte der Gemeinde Neunkirchen und der Forstbetriebsleitung Schwarzach eine vorbildliche Einhaltung aller Standards einer nachhaltigen, ökologischen und sozialen Waldbewirtschaftung. „Man spürt, daß Bürgermeister und Förster an einem Strang ziehen“, so Raunecker. Gleichzeitig machte er aber auch auf eine Verschärfung der Standards ab dem kommenden Jahr aufmerksam: Private Brennholzselbstwerber müssen dann ihre Motorsägen, wie die Profis schon lange, auch mit gesundheits- und umweltfreundlichen Sonderkraftstoff betreiben.

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