Betreuungsverein gewährte Einblicke

22.04.10

Neckar-Odenwald-Kreis. Auf dem Briefkopf des Betreuungsvereins Neckar-Odenwald-Kreis e.V steht „Ehrenamtliche informieren, beraten, unterstützen“. Damit ist schon viel gesagt zu diesem Verein, der dieser Tage bei einer Vorstandssitzung Einblick gab in seine wichtige und segensreiche Arbeit.

Zum Hintergrund: Der Betreuungsverein Neckar-Odenwald-Kreis wurde auf Initiative der  Kreisverwaltung 1992 gegründet. Mitglieder sind der Neckar-Odenwald-Kreis, die Städte und Gemeinden im Kreis, fünf Verbände der freien Wohlfahrtspflege und 73 persönliche Mitglieder, von denen die meisten auch als Betreuer tätig sind. Vorsitzender ist der Landrat des Neckar-Odenwald-Kreises, Dr. Achim Brötel, als Geschäftsführerin ist seit 2005 Bärbel Juchler-Heinrich, eine erfahrene Sozialarbeiterin und Diplom-Pädagogin im Amt.

Schwerpunkte ihrer Tätigkeit beim Betreuungsverein sind neben den hauptamtlichen Betreuungen, für die sie und ihre beiden Mitarbeiterinnen zuständig sind, die Gewinnung, Schulung und Fortbildung ehrenamtlicher Betreuerinnen und Betreuer.

Diese Damen und Herren nehmen eine „Rechtliche Betreuung“ wahr für einen Erwachsenen, der wegen einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung seine Angelegenheiten auf längere Zeit ganz oder teilweise nicht selbst regeln kann. Ein automatisches Vertretungsrecht beispielsweise von Angehörigen kennt die deutsche Rechtsordnung nämlich nicht. Wenngleich natürlich auch Angehörige zu Betreuern bestellt werden können. Dank des gesetzlichen Vertretungsrechts, das durch das örtlich zuständige Betreuungssgericht nach Abschluss eines sogenannten „Betreuungsverfahrens“ erteilt wird, kann der Betreuer rechtlich bindende Entscheidungen stellvertretend treffen – eine wichtige und vertrauensvolle Aufgabe also.

Der Betreuungsverein bietet hierzu kostenlose Einführungskurse und Informationsmaterial an, außerdem werden Veranstaltungen im gesamten Kreis durchgeführt zu Themen wie Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung. Gerade zu letzterem besteht laut Geschäftsführerin ein großer Beratungsbedarf. Und natürlich steht Bärbel Juchler-Heinrich auch als Ansprechpartnerin für betreuende Familienangehörige zur Verfügung.

Im Rahmen der Sitzung teilte die Geschäftsführerin mit, dass die Anzahl der im Verein geführten ehrenamtlichen Betreuungen  erneut um 39 auf insgesamt 207 gestiegen ist. Zum Vergleich: 2005 waren es noch 110. „Die absolute Vermittlungszahl war 2009 so hoch wie noch nie seit Bestehen des Verein“, freute sich Bärbel Juchler-Heinrich, die mit ihren Mitarbeiterinnen ein besonderes Augenmerk auf die Begleitung des sogenannten „Erstkontakts“ zwischen dem Zu-Betreuenden und dem möglichen Betreuer legt. Ohnehin erhöhe sich der Bedarf an Unterstützung durch den Betreuungsverein: „Aufgrund einer veränderten Bestellungspraxis werden nämlich verstärkt auch Betreuungen mit schwierigen Aufgabenstellungen an Ehrenamtliche übergeben. Und die brauchen dann unsere Hilfe. “

Für 2010 sind neben der laufenden Arbeit weitere Infoabende zu den genannten Themen, vor allem auch zur Patientenverfügung, geplant. „Natürlich bleibt die Gewinnung neuer ehrenamtlicher Betreuerinnen und Betreuer und deren Unterstützung bei ihrer Arbeit eines unserer wichtigsten Themen“, betonte die Geschäftsführerin abschließend. Landrat Dr. Achim Brötel lobte die Arbeit des Vereins im Allgemeinen und das Engagement Bärbel Juchler-Heinrichs im Besonderen: „Betreuung ist in einer Gesellschaft, in der psychische Erkrankungen zunehmen und die Menschen immer älter und damit oft auch immer gebrechlicher werden ein ganz wichtiges Thema, das viel Sensibilität und Einfühlungsvermögen verlangt. Dafür sind sie die richtige Frau am richtigen Platz.“ Auch den ehrenamtlich tätigen  Betreuerinnen und Betreuern dankte der Landrat herzlich für diese „verantwortungsvolle Tätigkeit, die von gelebter Solidarität und großer Menschenfreundlichkeit zeugt.“

Wer Interesse daran hat, als ehrenamtlicher Betreuer zu arbeiten, kann sich unter der Telefonnummer 06261/918725 (E-Mail betreuungsverein@Neckar-Odenwald-Kreis.de) völlig unverbindlich informieren lassen.

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