Mahnwache der SPD Waldbrunn

24.04.10

Innehalten und nachdenken

Waldbrunn. Am Vortag der Trauerfeier für die vier zuletzt in Afghanistan getöteten Bundeswehrsoldaten hatte die SPD Waldbrunn zu einer Gedenkveranstaltung mit Mahnwache geladen.

Trotz kurzfristiger Bekanntgabe konnte der SPD-Vorsitzender Bürgermeister Klaus Schölch zahlreiche Sozialdemokraten auf dem Rathausvorplatz in Strümpfelbrunn begrüßen.  In seiner kurzen Ansprache hob Schölch hervor, dass man sich mit der Veranstaltung nicht gegen die Bundeswehr und ihre Soldaten stelle, sondern innehalten möchte, um darüber nachzudenken, ob es noch der richtige Weg ist, die Soldaten in Afghanistan Leib und Leben riskieren zu lassen. 43 Bundeswehrsoldaten haben den ISAF-Einsatz am Hindukusch seit 2001 bereits mit dem Leben bezahlt.

Es sei aber gute Tradition der deutschen Sozialdemokratie, gerade an der Basis, den Verbleib des deutschen Militärs in Afghanistan kritisch zu hinterfragen und die Risiken eines Verbleibs abzuwägen. Was als Hilfsaktion begann, sei inzwischen zu einem Krieg geworden, so Schölch. Trotz aller moralischen Fragen, könne die Lösung aber nur eine politische sein, die in Berlin gelöst werden müsse.

Anschließend rief Kreisrat Norbert Bienek dazu auf, während des Glockengeläuts der nahen Kirchen an die Toten der  Kriege zu  gedenken. Auch der Hinterbliebenen solle gedacht werden, da diese die Hauptlast zu tragen hätten. Er zitierte aus dem Brief einer Frau, die ihrem Mann in den Einsatz schreibt: „Schreibe mir, dass du noch lebst, nicht mehr!”

In Deutschland sei der Krieg weit weg, sei nur eine abstrakte Meldung der Nachrichtensendungen. Man dürfe aber nicht vergessen, dass solche Nachrichten für Soldaten und Bevölkerung in Afghanistan gefahrvolle Realität sind, ohne die Möglichkeit, die Geschehnisse weg zu zappen.

Nachdem auch in Deutschland der Krieg wieder zu einer politischen Möglichkeit geworden sei, müsse man mehr den je den aller Opfer von Krieg und Gewalt gedenken und zur Versöhnung aufrufen. Zum Zeichen der Versöhnung entzündeten alle Teilnehmer eine Kerze.

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Unser Bild zeigt die Waldbrunner Sozialdemokraten bei der Gedenkfeier auf dem Rathausvorplatz. Der Vorsitzende Bürgermeister Klaus Schölch (r.) betonte, dass man sich nicht gegen die Bundeswehr und deren Soldaten richte. (Foto: Hofherr)

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