NABU Waldbrunn informierte über DESERTEC

27.04.10

Forschung und Entwicklung alternativer Energien

Waldbrunn. (es) Über den Stand der Forschung und Entwicklung alternativer Energiegewinnung berichtete Jan Stephan dem NABU Waldbrunn im Gasthaus Odenwald in Strümpfelbrunn. Der stellvertretende Vorsitzende des Vereins Bernd Mohr konnte 20 Besucher zu diesem zukunftsweisenden Thema begrüßen. Jan Stephan studiert zurzeit im bayrischen Ansbach im Fach Energie- und Umweltsystemtechnik.

Zunächst stellte er dar, wie es um die Reserven unserer fossilen Energieträger bestellt ist. Wirtschaftlich förderbar seien bei aktuellem Ölpreis und konstantem Verbrauch Ölreserven für ca. 42 Jahre. Die Uranreserven seien abgesehen von der ungelösten Entsorgungsproblematik, auch nur noch für etwa 63 Jahre verfügbar. Erdgas ist laut seinen Informationen noch für ca. 61 Jahre nutzbar. Die Reserven an Braun- und Steinkohle seien bei unverändertem Verbrauch noch für 170 bis 225 Jahre ausreichend, wenn das das Problem der CO2 -Emissionen und des daraus resultierenden Klimawandels nicht wäre.

Er zeigte zahlreich neue Techniken auf dem Energiesektor auf, mit denen der Energiebedarf Europas und der Welt bei entsprechender wirtschaftlicher und politischer Unterstützung erneuerbar gedeckt werden könnte.

Außerdem wurde das Projekt DESERTEC vorgestellt, mit dem verschiedene, vor allem deutsche Unternehmen planen, mit Solarkraftwerken in den südlichen Ländern Europas und in der Sahara Strom zu erzeugen. Dieser Strom würde dann als Hochspannungs-Gleichstrom in das europäische Stromnetz geleitet werden. Die Stromerzeugung erfolge dort über riesige Parabolspiegel, die das Sonnenlicht bündeln. So würden ausreichend hohe Temperaturen erzeugt, um mit Dampfturbinen dort auf konventionelle Art Strom zu erzeugen.

Bei uns werde der Anteil des durch Photovoltaik erzeugten Stroms weiter steigen. Ab 2016 sei damit zu rechnen, dass die Vergütung für Strom aus auf Dächern montierten Photovoltaikanlagen dem beim Energieversorger zu bezahlenden Strompreis entspreche.

Die technischen Möglichkeiten, klimaneutral Energie zu erzeugen, seien allerdings in Deutschland bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Neu entwickelte Miniblockheizkraftwerke könnten in vielen Haushalten die zentrale Ölheizung ersetzen. Als Energieträger dienten dabei nicht mehr Öl sondern nachwachsende Rohstoffe, wie Holzpellets. Der dabei erzeugte Strom könne ins Netz eingespeist werden. Spitzenbedarf an Strom könnte von diesen dezentralen aber zentral gesteuerten Generatoren gedeckt werden, da es egal ist, wann die jeweiligen Warmwasserspeicher aufgewärmt werden.

Bei der Windkraft sei die Zahl der Standorte begrenzt durch die nicht überall vorhandene politische Akzeptanz. Daher gehe die neuere Entwicklung dahin, ältere Windkraftanlagen durch größere, leisere und leistungsfähigere Anlagen auszutauschen.

Die Speicherung von Energie werde wegen der zunehmend schwankenden Energieerzeugung immer wichtiger, z.B. in Pumpspeicherwerken, Gasspeichern und Flüssigsalzspeichern.

In vielen Industrieländern, vor allem in Amerika, würden riesige Energiemengen durch Klimaanlagen verbraten. Solche Anlagen ließen sich inzwischen sehr wirtschaftlich durch solar betriebene Absorptionskältemaschinen ersetzen.

Zuhörer dankten dem Referenten, dass er den pessimistischen Erwartungen zum Klimawandel viel versprechende technische Möglichkeiten entgegen stellte.

desertec

Skizze einer möglichen Infrastruktur für eine nachhaltige Stromversorung in Europa. (Grafik: DESERTEC Foundation, www.desertec.org)

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