Kulturkommode – Dauerlachen war garantiert

29.04.10

Wolfgang Trepper weilte auf Einladung der Kulturkommode in Osterburken. (Foto: Michael Pohl)

Osterburken. (ham) Sobald er die Bühne betritt, ist Dauerlachen garantiert. Wolfgang Trepper schafft es, aus alltäglichen Situationen ein abwechslungsreiches Kabarettprogramm zu machen und begeisterte damit auch während seines Gastspiels bei der Kulturkommode in der Alten Schule in Osterburken.

Über Umwege kam Trepper zum Kabarett: Er war mal Manager eines Handball-Bundesligavereins und Journalist bei Radio Duisburg, wo er auch eine wöchentliche kabarettistische Radio-Kolumne ablieferte. Seit 2003 schreibt er seine eigenen Kabarettprogramme und hat sich mittlerweile ganz seiner Passion, der Bühne, verschrieben. Die Ideen zu seinen Programmen findet der bekennende Ruhrpottler im „ganz normalen“ Leben. Es gäbe da soviel Irrsinn und Blödheit, dass es nicht schwierig sei, daraus eine gute Show zu machen. Und so zieht er beispielsweise genüsslich über das Fernsehprogramm im Allgemeinen und die ausufernde Anzahl an Kochsendungen im Besonderen vom Leder. Oder er seziert die deutsche Schlagerlandschaft und führt zum großen Vergnügen der Zuschauer anhand von Hörbeispielen deren völlig sinnfreien Texte ad absurdum.

Einen großen Raum in seinem aktuellen Programm räumt Wolfgang Trepper den Klischees in einer Mann-Frau-Beziehung ein. Die Szene kennt doch jeder: Mann stehe nichts ahnend in der Fußgängerzone oder im Kaufhaus und plötzlich drücke einem die Partnerin ihre Handtasche mit der Bemerkung „Halt ma eben!“ in die Hand, um für längere Zeit in die Damenabteilung zu verschwinden. Da stehe man nun und wisse nicht, wie man so eine Tasche halten solle. Noch schlimmer sei es, wenn seine Freundin beschließt: „Wir gehen dir eine neue Hose kaufen“ und sich mit der Verkäuferin über ihn unterhält, als gäbe es ihn gar nicht. Im Gegensatz dazu seien Männer doch so unkompliziert: Sie wollen von der Wetterfee nicht wissen, wie das Wetter war oder Bilder vom Nebel auf Norderney sehen, sondern lediglich eine einfache Information hören: „Brauche ich morgen eine Jacke oder nicht?“.

Was Trepper präsentierte war kein politisches Kabarett und keine Zoten-Comedy, sondern eine gekonnte Persiflage des Alltags. Dies gilt auch für seine Erinnerungen an die Samstagsrituale während seiner Kinderzeit im Ruhrpott. Dazu gehören die vom Vater zubereiteten Reibekuchen genauso wie die Radioübertragungen der Fußball-Bundesliga und das samstagabendliche Fernseh-Pflichtprogramm mit seinen Eltern. So komisch Treppers Schilderungen dieser Zeit auch waren, so rührend war seine Bemerkung, dass er viel darum gäbe, noch einmal so einen Samstag erleben zu dürfen.

Ja, auch das ist Wolfgang Trepper: Binnen weniger Momente kehrt er die Stimmung ins Gegenteil, geht ernsthafte Themen an und gibt den Zuhörern neben einem äußerst unterhaltsamen Abend auch noch etwas zum Nachdenken auf den Weg.

Infos im Internet:
www.kulturkommode.de

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