Europäische Impfwoche 2010

30.04.10

Masern sind ein vermeidbares Gesundheitsrisiko

Neckar-Odenwald-Kreis. Im Neckar-Odenwald-Kreis waren 2009 im Durchschnitt 95,5 Prozent aller Kinder wenigstens einmal gegen Masern geimpft. Das sind mehr geimpfte Kinder als im Landesdurchschnitt Baden-Württemberg (94,5 Prozent). „Das wissen wir, weil wir bei den Schuleingangsuntersuchungen regelmäßig die Impfbücher anschauen“, erklärt dazu  Dr. Harald Schwarz, Leiter des Amtes für Gesundheitswesen am Landratsamt in Mosbach: „Unser erstes Ziel, über 95 Prozent der Kinder im Kindergartenalter wenigstens einmal gegen Masern und Röteln geimpft zu haben, ist damit erreicht“. Allerdings seien nur dort, wo mehr als 95 Prozent der Kinder zwei Masernimpfungen erhalten haben,  Masernausbrüche nicht mehr möglich. Diese Prozentzahl liegt im Neckar-Odenwald-Kreis bei 89,2 Prozent.  „Und das ist zu wenig“, so Dr. Schwarz.

Manche Eltern schieben die Masern-Mumps-Röteln-Impfung (MMR) über das empfohlene Alter (ab dem 12. Lebensmonat) hinaus oder lehnen sie ab, was oft auf ungenügenden oder unrichtigen Informationen über die Krankheit und über den Impfstoff basiert. Dieses Verhalten allerdings begünstigt Masernausbrüche, vor allem, wenn ungeimpfte Kinder in einer Kindertageseinrichtung oder einer Schule zusammen kommen. Werden die Masern dennoch nicht im Kindesalter „durchgemacht“, dann nehmen ungeimpfte Jugendliche und Erwachsene ihr Masernrisiko mit ins Erwachsenenalter. Tatsächlich betrafen mehr als die Hälfte der seit Jahresbeginn in Baden-Württemberg gemeldeten Masernerkrankungen Erwachsene über 20 Jahre. Aber gerade in zunehmendem Alter zeigen Masern – ebenso wie bei Säuglingen – häufig einen schweren Krankheitsverlauf. Gehirnentzündungen mit bleibenden Schäden können die Folge sein.

Grundsätzlich ist in Baden-Württemberg die Zahl der gemeldeten Masernfälle dramatisch zurückgegangen (von 700 im Jahr 2001 auf  68 im Jahr 2009); dennoch waren immer wieder auch Rückschläge zu verzeichnen. So kam es im Jahr 2008 zu Masernausbrüchen mit insgesamt 385 Erkrankungen. Nur ein Prozent der dabei Erkrankten war zweimal – also empfehlungsgerecht – geimpft, was ein guter Nachweis für die Wirksamkeit der Impfung ist.

„Auch wenn wir im Neckar-Odenwald-Kreis ohne jeden Zweifel bei der Verbesserung des Impfschutzes unserer Kinder große Erfolge vorweisen können, so sind wir noch nicht am Ziel. Ich rate allen Eltern dringend, ihr Kind zweimal gegen Masern und Röteln impfen zu lassen“, appelliert Dr. Schwarz.

Infos im Internet:
www.mach-den-impfcheck.de

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