Vier „Ironman“ vom Katzenbuckel

13.07.10

Stefanie Dengel und Thomas Vogel laufen gemeinsam am Römer ins Ziel. (Foto: privat)

Waldbrunn/Frankfurt. Während die breite Öffentlichkeit und die Medien im Zusammenhang mit dem Ironman Germany in Frankfurt lediglich die Sieger Andreas Raelert, Timo Bracht und Chris McCormack bei der Herren und Sandra Wallenhorst, Caroline Steffen und Yvonne van Vlerken wahrnehmen bzw. in den Fokus rückten, sind es Tausende von Hobby- und Freizeitsportler, die gemeinsam mit den Zuschauern entlang der Strecke für die einzigartige Atmosphäre sorgen, die es den Triathlon-Profis erst möglich macht, mit ihren Leistungen zu glänzen.

Vier dieser Amateuer kamen in diesem Jahr vom Katzenbuckel. Dort gehören Stefanie und Heiko Dengel, Christian Starck und Thomas Vogel zur Radsportabteilung des VfR Waldkatzenbach. Gemeinsam sicherten sie sich in diesem Jahr jeweils ihren ganz persönlichen „Ironman“-Titel.

Auf den gleichen Trainingsstrecken wie Timo Bracht bereiteten sich die vier vom Winterhauch in den vergangenen Wochen und Monaten auf den Triathlon in der Bankenmetropole Frankfurt vor.

Start war am frühen Morgen am Langener Waldsee. Aufgrund des hochsommerlichen Klimas in der Wochen vor dem Ironman war die Wassertemperatur so hoch, dass die 3,8 km lange Schwimmstrecke ohne Neoprenanzüge absolviert werden musste. Dadurch mussten insbesondere die Hobbysportler deutlich mehr Kraft aufwenden, was sich in deutlich langsameren Zeiten niederschlug. Stefanie Dengel gelang mit 1:20: 24 Stunden die schnellste Zeit der VfR-Athleten.

Dem Waldsee entstiegen ging es auf die Radstrecke, die in diesem Jahr aufgrund einer Umleitung sogar fünf Kilometer länger war, als auf der klassischen Ironman-Distanz. Außerdem mussten auf der 185 km langen Fahrt durch den Main-Kinzig-Kreis und den Wetterau-Kreis 1.000 Höhenmeter bewältigt werden. Entschädigt wurden die 2.200 Sportler durch die Anfeuerung der Zuschauer entlang der Strecke. Stimmungsnester waren „The Hill“, wo die Biker 500 Meter Kopfsteinpflaster überqueren mussten, ein langer, „The Beast“ titulierter Anstieg und der wohl berühmteste Streckenabschnitt des Ironman Deutschland, der sogenannte „Heartbreak Hill“, wo Tour-de-France-Atmosphäre die Strapazen vergessen machte. Die schnellste Radzeit der Waldbrunner schaffte Heiko Dengel, der nach 5:20:52 Stunden in die Wechselzone rollte.

Der abschließende Marathon führte auf vier Runden entlang des Mainufers durch die hessische Metropole. Trotz brütender Hitze hatten Tausende von Fans den Weg in die Innenstadt gefunden, um nicht nur ihre Idole, sondern auch die vielen Amateure anzufeuern. Auch in dieser Disziplin war Heiko Dengel an diesem Tag stärkster VfR-Sportler. Für die 42,195 km benötigte er 3:56:09 Stunden.

Das Abenteuer Ironman Deutschland wurde bei einem Geburtstag beschlossen. Sofort begannen die mentalen Vorbereitungen mit dem Start. Ab Frühjahr wurde gezielt trainiert. Bei Thomas Vogel wurde die Trainingsphase durch eine Knieoperation im April für fünf Wochen unterbrochen, was einen Start bei den Europameisterschaften sehr fraglich machte. Nur mit eisernem Willen und immer an sich und seine Teilnahme glaubend schaffte er die Herausforderung. Nach 12:51:01 Stunden (01:45:44 Schwimmen/05:51:12 Rad/ 04:58:20 Lauf) war er stolzer „Finisher“ des Ironman Frankfurt. Zeitgleich lief Stefanie Dengel am Römer ins Ziel (01:20:24 Schwimmen/06:59:23 Rad/04:20:29 Lauf). Bei Kilometer 36 war die Sportlerin auf Thomas Vogel aufgelaufen. Gemeinsam absolvierten sie die letzten Kilometer und liefen Hand und Hand über Zielstrich. Dadurch wurde 2010 der schönste und emotionalste Franfurtstart ihrer Karriere, nachdem sie bereit 2004 und 2005 in Frankfurt dabei war.

Einen hervorragenden 22. Platz in seiner Altersklasse M 55 erreichte Christian Starck, der nach 13:01:04 Stunden (1:41:17 Schwimmen/6:19:49 Rad/4:45:13 Lauf) im Ziel war.

Wie von allen erwartet, gelang dem mit 41 Jahren jüngsten VfR-Starter, Heiko Dengel, die schnellste Zeit. Nach 10:48:26 Stunden (1:23:09 Schwimmen/ 5:20:53 Rad/ 3:56:09 Lauf) lag er auf Rang 539 der Gesamtwertung und Platz 120 in der Altersklassenwertung.

Sich trotz der Hitze immer wieder zu motivieren und nicht abzubrechen lag bei allen vier Startern darin, die einzigartige Stimmung am Frankfurter Römer zu erleben. „Das Wissen, von 5.000 Menschen in stadionähnlicher Atmosphäre wie die Top-Athleten gefeiert zu werden trieb uns immer weiter“, waren sich die Waldbrunner einig.

Trotz der Strapazen wussten die erfolgreichen Triathleten, dass es nur durch der Unterstützung ihrer Familien, Freunde und Betreuern möglich war, einen solchen Wettkampf vorzubereiten und zu absolvieren, weshalb sie gleich nach dem Zieleinlauf allen Unterstützern dankten.

Die Ergebnisse im Detail:

  • Heiko Dengel 10:48:26 Stunden (1:23:09 Schwimmen/ 5:20:53 Rad/ 3:56:09 Lauf)
  • Stefanie Dengel 12:51:01 Stunden (01:20:24 Schwimmen/06:59:23 Rad/04:20:29 Lauf)
  • Thomas Vogel 12:51:01 Stunden (01:45:44 Schwimmen/05:51:12 Rad/ 04:58:20 Lauf)
  • Christian Starck 13:01:04 Stunden (1:41:17 Schwimmen/6:19:49 Rad/4:45:13 Lauf)

Weitere Fotos unter:

www.katzenpfad.de/?p=115267

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