Einheitliches „Odenwald-Logo“ vorgestellt

29.07.10

Landräte trafen sich in Hardheim

Unter diesem einheitlichen „Odenwald“-Logo werden die Touristikgemeinschaften im Neckar-Odenwald-Kreis, Kreis Miltenberg und Odenwaldkreis künftig ihre gemeinsamen Aktivitäten anbieten. Die Landräte Dr. Achim Brötel, Dietrich Kübler und Roland Schwing präsentierten das Logo erstmals beim 3-Landräte-Treffen in Hardheim. (Foto: LRA)

Neckar-Odenwald-Kreis. Ein besserer Ort als das von der Touristikgemeinschaft Odenwald e.V. prämierte Waldhotel Wohlfahrtsmühle in Hardheim konnte gar nicht gefunden werden. Landrat Dr. Achim Brötel (Neckar-Odenwald-Kreis), Landrat Dietrich Kübler (Odenwaldkreis) und Landrat Roland Schwing (Kreis Miltenberg) präsentierten dort im Rahmen des turnusmäßigen 3-Landräte-Treffens das neue gemeinsame „Odenwald“-Logo, unter dessen „Dach“ künftig alle gemeinsamen touristischen Aktivitäten der drei Landkreise gebündelt und vermarktet werden sollen.

Der große Themenkomplex „gemeinsame Vermarktung“ war in den letzten Monaten auch öffentlich  kontrovers diskutiert worden, nachdem der Odenwaldkreis seit dem letzten Jahr ein neues Marketingkonzept verfolgt. „Es war nie unser Ziel, getrennte Wege zu gehen“, betonten alle drei Landräte, „aber die Zielgruppen, Reiseverhalten und touristischen Angebote in den drei Landkreisen sind so unterschiedlich geworden, dass punktuell ein verändertes Konzept und Erscheinungsbild notwendig geworden ist“. Demnach wird es zwar  künftig in den einzelnen Produkten und in den Printmedien unterschiedliche Erscheinungsformen geben –  aber alles unter dem nun vorgestellten Einheitslogo.

Das 3-Länder-Radevent, eines der wichtigsten gemeinsamen Aktivitäten, war Inhalt des nächsten Tagesordnungspunktes. Der Event erfährt auch im elften Jahr eine ungebrochene Resonanz. Mit 220 Anmeldungen gibt im diesem Jahr sogar einen Anmelderekord zu verzeichnen. Wie immer werden auch die Landräte mitradeln.

Eine gute Zwischennachricht gibt es zur geplanten Verknüpfung des Radbusses Mudau, der in den Sommermonaten zwischen Mudau und Eberbach verkehrt, und des im hessischen und bayerischen fahrenden NaTourBusses zu vermelden. Ziel ist es, den Radbus an den NaTourBus in Amorbach anzuschließen. Erste Gespräche zwischen Kommunen und Verkehrsunternehmen seien positiv verlaufen. „Im Moment werden die Fahrplanentwürfe geprüft und Kosten ermittelt“, erklärt Landrat Dr. Brötel, der guter Hoffnung ist, dass die Idee zeitnah umgesetzt werden kann.

Landrat Kübler berichtete über das Ziel einer stärkeren Regionalvermarktung von land- und forstwirtschaftlichen und handwerklichen Produkten sowie touristischen Dienstleistungen. Geplant sei eine „Regionalmarke Odenwald“ mit Qualitätssiegel und Herkunftszeichen. Die ersten Vorgespräche haben bereits stattgefunden, ein Konzept sei in Vorbereitung. Landrat Dr. Brötel und Landrat Schwing begrüßen diesen Vorstoß: „Mit regionalen Produkten verbindet der Kunde Qualität, Vertrauen und Frische.“ Letztendlich hängt es aber davon ab, ob das Vorhaben bei den Anbietern Anklang findet und vor allem finanzierbar ist.

Tourismus war aber nicht das einzige Thema, das die drei Landkreise gemeinsam zu besprechen hatten. Große Sorge bereitet den Landräten der geplante länderübergreifende Radweg zwischen Hardheim und Eichenbühl. In Bayern wurde jetzt mit dem Bau der ersten beiden Abschnitte begonnen. In Baden-Württemberg konnte die Planung noch nicht abgeschlossen werden, weil beim Regierungspräsidium Karlsruhe über die Trassenführung noch keine Einigkeit erzielt werden konnte. „Der Radweg ist der letzte Lückenschluss zwischen dem Neckar-Odenwald-Kreis und Kreis Miltenberg. Für den Tourismus in den Erftalgemeinden ist er sehr wichtig“, so die Landräte: „Deswegen werden wir uns weiter für eine Realisierung  einsetzen.“

Ähnlich kritisch sehen die Landräte die Auswirkungen auf die vorgenommenen Änderungen im Zuwanderungsgesetz. Mit der Gesetzesänderung hat die Bundesregierung Einsparungen bei den Integrationssprachkursen für Ausländer vorgenommen. Zwar hat der Bund jetzt  angekündigt, 15 Millionen Euro mehr als die bisher geplanten 218 Millionen für die Kurse zur Verfügung zu stellen. Diese Dreingabe tröstet allerdings kaum. Die Zulassung für die „freiwillige Teilnahme“ an den Kursen bleibt weiterhin beschränkt. Gleichzeitig wurde die Mindestteilnehmerzahl bei den Alphabetisierungskursen von acht auf zehn erhöht. Das hat für den ländlichen Raum, in dem die Nachfrage nach den Kursen geringer ist zur Folge, dass weniger Kurse angeboten werden können. Die drei Landräte vereinbarten deshalb, ein gemeinsames Schreiben an den Bundesinnenminister Thomas de Maiziére (CDU) zu richten und auf die negativen Folgen der Gesetzesänderung besonders im Ländlichen Raum hinzuweisen.

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