JVA Adelsheim bei der Sommergalerie

03.08.10

Musterzelle soll Vollzug anschaulich machen – Ausstellung künstlerischer Exponate aus Arbeits- und Freizeitbereich

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(Foto: privat)

Möckmühl/Adelsheim. (bd) Schon seit 04. Juli und noch bis 25. August ist im Möckmühler Bahnhof im Rahmen der ASMUart eine Ausstellung mit künstlerischen Exponaten aus der Jugendstrafanstalt Adelsheim zu sehen. Stets Sonntags zwischen 14.00 und 17.00 oder nach Vereinbarung mit den Verantwortlichen der Aktiven Senioren Möckmühl und Umgebung (Tel. 06298–929394) ist die Sommergalerie zu besichtigen. Erstmals am kommenden Sonntag wird die Haftsituation ansatzweise nachvollziehbar präsentiert, wenn eine nun aufgebaute Demonstrationszelle zu besichtigen sein wird. Diese ist im Land so sehr nachgefragt, dass sie erst nach der landesweiten Woche der Justiz für die Möckmühler Ausstellung bereitgestellt werden konnte.

Bei der Vernissage zur Ausstellungseröffnung betonten Möckmühls stellvertretender Bürgermeister Harald Hitzler, Wolfgang Drewes von der ASMU und aus der JVA Adelsheim Dirk Schwenk, Geschäftsführer der im „Vollzuglichen Arbeitswesen“ zusammengefassten Ausbildungs- und Werkbetriebe des Jugendgefängnisses, dass Kunst und künstlerische Betätigung für junge Menschen eine ausschließlich positive Entwicklungsmöglichkeit darstelle.

Schwenk gab seiner Freude über das große Interesse Ausdruck und sagte voraus, dass die Besucher beim Rundgang positiv überrascht sein würden, welches Potential und welche Kreativität in den jungen Menschen schlummere. Dieses gelte es herauszulocken und zu fördern, ginge doch gerade im Zeitalter von Internets und TV – Kreativität immer mehr verloren. Die umfassende Förderung der Gefangenen, in erster Linie in der schulischen und beruflichen Ausbildung, aber auch in der Freizeit sei das Bemühen der JVA. In der Berufsausbildung, die primär an die Einhaltung der Ausbildungs- und Rahmenpläne gebunden sei, biete die Fertigung von Kunstobjekten die Möglichkeit, eigene Kreativität frei entfalten zu können. Genau diese freigelegte Kreativität helfe dann auch berufliche Problemstellungen zu bewältigen. Für die Freizeit kreative Betätigungsmöglichkeiten aufzuzeigen und einzuüben sei gleichermaßen notwendig, besonders wenn man sich vor Augen halte, dass ein Großteil jugendtypischer Straftaten in sogenannter „unstrukturierter Zeit“ verübt werde. Heraus kämen häufig interessante und auch künstlerisch wertvolle Objekte, wie sie auf beiden Etagen zu besichtigen seien.

Die Aufmerksamkeit und Wertschätzung, die die Gefangenen durch die Ausstellungsmöglichkeit erführen sei ein positiver Beitrag zu einer „gelingenden“ Resozialisierung, wofür den Organisatoren, besonders Frau Wagner, herzlich dankte.

Beim anschließenden Rundgang wurden die Besucher von den Projektverantwortlichen der JVA Adelsheim, AusbildungsleiterHarald Fritz, Freizeitpädagogin Irmtraud Friedlein und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen – besonders der seit über 30 Jahren engagierten „Knast-Oma“ Hilde Killian über die ausgestellten Produkte informiert.

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(Foto: privat)

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