KZ-Gedenkstätte Neckarelz erhält Zuschuss

09.08.10

15.000 Euro aus Landesstiftungsmitteln für Ausstellung „Schule der Erinnerung“

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Stuttgart/Mosbach. Frohe Kunde aus Stuttgart konnte am Montag der Neckar-Odenwälder Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der CDU-Fraktion Peter Hauk vermelden: „Die Landesstiftung Baden-Württemberg hat heute beschlossen, die Ausstellung der neuen KZ-Gedenkstätte Neckarelz „Schule der Erinnerung“ mit insgesamt 15.000 Euro zu fördern.“ Dabei habe das ausgereifte pädagogische und architektonische Gesamtkonzept den Aufsichtsrat, dem auch Peter Hauk in seiner Funktion als Fraktionsvorsitzender angehört, ganzheitlich überzeugt.

Die Ausstellung „Schule der Erinnerung“ ist Teil eines Gesamtprojektes zur Umgestaltung der KZ-Gedenkstätte Neckarelz, das in den letzten drei Jahren vom Verein KZ-Gedenkstätte in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Mosbach entwickelt wurde. Die alte, 1998 in einem seit 1962 bestehenden Gebäude errichtete Gedenkstätte musste 2007 wegen Bauschäden abgerissen werden. Der Ort der künftigen Gedenkstätte ist die seit Sommer 2008 leer stehende ehemalige Comenius-Förderschule. Das Gebäude liegt der 1908/09 errichteten Grundschule von Neckarelz (Clemens-Brentano-Schule), die in ihrer hundertjährigen Geschichte ein Jahr lang, nämlich 1944/45, als Konzentrationslager diente, direkt gegenüber und grenzt an den Schulhof an, der in der KZ-Zeit der Appellplatz des Lagers war.

Das Gesamtprojekt mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 515.000 Euro sei schon zu beträchtlichen Teilen aus Mitteln des Landesförderprogramms „Entwicklung Ländlicher Raum“ (ELR) gefördert worden, erklärte Hauk. Für die Ausstellung selbst seien dabei insgesamt 87.000 Euro Gesamtkosten einkalkuliert. Davon werden nun 15.000 Euro durch die Mittel der Landesstiftung abgedeckt, wodurch sich der Eigenanteil auf nur noch 34.000 Euro reduziert. Dazu kommen 15.000 Euro von der Firma Daimler AG, 13.000 Euro werden durch das Land Baden-Württemberg bezuschusst und 10.000 Euro durch die Republik Frankreich.

Die neue KZ-Gedenkstätte werde aus insgesamt vier Ausstellungsbereichen bestehen, nämlich im Obergeschoss aus den Bereichen „KZ-Komplex Neckarlager“ sowie „Wege aus dem Lager“ mit einem offenen Bereich mit Infostationen und im Untergeschoss aus den Ausstellungen zum SS-Sonderbauvorhaben „Geheimprojekt Goldfisch“ und der Ausstellung zum Außenlager „Natzweiler am Neckar“.

Bei dem Projekt handele es sich um eines von regional großer kulturell-historischer Bedeutung, welches die Bewahrung des geschichtlichen Andenkens zu Grunde liegen hat. „Wir alle wissen um die Bedeutung dieser Bewahrung und der Notwendigkeit, diese als Mahnung in unser aller gegenwärtiges Handeln mit einfließen zu lassen. Denn auch dieses dunkle Kapitel ist Teil unserer Geschichte und muss gerade auch den jungen Generationen zugänglich gemacht werden, um dazu beizutragen, dass so etwas nie wieder passieren kann. Denn schließlich heißt Geschichte zu verstehen, Zukunft zu gestalten“, betonte Hauk abschließend.

Infos im Internet:
www.kz-denk-neckarelz.de

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