Zeigen, wie Bio zu Energie wird

13.08.10

Die Abfallwirtschaft Neckar-Odenwald (AWN) plant einen Bioenergie-Garten

Wie sehen die Pflanzen aus, die in der Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber (H-O-T) schon angebaut werden oder künftig eine Rolle spielen sollen? Welche Eigenschaften haben diese Pflanzen, warum sind sie für die Energiegewinnung gerade im ländlichen Raum attraktiv – und was passiert auf dem Weg zwischen Acker und Steckdose? Wie viele Pflanzen welcher Art sind nötig, um den Energiebedarf einer Waschmaschine, eines Vier-Personen-Haushalts oder eines Gewerbebetriebs zu decken?

Anschauliche Antworten auf diese Fragen will die Abfallwirtschaftsgesellschaft des Neckar-Odenwaldkreises mbH (AWN) mit einem Bioenergielehrpfad oder –garten geben. Dieser soll der Bevölkerung auf dem AWN-Gelände in Buchen-Sansenhecken das ganze Jahr über zugänglich sein.

Die Planung dieses Projekts wird, so AWN-Geschäftsführer Mathias Ginter, bis zum Herbst konkret werden. Damit sie nicht einseitig ausfällt, legt Ginter von Anfang an Wert darauf, unterschiedliche Blickwinkel auf das Thema Bioenergie zu berücksichtigen: Im Arbeitskreis, der Ziele und Umsetzung diskutiert, sitzen neben AWN-Fachleuten auch Gerd Herold von den Buchener Stadtwerken, Peter Bussemer von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt und Peter Baust als Vertreter des Bundes für Naturschutz (NABU).

Einig wurde sich die Runde bei einem ersten Arbeitstreffen, dass der Bioenergielehrpfad oder –garten keine statische Einrichtung sein, sondern sich zwangsläufig im Jahreslauf verändern wird. Es soll Pflanzen-Beispiele geben, Erklärungen in Form von Informationstafeln, Mitmach-Elemente und Exponate, die visualisieren, wie „Bio“ zu Energie wird.  „Die Zielgruppe sind alle“, sagt Stefan Kaufmann von der AWN-Geschäftsleitung,  „denn das Thema geht alle an“.

Einen Schwerpunkt will Kaufmann aber bei Kindern und Jugendlichen setzen. Sie seinen es, die das Thema in die Zukunft tragen müssten. Deshalb soll der Lehrpfad als dynamisches Angebot fundierte Informationen auch mit pädagogischen, aktiven Elementen vermitteln und Schulklassen, etwa im Rahmen von Projekttagen, schon in der Entstehung einbeziehen. „Die Botschaft muss sein: Bioenergie ist ein Ansatz, um unseren Strombedarf zu decken“, sagt Ginter. Inwieweit andere Energiequellen dargestellt werden können, sei noch zu klären. Die Erkenntnis, wie wichtig es ist, Energie zu sparen, müsse in die Köpfe.

Der Lehrpfad oder -garten soll in jedem Fall den Freizeit- mit dem Informationsaspekt verbinden. Anklang fand deshalb die Anregung Gerd Herolds, in Sansenhecken eine Stromtankstelle für Radfahrer zu installieren. In die Überlegungen einbezogen wird der Vorschlag, einen Picknickplatz für Radler anzubieten.

Naturschützer Bussemer wies auf die Problematik von Monokulturen hin, die den Artenschutz erschweren und schlug vor, den Fachdienst Landwirtschaft zur Planung hinzuzuziehen. Peter Baust, der aktuell den Heuschrecken-Lehrpfad Schreckberg mit einrichtet, regte an, Schautafeln professionell fertigen zu lassen und auch die kritischen Aspekte des Themas Bioenergie zu beleuchten: „Kritische Fragen müssen gestellt werden dürfen“.

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