Heilwerden im „Haus der Stille“

24.08.10

Waldauerbach. Im Rahmen des Jahresprogramms „Gesunder Neckar-Odenwald-Kreis“ unter Schirmherrschaft von Landrat Dr. Brötel hatten sich die Mudauer Landfrauen etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Man suchte die Zusammenarbeit mit den Expertinnen Elisabeth Sandel und Barbara Althoff-Koch vom Waldauerbacher „Haus der Stille“ und kreierte mit ihnen zusammen ein Tagesseminar zum Thema „“Heilwerden im ganzheitlichen Sinn von Körper, Seele und Geist …“.

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Hierbei sollte den Teilnehmern klar werden, dass Heilwerden vorhandene Gesundheit nicht ausschließt, sie sogar braucht – nicht als Bedingung, denn es kann sie grundlegend fördern. Die Therapeutinnen sind der Meinung: „Wenn es uns gelingt, unsere Schwächen, unsere Krankheiten, unsere Schatten, unsere ungeliebten Seiten zu uns zu nehmen, können wir vollständig, d.h. umfassend ganz und heil werden. Ein tiefes Annehmen dessen was uns im Äußeren und Inneren gegeben ist, lässt sich erüben und bewusst vollziehen.“ Und genau diese Übungen und Entspannungen bestimmten diesen Tag im Haus der Stille.

Mitten in den Sommerferien ein volles Haus mit Männern und Frauen, die nicht nur aus Mudau, sondern auch von weiter weg angereist waren und sich höchst interessiert und engagiert auf das Thema einließen, das war auch für Elisabeth Sandel und Barbara Althoff-Koch eine neue Herausforderung, die sie gerne annahmen. Mit Leib-, Atem- und Stimm-Übungen, mit prozessorientierter und systemischer Sicht in die Psyche der Menschen und mit Übungen der Aufmerksamkeit zum Heilungsprozess anzuleiten, war hier der Weg. Gesundheit anzustreben und Leiden zu vermeiden ist ein verständlicher Wunsch, lässt sich aber nicht in jedem Fall erreichen und kann nur eine Einladung dazu sein, als Mensch zu wachsen und zu reifen und dadurch heil, d.h. ganz und vollständig zu werden, trotz und mit den Störungen und Schmerzen, die zum menschlichen Leben dazugehören.

Die Liedermacherin Elisabeth Sandel umrahmte den Tag mit eigenen Liedern und interpretierte auf ihre tiefsinnige und humorvolle Art das Märchen von „Frau Holle“, bzw. der zunächst ungeliebten Stieftochter, die durch den Fall in den Brunnen zur „Goldmarie“ wurde. Anhand dieses liebenswerten Beispiels sollte den Anwesenden klar werden, dass aus der Not ein Weg in die Tiefe und durch das Sich-Einlassen auf alle gestellten Aufgaben, die Wandlung geschenkt kann im Sinne eines Strahlens und Leuchtens wie Gold. Sehr wohltuend wurden die Körperübungen empfunden sowie die Erkenntnis, dass die bloße Aufmerksamkeit für sich selbst eine Veränderung bewirken kann. Am Nachmittag stand hauptsächlich die psychische Ebene im Vordergrund, die Barbara Althoff-Koch kurzweilig referierte und mit hilfreichen praktischen Übungen bereicherte. Da viele Lebensthemen Personenübergreifend gültig sind, waren für jeden der Teilnehmenden kleine Schritte zum Annehmen des Schweren möglich. Und die gemeinsame Erfahrung zeigte, wie befreiend, erleichternd und erheitert der Austausch sein kann.

Alles in allem war am Ende dieses besonderen Tages von allen Seiten großes Lob für die besondere Atmosphäre zu hören, die wohl gleichermaßen vom Haus, aber auch vom gemeinsamen Thema und von den Teilnehmenden ausgegangen war.

Das Leben vollständig zu leben heißt, auch die Schattenseiten anzunehmen. Der Weg hierzu wurde gemeinsam erübt und verständlich gemacht.

Infos im Internet:
www.hausderstille-waldauerbach.de

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