Schafe verbreiten Q-Fieber

27.08.10

Neckar-Odenwald-Kreis. Anfang August wurde in Hardheim ein Ausbruch der Q-Fiebers festgestellt. Nun konnte der Infektionsherd der Krankheit lokalisiert werden. Das hat eine Untersuchung des tierärztlichen Untersuchungsamtes Heidelberg ergeben. Es handelt sich dabei um einen Schafhaltungsbetrieb in Hardheim.

Die Schafe werden meist durch infizierte Zecken oder über kontaminierte Stäube des Zeckenkots angesteckt, zeigen aber in der Regel keine Krankheitssymptome. In ähnlicher Weise erfolgt die Ansteckung beim Menschen, der den Erreger in den Stäuben des getrockneten Zeckenkots einatmet oder direkten bzw. indirekten Kontakt mit Gebärmutterausscheidungen eines lammenden Schafes erhält. Eine Übertragung von Mensch-zu-Mensch ist nicht zu befürchten. Der Kontakt mit Weidetieren sollte aber vermieden werden.

Zurzeit sind dem Fachdienst Gesundheitswesen beim Landratsamt ca. 80 Verdachtsfälle bekannt. Bei 25 Personen konnte die Q-Fiebererkrankung bestätigt werden. In vielen Fällen verläuft die Krankheit unbemerkt. Wenn Symptome auftreten, ähneln sie denen einer „Sommergrippe“ mit Fieber, Gliederschmerzen und Kopfschmerzen. In wenigen Fällen kann es auch zu Lungenentzündungen kommen. Die Q-Fiebererkrankung ist durch frühzeitige Verabreichung von Antibiotika sehr gut zu behandeln.

Der Fachdienst Veterinärwesen beim Landratsamt hat veranlasst, dass die Schafe außerhalb der Reichweite von bebauten Siedlungen gebracht werden und lammende Schafe im Stall zu halten sind. Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg hat mit dem örtlichen Fachdienst Gesundheitswesen entlang der Schafwanderung dieser Herde im Grüngürtel um Hardheim herum Bodenproben entnommen, um zu prüfen, ob Erreger an den Weideplätzen der Schafe zurück geblieben sind. Der Schaftierhalter kündigte gegenüber dem Landratsamt eine umfassende Kooperation zur Eindämmung der Krankheit an.

Das Landratsamt rechnet weiterhin damit, dass die Ansteckungsgefahr noch nicht gebannt ist. Durch die eingeleiteten Maßnahmen dürfte der Höhepunkt des Krankheitsausbruchs aber überschritten sein. Die zunehmend feuchte Witterung minimiert die Gefahr der Ansteckung um ein Weiteres. Außerdem bilden die Tiere mit der Zeit Antikörper, die zu einer  Immunität in der Herde führt.

Dennoch rät der Fachdienst Gesundheitswesen allen Personen, die in Hardheim wohnen oder sich regelmäßig dort aufhalten und Symptome einer „Sommergrippe“ haben, frühzeitig ihren Arzt aufzusuchen. den Risikogruppen – Schwangere und Personen mit Herzfehlern oder Herzklappenersatz – rät der Fachdienst Gesundheitswesen, auch wenn noch keine Symptome aufgetreten sind, ihren behandelnden Arzt oder Facharzt zu kontaktieren und sich auf Q-Fieber untersuchen zu lassen. Fragen zu Q-Fieber beantwortet der Fachdienst Gesundheitswesen zu den üblichen Dienstzeiten (Montag bis Mittwoch 8.00-16.00, Donnerstag, 8.00-17.00 und Freitag 8.00-12.00 Uhr) unter der Telefonnummer 06261/84-2466.

Weitere Informationen zu Q-Fieber enthält das Merkblatt des Robert Koch-Institutes unter Infektionskrankheiten: www.rki.de. Ein kurzgefasstes Merkblatt zu Q-Fieber gibt es auf der Homepage des Landratsamtes www.neckar-odenwald-kreis.de.

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