Erfolgreiche „Instant Acts“ in Limbach

Achtung vor anderen Kulturen und vor sich selbst vermittelt

(Foto: Brauch-Dylla)

Limbach. (bd) Das hatte der Odenwald noch nicht gesehen. Drei Tage lang war eine bunte Gruppe von jungen Schauspielern, Musikern und Artisten aus aller Herren Länder im Balsbacher „Engel“ zu Gast, am vergangen Samstag erlebte die Limbacher Werkrealschule die „Instant Acts gegen Gewalt und Rassismus“.

Gut 80 Schüler und Jugendliche hatten sich um 10 Uhr in der Schulturnhalle versammelt, um den ersten Programmteil des Projekttages, der vom „Förderverein Sicherer NOK“ finanziell unterstützt wurde, mitzuerleben. Die 15 Künstler aus Australien, Brasilien, Burkina Faso, Deutschland, Frankreich, Litauen, Nigeria, Serbien und Spanien präsentierten den gespannten Jugendlichen zunächst ihre Kunststücke als Appetitmacher für die angebotenen Workshops. Und die fanden rege Nachfrage: 20 Breakdancer, 20 „afrikanische“ Trommler, 7 Rapper und Liedermacher, ein Dutzend Jongleure, 5 konzentriert „Körpertheater“ erlernende Schüler und 13 Teilnehmer im spektakulären „Capoeira“ – Workshop bereiteten sich 100 Minuten auf ihre gegenseitigen Präsentationen vor. Die lockten dann neben einigen Eltern und Lehrern auch Bürgermeister Bruno Stipp und Polizeidirektor Hans Becker an. Beide zollten den Workshop-Teilnehmern und ihren Anleitern großen Beifall. Tourleiter Til Dellers vom Berliner Verein Interkunst, der das Konzept der Instant Acts Anfang der 90erJahre entwickelt hatte, erklärte Absicht und Methodik des Projekttages. „Bei den Workshops sollen die Teilnehmer entdecken, welche Talente in ihnen schlummern, wie viel Spaß gemeinsames Lernen von bisher Unbekanntem machen kann. Dabei entwickeln die Jugendlichen automatisch Respekt für ihre Anleiter und die Kultur anderer Nationen. Und zugleich Achtung vor ihren „Mitschülern“ und ihrer eigenen Leistung!“ Und auf die konnten die Limbacher Akteure wirklich stolz sein: da lieferten Breakdance-Teilnehmer eine Performance, die den Profis kaum nach stand. Mutige Jungen und Mädchen zeigten, dass Körpertheater keine Worte braucht, außerdem erlebte der Limbacher Kapuzen-Rap seine Uraufführung. Richtig Rhythmus nahm die Fußball-B-Jugend der SG Limbach auf – nach dem Workshop im afrikanischen Trommeln schickten die Jungs im Rundenspiel den seitherigen Tabellenführer mit 5:3 nach Hause und übernahmen selbst die Tabellenspitze.
Höhepunkt und Abschluss des Projekttages bildete dann die abendliche Live-Show der Künstler in der Schulturnhalle. „Wir wollen, dass die Jugendlichen sehen, welche Klasse ihre Anleiter haben, wieviel Spaß und Qualität im Zusammenspiel entsteht. Und wie weit man es bringen kann, wenn man an seinen Talenten beharrlich arbeitet!“ legte Til Dellers die Absicht dar. Die Künstler genossen ihren Auftritt vor dem gespannten Publikum – die Teilnehmerzahl hatte sich gegenüber dem Vormittag verdoppelt – sichtlich. Das Ensemble präsentierte Szenen und Choreographien, die assoziativ und ohne Moralkeule Gewalt und Rassismus problematisierten. Die Regie hatte aus den einzelnen Szenen eine Action-Show voller musikalischer und akrobatischer Höhepunkte komponiert, die vom Publikum mit großem Beifall bedacht wurde.
Bürgermeister Stipp dankte den für das Gelingen des Tages Verantwortlichen, Rektorin Martina Meixner, VHS-Außenstellenleiter Klaus Brauch-Dylla und dem unermüdlichen Hausmeister Karl Scheuermann, herzlich für ihr Engagement und bestärkte deren Wunsch nach Wiederholung. Den hegten auch die Künstler, die bei der After-Show-Kellerfete, die die KLJB Wagenschwend-Balsbach für sie ausrichtete, bis in die Morgenstunden feierten.

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Künstler von vier Kontinenten begeisterten. (Foto: Brauch-Dylla)

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