Aus der Geschichte lernen

Volksbund und Reservistenverband organisiseren Ausstellung

„Aus der Geschichte lernen“ – unter dieses Motto stellten der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und die Kreisgruppe Rhein-Neckar-Odenwald eine gemeinsame Ausstellung im Mosbacher Rathaus, die von Gerd Teßmer und Georg Martin für Volksbund und Reservisten eröffnet wurde. Grußworte hielten Landrat Dr. Achim Brötel und Oberbürgermeister Michael Jann.

Neckar-Odenwald-Kreis. „Wir sind nicht nur nach gestern gerichtet, sondern versuchen, über die Gräber Leute zusammenzubringen, die sich kennenlernen und so erkennen, dass es keine Erbfeinde gibt“, betonte Gerd Teßmer in seiner Doppelfunktion als Kreisbeauftragter des „Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge“ und als stv. Kreisvorsitzender der Reservisten, bei der Eröffnung einer Geschichtsausstellung im Mosbacher Rathaus, die der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und die Kreisgruppe Rhein-Neckar-Odenwald der Reservisten gemeinsam angeboten hatten.

In seiner Eröffnungsrede konnte Oberstleutnant d.R. Gerd Teßmer Landrat Dr. Achim Brötel, Oberbürgermeister Michael Jann, Oberstleutnant Volker Kuhlmann, Kommandeur des Walldürner Logistikbataillons 461, sowie Oberstleutnant a.D. Karl-Heinz Flach, Ehrenkreisvorsitzender der Reservisten, begrüßen. Beide Gruppierungen hätten es sich zur Aufgabe gemacht, derer zu gedenken, die für ihr Land gestorben oder durch Staatswillkür ums Leben gekommen seien.

Volksbund-Bezirksgeschäftsführer Georg Martin ging darauf ein, dass die Ausstellung keine umfassende Geschichte der beiden Weltkriege aufzeigen, sondern dem Betrachter das Wesen des Krieges nahe bringen wolle. In zahlreichen  Fotos und Dokumenten, Karten und Texttafeln werde das Elend und die Grausamkeit des Krieges in den Mittelpunkt gestellt. Auch wenn Krieg für uns heute etwas undenkbar Fernes geworden sei, so erinnerte der Bezirksgeschäftsführer des Volksbundes daran, dass heute deutsche Soldaten wieder an Kriegseinsätzen teilnähmen und auch in diesen Minuten irgendwo auf der Welt gekämpft, gelitten und gestorben werde. Auch 65 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sei die Arbeit des Volksbundes weiterhin wichtig. Einerseits hätten die Gefallenen ein ewiges Ruherecht. Andererseits bildeten die Kriegsgräberstätten Stein gewordene Geschichtsbücher. Wie man diese lesen könne, versuche der Volksbund jungen Menschen näher zu bringen, indem er sie an die Gräber der Großvater-Generation heranführe. „Hier beginnen sie zu begreifen, dass Gewalt nicht mit Gewalt beantwortet werden darf. Denn Krieg und Terror zeugten auf allen Seiten nur Verlierer.“

Kriegsgräber sollten helfen, dass die 83 Millionen Kriegstoten des 20. Jahrhunderts niemals in Vergessenheit geraten.

Diese Ausstellung rege zum Nachdenken an, betonte Landrat Dr. Achim Brötel. Beim Lesen der Einladung sei er an einen Satz von Marie von Ebner-Eschenbach erinnert worden: „Frieden kannst Du nur haben, wenn Du ihn gibst.“

Auch Soldatinnen und Soldaten aus dem Neckar-Odenwald-Kreis hätten inzwischen im Rahmen des deutschen ISAF-Kontingents in Afghanistan mitgeholfen, Frieden zu stiften und Freiheit zu sichern.

„Viele junge Leute kennen Krieg nur aus ihren Videospielen“, ergänzte Oberbürgermeister Michael Jann. Dass es im Krieg nicht um Heldentum gehe, sondern nur ums nackte Überleben, das habe er aus den lebendigen Erzählungen seines Vaters erfahren. Dieser habe fünf Jahre an der Ostfront gekämpft und sei anschließend vier Jahre lang in sowjetischer Kriegsgefangenschaft gewesen..

Oberbürgermeister Jann meinte, dass es gut sei, dass die Arbeit des Volksbundes nicht von einer staatlichen Stelle geregelt werde wie in anderen Ländern. Denn so werde sie von der Bevölkerung als ihre eigene Aufgabe wahrgenommen.

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Beim Ausstellungsrundgang. (Fotos: privat)

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