Pfarrer muss ins Gefängnis

Mosbach/Haßmersheim. Ein 69-jähriger, verheirateter, deutscher Pfarrer im Ruhestand wurde heute vom Landgericht Mosbach wegen sexuellen Missbrauchs in fünf Fällen zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 6 Monaten verurteilt.

Bei der Strafhöhe von zwei Jahren und sechs Monaten kommt eine Strafaussetzung zur Bewährung von Gesetzes wegen nicht mehr in Betracht.

Der Angeklagte hatte ein Geständnis abgelegt, weshalb in der Sitzung lediglich ein Polizeibeamter vernommen wurde.

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft Mosbach beantragte die Verhängung einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren. Der Vertreter der Nebenklage, eines der geschädigten Kinder hatte sich dem Strafprozess als Nebenkläger angeschlossen, schloss sich dem Antrag der Staatsanwaltschaft an. Der Verteidiger beantragte eine bewährungsfähige Strafe. Dies bedeutet, dass eine Gesamtstrafe von nicht mehr als zwei Jahren verhängt werden sollte, da nur bis zur Strafhöhe von zwei Jahren eine Strafaussetzung zur Bewährung erfolgen kann.

Nach dem Ergebnis der Hauptverhandlung sah es das Gericht als erwiesen an, dass der damals noch in Haßmerheim wohnhafte Pfarrer in den Jahren 2007 und 2008 während seiner Freizeit wiederholt auf die zu den Tatzeiten 12 und 14 Jahre alten Geschädigten verbal eingewirkt hat. Bei einem Teil der Taten zeigte er den Geschädigten auch Pornohefte. Zweck der sexuell motivierten Einwirkungen war es, die Jungen in vier Fällen zur Selbstbefriedigung zu veranlassen und das 12-jährige Opfer im Übrigen schamverletzend zu berühren. Bei drei Fällen hat der Verurteilte zudem sein erigiertes Glied vorgezeigt und dabei einmal zugleich daran manipuliert.

Im Strafverfahren wurde auch ein Vergleich zwischen dem Angeklagten und dem Nebenkläger geschlossen, wonach der Angeklagte als Vorschuss auf eine Schmerzensgeldforderung 6.000 Euro an den Nebenkläger zahlt.

Sollte das Urteil rechtskräftig werden, wird der Pfarrer seine Ruhestandsbezüge verlieren, teilte die badische evangelische Landeskirche mit.

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