Nicht bei den Jüngsten sparen

Schule und Bildung bleiben Thema – SPD-Kreistagsfraktion besuchte Gewerbeschule

Mosbach. (ds) Dass unser Geld sinnvoll in die berufliche Bildung investiert wird, wurde der SPD-Kreistagsfraktion bei ihrem Besuch in der Gewerbeschule Mosbach vor Augen geführt. StD Johann Slaby präsentierte seinen Besuchern nach der Begrüßung durch Schulleiter Muff die kürzlich neu angeschaffte Fräs- und Drehmaschine und wies darauf hin, dass die Ausbildungsbetriebe auf eine bestmögliche schulische Qualifizierung in Theorie und Praxis angewiesen seien „Dafür müssen wir uns dem Stand der Technik anpassen, die sich sehr schnell weiter entwickelt – und das kostet eben Geld“. Diese Investitionen lohnen sich aus zwei Gründen, fasste die Fraktionsvorsitzende Lochmann die Diskussion vor Ort zusammen: die Auszubildenden könnten im Kreis bleiben und die Firmen bräuchten sich um qualifizierten Nachwuchs keine Sorgen machen.

Der stellvertretende Schulleiter Ralf Schmidt stellte anhand der Schülerstatistik einen Schülerrückgang auf heute 666 Schülerinnen und Schüler fest, die in 39 Klassen unterrichtet werden.

In Bau-, Elektro-, Farb- und vor allem Fahrzeugtechnik sinken die Schülerzahlen nicht nur aufgrund des demografischen Wandels und möglicher Auswirkungen der konjunkturell immer noch leicht angespannten Situation. Konstant geblieben ist die Anzahl von 283 Schülern in der Metalltechnik. Leicht gesunken ist auch die Zahl der Vollzeitschüler. Besorgniserregend ist dies vor allem da, wo sich aufgrund des Klassenteilers von 17 Schülern eine bislang kleinere Schülerzahl nicht mehr halten ließe und große Klassen oder der Wegfall eines Ausbildungsgangs die Folge wären. Zudem müssen Fachklassen fachspezifisch unterrichtet werden und können nur sehr eingeschränkt mit anderen Klassen zusammengefasst werden, um eine gute Ausbildung gewährleisten zu können.

Neben Fakten wie dem Einfluss der Konjunktur auf die Schule und den unterschiedlichen Bildungswegen und Fachrichtungen beherrschte das Thema Werkrealschule die Diskussion, die „abendfüllend werden könnte“, so Schulleiter Muff. Außer den Wochentagen, an denen die künftigen Werkrealschüler kommen werden, ist noch zu wenig geklärt – angefangen von der Zusammenarbeit mit den Schulen bis hin zur notwendigen betrieblichen Qualifizierung. Diese wird durch das Modell WRS sicher nicht mehr so gut sein, denn die WRS stellt eine Konkurrenz zur zweijährigen Berufsfachschule dar und gefährdet damit viele Ausbildungsgänge an der Gewerbeschule und dadurch die Schule selbst. Zudem sind die Qualifizierungsangebote im beruflichen Bereich insgesamt zu wenig ausgelastet. Ob es durch die Einführung der Werkrealschule zu einer Niveausteigerung kommen wird, bleibt ebenso spannend wie die organisatorischen Klimmzüge, auf die vor Ort noch kaum vorbereitet wurde. Heide Lochmann dankte Schulleiter Muff und seinem Stellvertreter Schmidt für das ausführliche Gespräch.

In der anschließenden Fraktionssitzung wurde über das erfolgreiche Mülltrennprojekt in Rosenberg berichtet, das auf andere Gemeinden ausgedehnt werden soll, um weitere Erfahrungen zu sammeln, die dieses Projekt zukunftsfähig machen wird. Die Fraktion steht hinter der Gebührenanpassung der AWN, da diese insgesamt einen sehr guten Service bei der kostenlosen Abholung vieler Abfallstoffe gewährleistet, was in vielen anderen Kreisen mit zusätzlichen Gebühren verbunden ist.

Der Kreishaushalt wurde angesprochen. Befürwortet wurde die finanzielle Unterstützung der Kommunen, ebenso die Stärkung der dezentralen Strukturen im ländlichen Raum. „Wir lassen nicht zu, dass unsere Kommunen durch die Verlegung wichtiger Ämter in Städte geschwächt wird“, so Heide Lochmann. Dass das Staatliche Schulamt nach Mannheim verlegt wurde, zeige, wie wenig sensibel auf ländlich geprägte Landkreise eingegangen wird. Daher steht die SPD-Fraktion zur Beibehaltung und zur Stärkung des gesamten Landkreises. Und es ist darauf zu achten, dass unsere Ämter und Serviceleistungen nicht nur in größeren Städten, sondern flächendeckend zur Erhaltung von Arbeitsplätzen bestehen bleiben.

In diesem Zusammenhang ist es der SPD-Fraktion wichtig, dass auch unsere Kliniken gestärkt werden. „Wir werden auch alles machbar Mögliche für den Erhalt des Standorts Hüffenhardt und der dortigen Arbeitsplätze mit unterstützen“, ergänzte Norbert Bienek.

Zum Thema Jagdsteuer, der einzigen Steuer, die der Kreis  erhebt, betonte Georg Nelius, dass es weiterhin eine ungerechte Steuer sei und Perspektiven für deren Abschaffung im Auge behalten werden, denn „wir honorieren die verantwortungsvolle Tätigkeit der Jägerschaft über ehrende Worte hinaus.“

Das letzte Thema waren die Schülerbeförderungskosten zum Thema Schwimmunterricht. „Wer immobiler und weiter weg von einem Schwimmbad ist, fährt nicht oder sehr selten zum Schwimmen“, so Dr. Dorothee Schlegel, „und das trifft auf Eltern und Familien ebenso zu wie auf die Schulen“. „Bei den Jüngsten dürfen wir nicht sparen“, fasste Karlheinz Graner die angesprochenen Themen zusammen, „ob es um Bildung, Schwimmen oder um Erziehungsberatung geht“.

Infos im Internet:
www.spd-nok.de

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