Dienstordnung „Leitende Notarztgruppe“

Neckar-Odenwald-Kreis/Mosbach. Notärzte retten Leben. Wenn sie kommen, ist zuvor ein Unglück passiert. Gerade bei „Großschadensfällen“ mit vielen Verletzten oder Erkrankten ist es wichtig, dass kompetente Menschen vor Ort sind, die den Überblick behalten und entsprechende Anweisungen geben können. Dafür braucht es Regeln.

Solche Regeln enthält unter anderem die „Dienstordnung für die Leitende Notarztgruppe des Rettungsdienstbereiches Neckar-Odenwald-Kreis“, deren komplett überarbeitete Fassung dieser Tage beim Deutschen Roten Kreuz in Mosbach von Landrat Dr. Achim Brötel übergeben wurde.

Tatsächlich gibt es „reguläre“ Notärzte und Leitende Notärzte. Bei einem medizinischen Notfall wird der reguläre Notarzt gerufen. Ist dieser Notarzt gerade bei einem anderen Notfall gebunden oder ist klar, dass das Schadensereignis langwierig und schwer einzuschätzen ist (z.B. Großbrand oder Unfall, der eine aufwändige technischer Rettung erfordert) und werden vor Ort wegen der Anzahl der Verletzten mehrere Notärzte gebraucht, dann wird  zusätzlich auch der Leitende Notarzt gerufen. Der führt zunächst keine medizinische Versorgung durch,  sondern ist für den Überblick und die Koordinierung der Hilfeleistungen bzw. die Weiterleitung in verschiedene Krankenhäuser zuständig.

Wann und wie Leitende Notärzte eingesetzt werden und andere wichtige Rahmenbedingungen werden in der neuen Dienstordnung verbindlich geregelt. Die Neufassung war durch die Novellierung des Rettungsdienstgesetzes notwendig geworden. „Mit dieser neuen Dienstordnung wird das Engagement der Leitenden Notärzte unterstrichen und deren Rolle in Bezug auf Leitung, Koordination und Überwachung der medizinischen Maßnahmen am Notfallort klar geregelt“, betonte der Landrat, der im Übrigen die Leitenden Notärzte bestellt und die Arbeit und den Einsatz der Notärzte allgemein lobte: „Dieses tolle Engagement ist gerade in einem Flächenlandkreis wie dem Neckar-Odenwald-Kreis ungemein wichtig.“ Dr. Brötel bedankte sich in diesem Zusammenhang auch bei den DRK-Kreisverbänden als den „Trägern des Rettungsdienstes“, zu denen er auch die Feuerwehren mit ihren vielen ehrenamtlichen Kräften zählte.

Privatdozent Dr. Harald Genzwürker, Chefarzt an den Neckar-Odenwald-Klinken, bedankte sich als Sprecher der Leitenden Notarztgruppe, zu der außer ihm Dr. Gunter-Hagen Hirsch, Dr. Lothar Hassling, Myriam Weltin, Dr. Jürgen Raitz, Dr. Rolf Schill und – ganz neu – Dr. Rüdiger Mahler, ebenfalls Chefarzt an den Neckar-Odenwald-Klinken, gehören. „Wir werden auch weiterhin den Rettungsdienst und den Katastrophenschutz engagiert unterstützen“, versprach Dr. Genzwürker, der gleichzeitig unterstrich, wie wichtig die Koordinierung der Einsätze vor Ort durch die Leitstelle Mosbach sei. „Die örtliche Leitstelle muss aus unserer Sicht unbedingt erhalten bleiben“, erklärte dann auch Landrat Dr. Achim Brötel

Die Leitenden Notärzte quittierten die Kenntnisnahme der Dienstordnung und erkannten sie damit für ihre Tätigkeit an. Eine Formalität, deren Auswirkungen aber im Notfall Chaos verhindern und Leben retten können.

7534
In der Leitstelle des Deutschen Roten Kreuzes in Mosbach übergab Landrat Dr. Achim Brötel (3.v.re.) die neugefasste Dienstordnung „Leitende Notarztgruppe“ an PD Dr. Harald Genzwürker, den Sprecher der Leitenden Notarztgruppe (4.v.re.). (Foto: LRA)

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de


Artikel empfehlen: