Minister Frankenberg besuchte DHBW Mosbach

(Foto: privat)

Mosbach. (ds) Auf Einladung von Rektor Prof. Reinhold Geilsdörfer besuchte Minister Prof. Dr. Peter Frankenberg gemeinsam mit dem Neckar-Odenwälder Landtagsabgeordneten und Vorsitzenden der CDU-Fraktion Peter Hauk die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mosbach.

In einem Kurzvortrag erläuterte Prof. Geilsdörfer die wichtigsten Kennzahlen zur Entwicklung der DHBW Mosbach. „Trotz Krise ist die Gesamtstudierendenzahl an der DHBW Mosbach leicht angewachsen“, so Prof. Geilsdörfer, „für nächstes Jahr rechnen wir mit einem Zuwachs von 30% durch den doppelten Abiturjahrgang“. Die Unternehmen hätten bereits die entsprechenden Plätze angemeldet. Von besonderer Bedeutung seien daher die geplanten baulichen Erweiterungen an allen drei Campus: In Mosbach wird in 2012 mit einem Neubau als Ersatz für die Containeranlage begonnen, der bis Anfang 2014 bezugsfertig sein soll. Zudem wird es bereits bis Ende 2012 einen Neubau beim Krankenhaus geben, in welchem künftig eine Mensaria und die Bibliothek untergebracht werden sollen. Auch in Bad Mergentheim soll es künftig eine eigene Mensaria gegeben, die sich bereits im Umbau befindet. In Heilbronn entsteht gerade der Bildungscampus an der Mannheimer Straße, in welchen am 1. Oktober 2011 der Campus Heilbronn umziehen wird. Bis 2015 soll die Gesamtstudierendenzahl von aktuell mehr als 2800 Studierenden auf etwa 4500 anwachsen.  Als Wunsch an die Politik formulierte Prof. Geilsdörfer weiterhin finanzielle Unterstützung, um den besonderen Anforderungen, die durch das umfangreiche Wachstum der DHBW Mosbach entstünden, gerecht zu werden.

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Eine besondere Herausforderung für die Zukunft sieht Prof. Geilsdörfer darin, dass zunehmend  junge Bachelorabsolventinnen und -absolventen Interesse an weiterbildenden Masterangeboten bekunden. Bislang hat der Aufsichtsrat der DHBW erste Masterprogramme verabschiedet, die berufsbegleitend stattfinden. Sie werden eine Praxiserfahrung von mindestens einem Jahr voraussetzen. Zudem müsse man künftig darüber nachdenken, welche gesonderten Programme man für Berufstätige bereitstellt, um den Einstieg ins Studium zu erleichtern. Gedacht seien berufsbegleitende Studiengänge, wofür sich Prof. Geilsdörfer auch weitere politische Unterstützung wünscht. „Wir wollen über diesen neuen Hochschulzugang für Berufstätige hochqualifiziertes Personal entwickeln, das sehr praxisorientiert ausgebildet ist“, so Prof. Geilsdörfer weiter.

Auch Minister Prof. Frankenberg sieht in darin eine große Chance, die allerdings spezifische Bildungsangebote voraussetze. Ein Studium mit individueller Lerngeschwindigkeit und justierbaren Praxis- und Theorieanteilen je nach Vorkenntnis sei dafür erforderlich.

Fraktionsvorsitzender Hauk zeigte sich erfreut über die überaus positive Entwicklung der DHBW Mosbach. „Die DHBW Mosbach hat sehr gute Aussichten und ist längst ein unverzichtbarer Bestandteil der Bildungslandschaft im Neckar-Odenwald-Kreis“, so die Bilanz von Peter Hauk. Er verwies darauf, dass nur in Mosbach ein Neubau verwirklicht werde. Alle anderen Standorte der Dualen Hochschule müssten „im Bestand“ wachsen.

In der anschließenden Diskussion gab Prof. Dr. Jürgen Kletti, Vorsitzender des Hochschulrats der DHBW Mosbach und Geschäftsführender Gesellschafter der MPDV Mikrolab GmbH, zu bedenken, dass die Wertigkeit des Bachelors bislang noch nicht überall in den Unternehmen angekommen sei. Minister Frankenberg ist überzeugt von der Richtigkeit des Bologna-Prozesses und der internationalen Vereinheitlichung der akademischen Abschlüsse. Unabhängig davon, ob die Bezeichnung „Diplom-Ingenieur“ wieder eingeführt würde oder nicht, werde sich an der Entscheidung, nur noch Bachelor- und Master-Grade in Baden-Württemberg zu vergeben, nichts mehr verändern. Minister Frankenberg ist davon überzeugt, dass es in Zukunft ohnehin vielmehr darum gehe, wo ein Abschluss erworben worden sei, als um dessen genaue Bezeichnung.

Die Bologna-Reform betrachtet Prof. Dr. Frankenberg als größte Errungenschaft in der Bildungspolitik, die nun konsequent weiter gedacht werden müsse. 

Dr.-Ing. E.h. Manfred Wittenstein, Unternehmer und ehemaliger VDMA-Präsident, betrachtet es als große Herausforderung für sein Unternehmen, gut ausgebildete Nachwuchskräfte mit interkulturellem Know-how für die Tochtergesellschaften im außereuropäischen Ausland zu gewinnen. Er wünscht sich von der Politik eine Prozessoptimierung, um ausländischen Studierenden den Zugang zu deutscher Hochschulbildung zu erleichtern. Auch Minister Frankenberg sieht hier Nachbesserungsbedarf, um ausländischen Studierenden den Zugang zur Hochschulbildung und ein darauf folgendes Bleiberecht zu erleichtern.

Insbesondere im Zusammenhang mit einem dualen Studium, in welchem die Unternehmen die Auswahl der Studierenden übernehmen, sei sichergestellt, dass die Studierenden Karriereziele verfolgten und einen wichtigen Zugewinn für die deutsche Wirtschaft darstellten. Dr.-Ing. E.h. Manfred Wittenstein betonte, dass es nicht nur um die Integration ausländischer Absolventen in Deutschland gehe, sondern auch darum, Nachwuchsführungskräfte mit fachlichem und kulturellen Know-how aus Deutschland für die Auslandsdependencen zu gewinnen. Prof. Dr. Frankenberg sieht dafür insbesondere eine Chance in deutschen Hochschulen, die im Ausland aufgebaut werden. Als Beispiel nannte er hierzu die deutsche Universität in Kairo, die bereits zu einem Aushängeschild für ingenieurwissenschaftliches Know-how aus Deutschland geworden sei.

Da mit künftigem Wachstum insbesondere auf den asiatischen Märkten zu rechnen sei, müssten hier noch weitere „Bildungsaußenstellen“ geschaffen werden.

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