Neckar-Schleusen unbedingt ausbauen

Landrat Dr. Achim Brötel appelliert an Bundesverkehrsminister Ramsauer, die Region beim Ausbau der Wasserstraße „Neckar“ nicht im Stich zu lassen. (Foto: LRA)

Neckar-Odenwald-Kreis. Mehrere aktuelle Presseveröffentlichungen über eine mögliche Gefährdung des Schleusenausbaus am Neckar haben Landrat Dr. Achim Brötel regelrecht aufgeschreckt und sofort zum Diktiergerät greifen lassen. Darin wird nämlich erklärt, dass das dringend erforderliche Ausbauprogramm für die 27 Schleusen auf dem Neckar zwischen Mannheim und Plochingen vielleicht doch wieder auf der Kippe stünde. Ein Programm, das insbesondere großen Containerschiffen die Befahrung des Neckar erst ermöglicht und das eigentlich längst in trockenen Tüchern zu sein schien. Zwar hat das Berliner Bundesverkehrsministerium verkündet, dass bis dato noch keine Entscheidungen gefallen seien. Landrat Dr. Brötel befürchtet allerdings doch, dass „irgendwas“ dran ist an den Überlegungen, die Schleusen nicht wie geplant auszubauen – weil die Gelder knapp sind.

Intern gebe es dem Vernehmen nach bereits eine Aufteilung des Neckars entsprechend seiner Verkehrsfunktion in drei Abschnitte: Mannheim – Heilbronn (sog. Hauptnetz), Heilbronn – Stuttgart (sog. Ergänzungsnetz) und Stuttgart – Plochingen (sog. Nebennetz). Während die Sanierung und der Ausbau der Schleusen im Hauptnetz (Mannheim – Heilbronn) seiner verkehrspolitischen Bedeutung gemäß ohne Einschränkungen fortgeführt werden solle, seien im Ergänzungsnetz nur „Optimierungen“ vorgesehen und im Nebennetz würden demnach gar keine Maßnahmen mehr durchgeführt.

Dieser Artikel ist mir was wert: [flattr btn=“compact“ tle=“Neckar-Schleusen unbedingt ausbauen“ url=“//www.nokzeit.de/?p=9005″] Was nicht nur nach Meinung des Landrats keinen Sinn macht, weil man doch den Fluss insgesamt als Wasserstraße sehen müsse und ihn nicht in Teilstrecken aufgliedern dürfe. „Diese Entwicklung erfüllt auch den Neckar-Odenwald-Kreis mit großer Sorge, obwohl wir mit den beiden Schleusen in Neckargerach-Guttenbach und Neckarzimmern im Bereich des sogenannten Hauptnetzes lägen“, schreibt der Landrat deshalb an Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer.

Und weiter: „Tatsache ist, dass ein nur bis Heilbronn realisierter Teilausbau der Neckar-Schleusen die internationale Konkurrenzfähigkeit dieser Wasserstraße insgesamt in Frage stellen wird. Alle Transporte, die über Heilbronn hinaus neckaraufwärts gehen sollen, müssten dann nämlich entweder dort auf kleinere Schiffe oder LKWs oder gleich in Mannheim auf LKWs verladen werden.“ Was die Transportkosten verteuert und verkehrspolitisch „kaum zukunftsweisend“ sei, entspricht doch das derzeitige Gesamttransportvolumen von rund acht Millionen Tonnen Gütern auf dem Neckar dem Äquivalent von mindestens 270.000 schweren LKWs, die sich dann auch noch durch das ohnehin schon hoch belastete Neckartal quälen oder auf der A 6 fahren würden.

Der Landrat bittet den Minister eindringlich, diese Aspekte bei den endgültigen Entscheidungen unbedingt zu beachten: „Lassen Sie die Region, die fest auf die Zusage der Sanierung und den Ausbau der Neckar-Schleusen vertraut hat, jetzt nicht im Stich.“ Tatsächlich drängen der Landrat und der Kreistag schon lange auf den wichtigen Ausbau. Dr. Brötel hofft auch auf potente Mitstreiterinnen und Mitstreiter: Mehrfertigungen des Briefes gingen jedenfalls unter anderem an die Umweltministerin von Baden-Württemberg, Tanja Gönner, an Wirtschaftsminister Ernst Pfister und natürlich an die örtlichen Abgeordneten Dr. Thomas Ulmer, Alois Gerig, Peter Hauk und Georg Nelius , sowie außerdem auch an den Verband Region Rhein-Neckar in Person von Verbandsdirektor Ralph Schlusche.

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de



Artikel empfehlen: