Vom Landvermesser zum Dienstleister

Vermessungsbüro „Schwing & Dr. Neureither“ feiert 80-jähriges Bestehen

Alfred Kieser übergibt den Stab an seinen Nachfolger Thorsten Schwing. (Foto: Thomas Neubert)

Mosbach. (rn) Grund zur Freude hatten dieser Tage die 30 Mitarbeiter und die Geschäftsleitung des Vermessungsbüros und Geoinformationszentrums „Schwing & Dr. Neureither“. Gemeinsam mit 200 geladenen Gästen feierten sie das 80-jährige Bestehen eines Betriebes, der als innovativer Dienstleister für Geodaten weiter auf Expansionskurs ist.

Kurz nach der Weltwirtschaftskrise im Jahr 1931 von Karl F. Leber gegründet, musste sich das Vermessungsbüro schon bald in den schwierigen Zeiten der Kriegs- und Nachkriegsjahre bewähren. Nach dem plötzlichen Tod seines Vaters übernahm Dipl.-Ing. Winfried Leber im Jahr 1961 die Büroleitung. Im Jahr 1980 kam es zur Bildung einer Sozietät mit Dipl.-Ing. Alfred Kieser. Hierdurch konnten neue Tätigkeitsfelder erschlossen und die steigende Zahl der Aufgaben bewältigt werden. Nach dem altersbedingten Ausscheiden von Winfried Leber übernahm im Jahr 1999 Dr. Matthias Neureither die Mitverantwortung. Dem Prinzip der Sozietät, der zwei Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure angehören, ist man bis heute treu geblieben – es garantiert Mitarbeitern und Auftraggebern beides: Stabilität und Innovation.

Wer das Büro bisher unter dem Namen „Kieser & Dr. Neureither“ – oder davor unter „Leber & Kieser“ kannte, darf sich nun umgewöhnen. Nach über 30 Jahren aktiver Tätigkeit scheidet Alfred Kieser aus der Sozietät aus, bleibt dem Büro jedoch mit seinem Amtssitz in Tauberbischofsheim in einer Bürogemeinschaft verbunden.

Seit dem 01. Januar 2011 ist mit Thorsten Schwing (Master of Science) ein neuer Sozius eingetreten, der als Fachmann für Facility-Management (Gebäude-Bewirtschaftung) neue Kompetenzen mit in das Büro „Schwing & Dr. Neureither“ bringt. Er wurde im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung in sein neues Amt als Öffentlich bestellter Vermessungsingenieur (ÖBVI) und in die Inhaberschaft des Büros eingeführt.
Dieser Artikel ist mir was wert: [flattr btn=“compact“ tle=“Vom Landvermesser zum „Dienstleister für Geodaten““ url=“//www.nokzeit.de/?p=9262″] Entgegen dem derzeitigen Trend in der Wirtschaft ist bei „Schwing & Dr. Neureither“ der Abbau von Arbeitsplätzen kein Thema. Vielmehr befindet sich das Büro weiter auf Expansionskurs. Neben dem angestammten Hauptsitz in der Großen Kreisstadt Mosbach wurde durch die Zulassung von Thorsten Schwing ein weiterer Amtssitz in Ilvesheim (Rhein-Neckar-Kreis) ins Leben gerufen. Zusätzlich befinden sich Ingenieurbüros der Sozietät in Bad Friedrichshall und Tauberbischofsheim. Damit können die insgesamt 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter alle vier nördlichen Landkreise des Landes Baden-Württemberg zeit- und ortsnah mit Vermessungsleistungen versorgen.

Dies ist sehr wichtig, da mit dem im Dezember 2010 vom Landtag beschlossenen neuen Vermessungsgesetz künftig 80 Prozent der hoheitlichen Vermessungen (Flurstückszerlegungen, Grenzfeststellungen, Baulandumlegungen) von Öffentlich bestellten Vermessungsingenieuren erledigt werden sollen.

Nicht nur der Name, sondern auch die Tätigkeitsfelder des Büros haben sich in den 80 Jahren seines Bestehens gewandelt und weiterentwickelt. Neben den klassischen Aufgaben in der hoheitlichen Katastervermessung sind heute Immobilienbewertung und kommunale Dienstleistungen wesentliche Standbeine eines stabilen Arbeitgebers in unserer Region.

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Die Grundstücks- und Vermessungsexperten des Büros „Schwing & Dr. Neureither“ schrecken auch vor großen Herausforderungen nicht zurück. Ein Beispiel hierfür war der Bau der Rhein-Neckar-Arena der TSG 1899 Hoffenheim. Hier wurden im Jahr 2007 alle für den Auftraggeber erforderlichen Vermessungsdienstleistungen durch die Fachleute aus Mosbach ausgeführt – selbstverständlich termingerecht, so dass der Anpfiff zum ersten Bundesligaspiel wie geplant erfolgen konnte.

Auch bei der Einführung der neuen „Gesplitteten Abwassergebühr“ steht das Team des Büros den Kommunen der Metropolregion und der Region Franken hilfreich zur Seite. Mehr als 50 Beauftragungen durch Städte und Gemeinden erfolgten innerhalb weniger Monate. Dies zeigt eine der Kernkompetenzen des Büros als Geodaten-Dienstleister beim Aufbau einer kommunalen Geodaten-Infrastruktur. Raumbezogene Daten werden für die Kommunen gesammelt, gebündelt, aktualisiert und bereitgestellt. Dies erlaubt den Verwaltungen, schnell und zuverlässig auf planungs- und entscheidungsrelevante Daten zurückzugreifen.

Zahlreiche Gäste übermittelten Grußworte, unter ihnen Vertreter von Landes– und Kommunalpolitik wie Peter Hauk, Mitglied des Landtages und Fraktionsvorsitzender der CDU in Baden-Württemberg, Georg Nelius, Landtagsabgeordneter der SPD, Hartmut Alker, Ministerialdirigent im Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz, Dr. Achim Brötel, Landrat des Neckar-Odenwald-Kreises, Michael Jann, Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Mosbach und Bürgermeister Erich Dambach als Vertreter des Gemeindetages. Auch der Präsident des Landesamtes für Geoinformation und Landentwicklung, Hansjörg Schönherr, der Landesvorsitzende des Bundes der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure in Baden-Württemberg, Dieter Seitz, und der Präsident der Ingenieurkammer, Rainer Wulle, reihten sich unter die Gratulanten ein. Sie betonten die Bedeutung des Büros als zuverlässiger Dienstleister und kompetenter Grundstücksexperte sowohl für die kommunale Verwaltung als auch für Bürgerinnen und Bürger.

In einem eigenen Festvortrag stellte der Präsident des Bundes der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure in Deutschland (BDVI), Michael Zurhorst, die regionalen Zuständigkeiten eines in Baden-Württemberg zugelassenen ÖBVIs in den größeren europäischen Kontext. Das bewährte und auf stabiler Rechtsgrundlage aufgebaute System, mit dem in Deutschland das Eigentum an Grundstücken nachgewiesen und gesichert wird, könne als Vorbild für Lösungsansätze in anderen Staaten dienen.

Nach so viel geistiger Nahrung waren die Besucher herzlich zu einer leiblichen Stärkung am Büffet eingeladen. Für den guten Ton sorgte derweil eine eigens für diesen Anlass gegründete Jazz-Band, der auch ehemalige Mitarbeiter angehören. So ließ man das Jubiläum mit angeregten Gesprächen und in angenehmer Atmosphäre ausklingen.

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