Grüne im Gespräch mit Windmüller

Hohe regionale Wertschöpfung, klima- und wirtschaftsfreundlich

Neckar-Odenwald-Kreis. (cd) „Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Trutzmauern, die anderen Windmühlen“ heißt ein Sprichwort, das die Grünen im Neckar-Odenwald-Kreis so fortsetzen „… und handeln damit klima- und wirtschaftsfreundlich.“

Dies war Thema bei einer Veranstaltung in Mosbach, zu der die grüne Landtagskandidatin Simone Heitz den finanzpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktion Dr. Gerhard Schick und Bernd Brunner, einen der Geschäftsführer der hiesigen vier Bürger-Windparks, eingeladen hatte. Diesen stellte Christine Denz als einen der Windpioniere im badischen Odenwald vor. Schon früh habe er über Alternativen zur konventionellen Energieerzeugung nachgedacht und mit anderen zusammen 1994 mit Windmessungen begonnen, als niemand sonst hier über Windenergie gesprochen habe. Durch zähe Überzeugungsarbeit in Gemeinderäten und bei Bürgermeistern und dadurch, dass aufgeschlossene innovative Menschen das Sagen bekamen, habe sich sprichwörtlich „der Wind gedreht“. Bernd Brunner betonte, dass er gemeinsam mit dem Unternehmer Uwe Steiff aus Buchen Wert auf Akzeptanz der Windkraft in den jeweiligen Gemeinden lege. So entstanden bisher vier Bürger-Windparks, der erste im Jahr 2000 in Walldürn-Altheim, mit zusammen zehn Anlagen.

Dieser Artikel ist mir was wert: [flattr btn=“compact“ tle=“Grüne im Gespräch mit Windmüller“ url=“//www.nokzeit.de“] Im Neckar-Odenwald-Kreis drehten sich jetzt insgesamt 20 Windräder, die „sauber“ knapp 30% des privaten Strombedarfs und knapp 5 Prozent des Gesamtstrombedarfs erzeugen. Besonderen Wert legte er darauf, das „viel Geld in der Region hängen bleibt“. Fast ausschließlich Menschen aus der Region beteiligten sich mit ihren Einlagen, was zur Folge habe, dass ausgeschüttete Gewinne vor Ort ausgegeben oder reinvestiert würden. Mit im Boot seien meist auch regionale Banken, die nicht nur vom Wert des Umwelt- und Klimaschutzes überzeugt seien, sondern auch von den Zinsen profitierten. Die Tiefbauarbeiten für die Windparks übernehmen hiesige Baufirmen. Und nicht zuletzt profitierten die Gemeindekassen. Als Daumenregel gelte, dass 100.000 Euro pro Megawatt innerhalb von 20 Jahren an Gewerbesteuer in den Gemeindesäckel fließe, wovon allerdings das Land einen Teil abschöpft.

Bei der Betrachtung der großpolitischen Wetterlage verwies die Diskussionsrunde auf die steigenden Ölpreise und die Unruhen im nordafrikanischen Raum. Verworfen wurde die Idee der großtechnischen Anlagen wie z. B. „desertec“ in der Wüste. Besser sei es, 100 Prozent erneuerbare Energien jeweils in den Regionen zu verwirklichen. Das Potential durch Sonne, Wind und Wasser und durch Effizienz und Einsparungen sei da, müsse nur genutzt werden. Brunner verwies darauf, dass als Folge der rasanten technologischen Entwicklungen bei Repowering Faktor 3 gelte. Der Ertrag werde verdreifacht, ohne dass man neue Standorte erschließen müsse. Die kürzlich vorgelegte Windpotentialanalyse von Wirtschaftsminister Pfister sei ein Schritt in die richtige Richtung, müsse nun aber auch konsequent umgesetzt werden und dazu dienen, dass neue Standorte erschlossen werden. Eine Verdoppelung des Windstromanteils bis 2020 auf dann landesweit 1 Prozent, wie sie das Energiekonzept Baden-Württemberg vorsehe, sei völlig unzureichend.

Simone Heitz gab Dr. Schick die Bitte mit nach Berlin, bei der anstehenden Novellierung des EEG, dem „Motor der klimafreundlichen Energiewende“, wichtige Prinzipien wie die Vorrangeinspeisung des Ökostroms beizubehalten. Dies sicherte der Abgeordnete gerne zu.

Infos im Internet:
www.simone-heitz.de

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