Kompetenzregion für nachwachsende Rohstoffe

Netzwerk Landwirtschaft tagt in Bad Mergentheim

Gemeinsam auf dem Weg zur Kompetenzregion für nachwachsende Rohstoffe – Teilnehmer des Netzwerktreffens Landwirtschaft der Bioenergie-Region H-O-T in Bad Mergentheim. (Foto: privat)

Hohenlohe-Odenwald-Tauber: Eine erste Zwischenbilanz auf dem Weg zur Kompetenzregion für nachwachsende Rohstoffe präsentierte die Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber (H-O-T) im Rahmen des Netzwerktreffens Landwirtschaft in Bad Mergentheim. Forschung und Entwicklung im Bereich Energiepflanzen laufen in der Region H-O-T auf Hochtouren. Ein gezielter Wissenstransfer soll nun vor allem Innovation und Kooperation in der Landwirtschaft fördern.


Ziel ist die stärkere Einbindung von nachwachsenden Rohstoffen in der Landwirtschaft und einer Profilierung als „Kompetenzregion“. Nachwachsende Rohstoffe stehen dabei klar im Fokus der Bemühungen. Gemeinsam ist man auf der Suche nach sinnvollen Ergänzungen zum Mais, die gute Gaserträge liefern und gleichzeitig die biologische Vielfalt fördern. Auf zahlreichen Versuchsfeldern in der Region H-O-T, wie zum Beispiel in Untermaßholderbach (Hohenlohekreis), Rosenberg (Neckar-Odenwald-Kreis) oder Grünsfeld (Main-Tauber-Kreis) werden mittlerweile verschiedene Arten von Energiepflanzen geprüft, darunter Topinambur, Wildpflanzenmischungen und die Durchwachsene Silphie, aber auch  schnellwachsende Hölzer wie Pappeln und Weiden. „Ein derartig breites Engagement ist in Baden-Württemberg einmalig“ betont H-O-T Energiepflanzenexperte Dr. Rainer Engel: „Zusammen mit dem landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg testen wir neue Energiepflanzen hinsichtlich ihrer Anbaueignung und energetischen Verwertung und um die Vielfalt auf dem Acker zu erhöhen. Inzwischen ist es uns gelungen, zahlreiche Landwirte zu gewinnen und Kooperationen aufzubauen“.

Die Weiterbildung von Landwirten zu ökologischen Energiewirten soll der Landwirtschaft neue Chancen eröffnen, da ist man sich in der Bioenergie-Region einig. Dazu gehört auch die Unterstützung der Wissenschaft. Eine Kooperation mit der Universität Hohenheim soll neue Potenziale erschließen und gewonnene Erkenntnisse in die Tat umsetzen. Erste Ergebnisse wissenschaftlicher Studienversuche in der Region H-O-T, die mit einem Innovationsgutschein des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet wurden, zeigen deutlich: rentable Energieproduktion auf dem Acker und Artenvielfalt müssen sich keineswegs ausschließen. Mit einem besonders nachhaltigen Konzept befindet man sich auf einem guten Weg.

Auch wenn die erste Zwischenbilanz sehr positiv ausfällt, dass der Weg zur Kompetenzregion für nachwachsende Rohstoffe noch viel Arbeit und Entwicklung erfordert, dessen ist sich H-O-T Geschäftsführer Sebastian Damm bewusst: „Das große Engagement der Landwirtschaft der Region ist beeindruckend. Gemeinsam werden wir auch weiterhin innovative Anbaukonzepte und Alternativen entwickeln und dabei als Schnittstelle zwischen Landwirt und Wissenschaft auf einen ausgeprägten Wissenstransfer setzen“. Für viele Landwirte der Region ist die Produktion von Bioenergie aus nachwachsenden Rohstoffen bereits zu einem wichtigen zweiten Standbein geworden. Die „Energie vom Acker“ hat in der Bioenergie-Region noch viel Potenzial, gemeinsam will man auch weiterhin versuchen, dies zu nutzen.

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