Amselsterben: Neue Erkenntnisse erwartet

Zählung zwischen Hoffen und Bangen – NABU erwartet neue Erkenntnisse durch bundesweite Zählaktion für Jedermann

Amselmännchen bei der Futtersuche. (Foto: L. Kenzel/Wikipedia)

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Stuttgart. (pm) Der NABU ruft vom 6. bis 8. Januar deutschlandweit die „Stunde der Wintervögel“ aus: Alle Naturfreunde sind aufgerufen, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und für eine zentrale Auswertung zu melden. Der NABU möchte daraus neue Erkenntnisse über schleichende Veränderungen in der Vogelwelt gewinnen und entsprechende Schutzstrategien aufbauen.

Mit besonderer Spannung erwartet der NABU in Baden-Württemberg in diesem Jahr die Zählergebnisse bei den Amseln. Im Sommer 2011 hatte das afrikanische Usutu-Virus unter den Amseln im Südwesten Deutschlands gewütet. Betroffen war insbesondere der nördliche Oberrheingraben, aber auch der Odenwald, wie hiesige Naturschützer erklären. „Vogelkundler gehen davon aus, dass das Virus einige 100.000 Amseln getötet hat. Nach diesem dramatischen Sommer erhoffen wir uns jetzt Hinweise darauf, wie die Situation insgesamt ist“, sagt Hannes Huber vom NABU-Landesverband Baden-Württemberg. Der NABU schwanke zwischen Hoffen und Bangen: Einerseits sei bekannt, dass sich Amseln unter guten Bedingungen rasch von Bestandeinbrüchen erholen können und jetzt im Winter auch viele Tiere aus anderen Regionen einfliegen. Zudem könnten die Vögel binnen weniger Jahre immun werden gegen das Virus. Andererseits wisse niemand genau, wie viele Tiere tatsächlich umgekommen sind. „Immerhin: Ich habe im neuen Jahr bereits einzelne Amseln gesehen. Das macht Mut“, berichtet Huber.


Im Mittelpunkt der Aktion stehen neben der Amsel vor allem weitere vertraute und häufige Vogelarten wie Kohl- und Blaumeise, Haussperling oder Star. Wo kommen sie vor? Wo sind sie häufig und wo selten geworden? Wie wirkt sich der Klimawandel aus? Je mehr Menschen ihre Beobachtungen zusammentragen, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse. „Ich bitte daher alle Menschen, am Aktionswochenende bei der Stunde der Wintervögel mitzumachen. Das ist nicht nur wissenschaftlich für unsere Vogelexperten wertvoll, sondern macht ganz einfach auch viel Spaß“, sagt Huber.

Bereits bei ihrer ersten Auflage 2011 war die „Stunde der Wintervögel“ mit 85.000 Teilnehmern und rund 2,6 Millionen gemeldeten Vögeln die größte naturkundliche Mitmachaktion in Deutschland. Eine besondere Qualifikation außer dem Interesse an der Vogelwelt ist für die Teilnahme nicht erforderlich. Weitere Infos sowie Porträts der häufigsten Arten stehen online zur Verfügung. Auch die Auswertung der Meldungen ist im Internet live zu verfolgen.


Und so wird es gemacht: Von einem ruhigen Plätzchen aus wird von jeder Art die höchste Zahl notiert, die im Laufe einer Stunde entdeckt werden kann. Die Beobachtungen können per Post, Telefon (kostenlose Rufnummer am 7. und 8. Januar von 10 bis 18 Uhr geschaltet: 0800-1157-115) oder einfach im Internet gemeldet werden. Einsendeschluss ist der 16. Januar 2012. Unter den Teilnehmern werden zahlreiche Preise verlost.

Infos im Internet:
www.stundederwintervoegel.de

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