40 Jahre Gemeinde Seckach

von Liane Merkle

Leoni Kaspar und Milena Matejcek umrahmten den Empfang musikalisch.

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Seckach. Unter dem Jahresmotto ,,Klopft an Türen, pocht auf Rechte“ eröffneten die Sternsinger der katholischen Kirchengemeinde ,,St. Laurentius“ Großeicholzheim traditionsgemäß und doch fetzig rappig den Neujahrsempfang der Gemeinde Seckach in der sehr gut besuchten Seckachtalhalle.

Nach Liedvorträgen des Gesangverein Sängerbund Seckach unter der Leitung von Christa Parstorfer oblag es Bürgermeister Thomas Ludwig, die zahlreichen Gäste und Ehrengäste willkommen zu heißen und ihnen für ihre Verbundenheit zur Gesamtgemeinde Seckach zu danken. Wenngleich sechs Tage zu spät, so stand dieser Neujahrsempfang auch im Zeichen des 40. Gründungstages der Gemeinde in ihrer heutigen Ausprägung. Aus diesem Grund galt ein besonderer Willkommensgruß allen Seckacher Bürgern des Jahrganges 1972, die zu diesem Anlass als „Zeitzeugen“ der vergangenen vier Jahrzehnte gesondert eingeladen waren. Auch namens des Gemeinderates und der Verwaltung konnte Bürgermeister Ludwig neben Landrat Dr. Achim Brötel und MdB Alois Gerig auch zahlreiche Bürgermeister angrenzender Gemeinden und aus der Städtepartnerschaft mit Reichenbach, Vertreter der Partnerschaft mit Schüttwa und der Patenschaftseinheit der Bundeswehr aus Walldürn begrüßen. Ein weiterer Willkommensgruß galt den Ehrenbürgern Pfarrer Herbert Duffner und Ekkehard Brand und den Vertretern aus der Kommunalpolitik, Kirchen, Vereinen, der Wirtschaft und aus der Gesellschaft.

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Die Gäste in der Seckachtalhalle. (Foto: Liane Merkle)

Im Rahmen eines anschaulich gestalteten Rückblicks auf Grundlage einer von Reinhard Eckl zusammengestellten Bildpräsentation über die Aktivitäten und Vorkommnisse im vergangenen Jahr, resümierte Ludwig eingangs über die viel diskutierte Neuordnung der Wasserversorgung und den inzwischen endlich, nach vielen Jahren der Planungen und Anträge, fertig gestellten Ausbau der Landesstraße zwischen Seckach und Großeicholzheim.

Als weitere Schwerpunkte (wir berichteten bereits ausführlich) wurden genannt, der ebenfalls inzwischen fertig gestellte Ausbau der Kreisstraße nach Eberstadt, die Fahrbahnerneuerung an der Landesstraße zwischen Seckach und Bödigheim, Renovierungs- und Ausbaumaßnahmen am Bahnhof in Seckach, die Breitbandversorgung als wichtiger Bestandteil einer modernen und funktionierenden Infrastruktur und der zweite Bauabschnitt des Baugebietes „Weisbäumlein II“, wo bereits sechs der sieben neuen Bauplätze verkauft wurden.


Einen breiten Raum im vergangenen Jahr nahmen Sanierungsprojekte und Neugestaltungen in allen Ortsteilen ein. So ging Bürgermeister Ludwig auch auf die Neuordnung der Ortsmitte in Zimmern, das Sanierungsgebiet „Ortsmitte Seckach II“ und in der Bahnhofstraße mit dem gemeindeeigenen Wohnhaus ein.

Als zweites großes kommunales Projekt nahm man die Neugestaltung des Bahnhofgeländes und der Bahnhofstraße in Angriff, wobei allerdings für eine Neunutzung mit Modernisierung des ehemaligen Empfangsgebäudes am Seckacher Bahnhof trotz intensiver Bemühungen noch keine Lösung gefunden wurde. Einen entscheidenden Schritt wolle man demnächst in enger Kooperation mit den Anwohnern in Sachen Hochwasserschutz in den Ortslagen Seckach und Zimmern unternehmen.

Als wichtigen Stellenwert in der Gemeinde sehe man nach wie vor die Angebote in Betreuung und Bildung an, wo die Umwandlung des ansonsten von der Schließung bedrohten Kindergartens „Haus Sonnenschein“ in Zimmern in eine Kindergrippe anstehe und die gemeinsame Werkrealschule Billigheim-Schefflenz-Seckach weiter an Bedeutung gewinne. „Seit über 60 Jahren ein Kleinod der Bildung mit besonderem Profil ist die Grundschule in Großeicholzheim und dass gerade in solchen kleinen Schulen Beachtliches geleistet werden kann, bewies die Schule wieder einmal im Sommer, als sie beim Wettbewerb der Volksbank Mosbach Umweltpreise im Gesamtwert von 2.200 Euro einheimsen konnte“, sagte der Bürgermeister. Weiter erwähnte er die Gründung der Bürger-Energie Großeicholzheim, den gut funktionierenden „Lokale-Agenda-Prozess“ mit viel Engagement und Sachverstand seitens der ehrenamtlich beteiligten Bürgerinnen und Bürger und den weiteren Ausbau der technischen Leistungsfähigkeit bei den einzelnen Feuerwehren. Die Haushaltswirtschaft der Gemeinde habe sich auch dank einer kontinuierlichen Verminderung der Schulden weiter verbessert und nicht ohne gewissen Stolz betonte Ludwig noch, dass man in den vergangenen 40 Jahren nicht weniger als 81 Mio. Euro in der Großgemeinde Seckach habe investieren können.


Zahlreiche Veranstaltungen mit regionalem und auch überregionalem Charakter hatten das gesellschaftliche Miteinander weiter geprägt, was auch ein großer Verdienst der verschiedensten Vereine, Gruppierungen und Institutionen sei. „Seckach konnte seine Entwicklungschancen während der vergangenen vier Jahrzehnte eindrucksvoll nutzen und zwar vor allem deswegen, weil bei uns das Einende und nicht das Trennende im Mittelpunkt des Handelns stand und steht. Deshalb auch der Slogan der Gemeinde: Seckach verbindet“, betonte Thomas Ludwig am Ende seines Rückblicks.

Nach einem musikalischen Beitrag von Leonie Kaspar und Milena Matejcek von der Musikschule Bauland nutzte Ludwig nach vorangegangenem Beschluss des Gemeinderates den Neujahrsempfang, um gleich vier Mitglieder dieses Gremiums für ihr langjähriges vorbildliches Engagement im Auftrag des Gemeindetages Baden-Württemberg auszuzeichnen.

Mit der Ehrennadel des Gemeindetages für mehr als zehnjähriges Wirken als Mandatsträger in der Kommunalpolitik wurden Rita Bischoff aus Seckach, Martin Müller aus Seckach und Reiner Müller aus Großeicholzheim ausgezeichnet. Auf insgesamt 27 Jahre kommunalpolitische Tätigkeit kann Norbert Richter aus Seckach stolz sein, wofür er als Dank und Anerkennung neben der Ehrennadel und Ehrenurkunde noch mit der Ehren-Stele des Gemeindetages Baden-Württemberg ausgezeichnet wurde. Zusätzlich erhielten die Geehrten ein Präsent seitens der Gemeinde.

In den anschließenden Grußworten von Landrat Dr. Achim Brötel, MdB Alois Gerig, Bürgermeister Andreas Böer und Pfarrer Ingolf Stromberger wurden nicht nur die Glückwünsche zum 40. Geburtstag der Gesamtgemeinde Seckach hervorgehoben, sondern vor allem das Geleistete und das ausgeprägte ehrenamtliche Engagement gewürdigt. Als Daueraufgabe gelte nach wie vor die Schaffung und Erhaltung zukunftsfähiger Strukturen und dies gerade im ländlichen Raum, wo man sich besonders in Sachen erneuerbaren Energien vor den so genannten Metropolregionen nicht zu verstecken brauche.

Landrat Dr. Brötel: „Aufgrund unserer inzwischen umgesetzten Energiekonzepte sind wir sogar zentral wichtige Motoren einer nachhaltigen Entwicklung für das gesamte Land, wozu auch Seckach seinen Beitrag leistet“. Alois Gerig betonte die Zuversicht der Seckacher mit dem wohltuenden Fehlen jeglichen Klagens, Andreas Böer den Teamgeist und die Vorbildfunktion der Partnergemeinde und Ingolf Stromberger bewunderte die Offenheit der Mitbürger für Neues ohne Traditionelles zu vergessen. Nach dem Schlusswort des 1. Bürgermeisterstellvertreters Norbert Richter mit seinem Dank an alle, die zum Gelingen des Neujahrsempfangs beigetragen hatten, lud die Gemeinde zu einem gemeinsamen Stehempfang ein.

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Unser Bild zeigt von links: Bürgermeister Thomas Ludwig mit den Geehrten Reiner Müller, Rita Bischoff, Norbert Richter. (Foto: Liane Merkle)

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