Hohes Innovationspotenzial für Bildung

Kreisvorstand der Grünen zur Bildungspolitik – MdL Sandra Boser kommt

Mosbach. (cd) Im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Kreisvorstands von Bündnis 90/ Die Grünen stand die Bildungspolitik und die anstehenden Veränderungen in Land und Kreis. Intensiv diskutierte man die beschlossene Abschaffung der Grundschulempfehlung, die Chancen von Gemeinschaftsschulen und die Wiedereinführung der 13-jährigen Schulzeit durch den G8plus-Schulversuch. Im Landkreis zeige sich ein hohes Innovationspotential, weil sich einige Schulen für diese Projekte bereits konzeptionell vorbereitet und gemeldet hätten, so die beiden Kreisvorsitzenden Christine Böhm und Christine Denz. Zudem verwies Christine Böhm auf den öffentlichen Vortrag von Sandra Boser am 31. Januar von 19 bis 21 Uhr im „Prinz Carl“ in Buchen. Die Landtagsabgeordnete Sandra Boser ist bildungspolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion.

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Die Abschaffung der Grundschulempfehlung benötige viel Beratungsarbeit durch die Lehrkräfte, stärke und fordere aber auch die Verantwortung der Eltern bei der Entscheidung, welche Schule ihr Kind künftig besuchen solle und bezüglich der weiteren Schullaufbahn ihrer Kinder. Großes Ziel der Grünen sei, Chancengerechtigkeit durch vermehrte Angebote zu erhöhen; denn heute sei mehr denn je der Bildungsgrad und die soziale Herkunft der Eltern ausschlaggebend für den Schulabschluss ihrer Kinder – ein Zustand, den OECD-Studien nachwiesen und der geändert werden müsse! Begrüßt wurden die Überlegungen von Schulen aus dem Landkreis wie z. B. aus Haßmersheim, sich zur Gemeinschaftsschule zu entwickeln. Diese Schulen können sich – abgestimmt auf die jeweilige lokale Situation – schrittweise verändern und selbstbestimmter als bisher agieren. Die Landesregierung hat im Dezember 2011 die Eckpunkte veröffentlicht; der Landtag berät und beschließt demnächst im Februar. „Schulen sind besonders wichtige Standortfaktoren und Verankerungsorte für ländliche Gemeinden“, betonte Vorstandsmitglied Siglinde Mack, die selber Lehrerin ist.


Besondere Beachtung fand auch das ausgereifte G8plus-Konzept des Auguste-Pattberg-Gymnasiums in Mosbach-Neckarelz. Die damalige Veranstaltung mit Renate Rastätter und Simone Heitz in der Landtagswahlkampagne mit dem Arbeitskreis aus Lehrern und Eltern zum „Mosbacher Modell G8plus“ werde bis heute in Gesprächen fortgesetzt. Viele Eltern und SchülerInnen seien mit dem achtjährigen Gymnasium sehr zufrieden, aber nicht wenige klagen über Überlastung durch zu viel Lernstoff. Durch G8plus soll nun besonders durch individuelle Förderung und durch die zeitliche Entzerrung und Vertiefung des Unterrichtsstoffes in den Klassen 7 bis 10 Abhilfe geschaffen werden. „Das Schulkonzept der ‚Rebellenschule‘ ist vom früheren Schulminister Rau ohne Angabe von Gründen  zurückgewiesen worden. Wegen seiner Stringenz sollte diese Schule nach unserer Auffassung gerade in den Kreis der Modellschulen aufgenommen werden,“ betonte abschließend Vorstandsmitglied und Fachfrau Siglinde Mack.

Infos im Internet:
www.gruene-nok.de

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