„Windkraft nicht mehr zu stoppen“

S.U.N. e.V. mit dem ersten MPS Energie Gespräch „Windkraft“
Christine Denz (l.), Vorsitzende von S.U.N. e. V. bedankt sich bei Bernd Brunner, Uwe Steiff, beide Geschäftsführer von WindEnergie S & H GmbH sowie Josef Staudt, Erster Vorsitzender des Vorstands der MPS-Rhein-Neckar (v. l.). (Foto: Brunhild Woessner)

Mosbach. (cd) Wind bewegt nicht nur Windräder, sondern auch die Gemüter. Bestens festzustellen beim ersten MPS Energie Gespräch in Mosbach. MPS steht für „MetropolSolar Rhein-Neckar“, ein Netzwerk, dass sich seit seiner Gründung 2006 für die vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien in der Region einsetzt. Ebenso arbeitet der Neckar-Odenwälder Verein S.U.N. seit 1997 an diesem ambitionierten Ziel, wie S.U.N.-Vorsitzende und Ideengeberin Christine Denz eingangs erläuterte.

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Als Referenten waren Bernd Brunner und Uwe Steiff, beide Geschäftsführer der WindEnergie S & H GmbH gekommen. Die Planer und Betreiber von vier Bürgerwindparks im Neckar-Odenwald-Kreis, allesamt im Altkreis Buchen, stellten fest, dass ihnen bei der Planung und Erstellung des ersten Windparks 2000 auf der Altheimer Höhe „der Wind noch kräftig ins Gesicht blies“. Doch mit Kompetenz und Beharrlichkeit sei es gelungen, hiesige Bürgermeister, Gemeinderäte, Bürger und Investoren zu überzeugen. Derzeit gibt es sieben Windparks im Neckar-Odenwald-Kreis mit 22 Windkraftanlagen, die jetzt bereits 33 Prozent des Privatstroms oder 5,2 Prozent des Gesamtstroms im Kreisgebiet liefern. Und die Entwicklung geht weiter so Brunner: „Jetzt sind wir nicht mehr zu stoppen!“


Da die bisherige Nabenhöhe mit rund 100 Metern bisher nur die Errichtung von Windkraftanlagen im freien Gelände erlaubte, waren die potenziellen Standorte auf landwirtschaftlich genutzte Flächen begrenzt. Doch technisch werden nach Meinung der beiden Fachleute zukünftig Gesamthöhen von 190-200 Metern möglich. „Je höher die Anlagen sind, desto konstanter ist die Windausbeute, desto ruhiger laufen sie und desto weniger Standorte und Anlagen benötigt man“, so Brunner. Somit rücken auch Waldstandorte in den Fokus des Interesses. Immerhin sind 42 Prozent des Neckar-Odenwald-Kreises bewaldet. Da sich darunter auch große Flächen im kommunalen und Staatsbesitz befinden, eröffnen sich neue Möglichkeiten, „dezentral“, also unabhängig von Stromkonzernen, erneuerbare Energien zu erzeugen, führte Steiff aus. Dabei ist im Kreis nach seiner Aussage „das Windpotential relativ bescheiden“. Mit Konfliktfeldern wie dem Landschaftsbild, dem Naturschutz und dem Umgang mit dem Ökosystem gehen Brunner und Steiff in der Praxis ganz offen um.

Wobei S.U.N.-Vorsitzende Christine Denz in der anschließenden, äußerst lebhaften Diskussionsrunde die Windkraft als „unbedingt notwendig“ bezeichnete, gelte es doch, die Erderwärmung zu stoppen. Eine Teilnehmerin aus Schleswig-Holstein verstand die Aufregung im Süden der Republik überhaupt nicht. Für sie stehen die norddeutschen Windparks für eine moderne, saubere und innovative Landschaft. Überhaupt war Denz mit dem Verlauf des Abends äußerst zufrieden, denn das Publikum tauschte sich auch weit nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung noch angeregt aus.

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