Mehr Geld für sozialpsychiatrische Dienste

MdL Charlotte Schneidwind-Hartnagel:  „Ambulante Versorgung psychisch Kranker wird immer wichtiger“. (Foto: privat)

Stuttgart. (pm) Für diese Unterstützung Stärkung der ambulanten Versorgung gibt es nach Auffassung der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden und Frauenpolitischen Sprecherin Charlotte Schneidewind-Hartnagel gute Gründe: „Seit Jahren ist eine signifikante Zunahme psychischer Erkrankungen zu beobachten. So wurde in den letzte 20 Jahren einen Steigerung um 129 Prozent festgestellt. Hinter dieser Zahl verbergen sich Schicksale, die man in seinem persönlichen Umfeld kennt, ist doch  mindestens jeder dritte Bürger einmal im Laufe seines Lebens behandlungsbedürftig psychisch erkrankt. Aus Erfahrung wissen wir, wie wichtig in diesem Zusammenhang sorgsam gestellte Diagnosen sowie eine individuelle und wohnortnahe Behandlung und Begleitung des einzelnen Menschen sind.“

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Sozialpsychiatrische Dienste stellen nach Auffassung der Grünen im Landtag einen wichtigen Baustein in der ambulanten Versorgung von psychisch kranken und seelisch behinderten Menschen dar. „Gerade diese wohnortnahe Versorgung ist es, die viele psychisch Kranke dringend benötigen“, so Schneidewind-Hartnagel weiter. Begleiten gerade diese Dienste psychisch kranke Menschen, die Schwierigkeiten haben, ihren Alltag alleine zu bewältigen und einer geregelten Arbeit nachzugehen. Mit Beratung Gesprächen sowie regelmäßigen Kontakten wird Unterstützung zuteil, während sich auf der anderen Seite  teure Klinikaufenthalte vermeiden lassen. „Die Sozialpsychiatrischen Dienste zeichnen sich durch ihre unbürokratische Herangehensweise und ihre Niederschwelligkeit aus. Sie holen Menschen dort ab, wo sie stehen bzw. zuhause sind. Die Mitarbeiter sind auch kurzfristig erreichbar und helfen dadurch Menschen, die in unserer Gesellschaft leider kaum eine Lobby haben“, beschreibt die Eberbacher Abgeordnete die wichtigen Funktionen der Dienste auch im gesamtgesellschaftlichen und wirtschaftlichen Sinn.

Psychische Belastungen durch gesellschaftlichen und beruflichen Stress und systematische Reizüberflutung durch neue Medien haben stetig zugenommen. Die Tragfähigkeit sozialer Beziehungen wird heute häufiger denn je auf die Probe gestellt, sodass immer mehr Menschen erkranken und somit auf außerfamiliäre Hilfe und Unterstützung angewiesen sind. „Auf diese veränderten Rahmenbedingungen kann man am besten mit einer gemeindenahen, ambulanten psychiatrischen Versorgung reagieren“, stellt Schneidewind- Hartnagel fest.

Die Erhöhung der Mittel für die Sozialpsychiatrischen Dienste ist hier nur der Anfang für einen gesellschaftlichen Aufbruch. Gehört es doch zu den zentralen Anliegen grüner Gesundheits- und Gesellschaftspolitik, die Bedürfnisse psychisch kranker Menschen in den Mittelpunkt des politischen Handelns zu rücken. Die grüne Fraktion will deshalb ein umfassendes „Psychisch Kranken Hilfegesetz“ mitgestalten, das sich an den Selbstbestimmungsrecht der betroffenen Menschen orientiert und einen einklagbaren Anspruch auf erforderliche Hilfen enthalten soll.

Am 13. Februar 2012 veranstaltet die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen dazu eine Anhörung im Landtag in Stuttgart.

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