Neckarschleusen werden ausgebaut

Der Bund investiert kräftig, damit künftig 135m lange Schiffe den Neckar umweltfreundlich befahren können. (Foto: WSA)

Heidelberg. (pm) Im Rahmen einer Informationsveranstaltung zum Ausbau der Neckarschleusen am Monta berichteten die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest (WSD SW), das Amt für Neckarausbau Heidelberg (ANH) sowie die Wasser- und Schifffahrtsämter Heidelberg und Stuttgart (WSA HD und S) über die umfangreichen Investitionsmaßnahmen in den kommenden Jahren.

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Zahlreich waren Bürgermeister und Landräte der Einladung des Verbands Region Rhein-Neckar, des Regionalverbands Heilbronn-Franken und der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest (WSD SW) zum weiteren Ausbau der Neckarschleusen gefolgt. Nach einer kurzen Begrüßung seitens des einladenden Verbandsdirektors Ralph Schlusche, der auf die Aufwertung der Region Neckar durch den Ausbau der Schleusen hinwies, informierte Martin Schüle von der WSD SW über die jährlichen Ausgaben des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) für den Neckar und die vom BMVBS dem Haushaltsausschuss im 2. Bericht vorgeschlagene künftige Kategorisierung der Bundeswasserstraßen. „Durchschnittlich investiert der Bund 33 Mio. Euro pro Jahr für die Bauwerke am Neckar. Der Neckar gehört nach dem Rhein und drei weiteren Wasserstraßen mit einem durchschnittlichen jährlichen Gütertransport von 7,5 Mio. t zu den bedeutendsten Flüssen in Deutschland. Mit einem zu erwartenden Anstieg des Verkehrs auf Straße, Schiene und Wasserstraße, muss auch der Neckar für größere Schiffe ertüchtigt werden“, erklärte Dipl.-Ing. Martin Schüle. Der erste Schritt wird nun im Folgenden die Ertüchtigung des Neckars für das 135-m-Schiff bis zum Hafen Heilbronn sein. Dies betrifft die Schleusenanlagen Mannheim/Feudenheim, Schwabenheim, Heidelberg, Neckargemünd, Neckarsteinach, Hirschhorn, Rockenau, Guttenbach, Neckarzimmern, Gundelsheim und Kochendorf.


Parallel erfolgt die Grundinstandsetzung der Schleusen, Wehre, Hochwassersperrtore und Seitenkanäle am gesamten Neckar bis Plochingen. In einem zweiten, zeitlich noch nicht absehbaren, Schritt möchte der Bund die Schleusen zwischen Heilbronn und Plochingen verlängern.

Im Rahmen des Vortrags von Robert Wiest und Björn Berlenbach (beide ANH) wurden die zukünftigen „Investitionsmaßnahmen“ des ANH näher beleuchtet. Dabei stand die Herangehensweise bei der Verlängerung der Schleusen zwischen Mannheim und Heilbronn voraussichtlich bis 2026 im Mittelpunkt. Voraussichtlich 260 Mio. Euro wird der Bund in den nächsten Jahren für die Ertüchtigung des Neckars für das 135-m-Schiff und die Grundinstandsetzung mindestens einer Schleusenkammer am gesamten Neckar investieren. Hinzu kommen weitere ca. 800 Mio. Euro für die Sanierung (oder den Neubau) der Wehre. Dieses Programm dauert voraussichtlich bis 2058. 80 Mio. Euro sind für die Errichtung von Fischaufstiegsanlagen vorgesehen. Über das regelmäßige und jährliche Schleusen- und Wehrreparaturprogramm berichtete der Amtsleiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Heidelberg (WSA HD), Jörg Huber, dessen Amt für die Unterhaltung der Verkehrswasserbauwerke am Neckar zwischen Mannheim und Heilbronn zuständig ist. Er betonte die Erhaltung des Neckars als multifunktionalen Lebensraum. „Kein anderer Transportweg ist gleichzeitig Verkehrsträger, ökologischer Lebens- sowie Freizeit- und Erholungsraum“, verdeutlichte Dipl.-Ing. Jörg Huber. Bis zur Grundinstandsetzung oder dem Neubau von Bauwerken durch das ANH sieht sich das WSA HD in der unterstützenden Funktion die umfangreichen Schleusen- und Wehranlagen am Neckar bestmöglich zu unterhalten. „Mit dem Neubau oder der Sanierung erfahren wir auch eine Erleichterung in der Unterhaltung der Bauwerke“, so Jörg Huber.


In wie weit sich auch die EU mit Hilfe von Fördermitteln für zeitlich koordinierte und aufeinander abgestimmte Investitionsplanungen zur 468Sanierung eines Walzenwehres_Wehr Wieblingen Instandsetzung der Böschungen und ökologischen Umgestaltung der Uferrandzonen zwischen Kommune und Bund einsetzt, erläuterte der Amtsleiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Stuttgart (WSA S), Walter Braun, am Beispiel des EU-Förderprojekte „My favourite river“. Dieses Projekt findet derzeit seine Anwendung im Bereich der Flachwasserzonen der Stadt Ludwigsburg und im Bereich der Stadt Remseck am Neckar. Beide Städte liegen im Zuständigkeitsbereich des WSA S, der von Heilbronn bis Plochingen reicht. In der anschließenden Diskussionsrunde konkretisierten einige Bürgermeister den Wunsch nach detaillierten Informationen über die jeweiligen Einzelmaßnahmen und ihre Umsetzung. Das ANH wird diesem Wunsch demnächst nachkommen.

Abschließend betonte Klaus Mandel, Verbandsdirektor des Regionalverbandes Heilbronn-Franken, die stets offene Kommunikationspolitik der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes und forderte keine zeitlichen Verzögerungen hinsichtlich der Verlängerung der Schleusen, auch am oberen Neckar.

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