Girls' Day und Boys´ Day 2012

Mut machen für „ungewöhnliche“ Berufe

Wie hier bei einer Baufirma in Stuttgart, bei der Mädchen auf einer Baustelle zugange sind, sollen am Girls´Day am 26. April entsprechende Unternehmen auch im Neckar-Odenwald-Kreis ihre Labore und Werkstätten öffnen, um interessierten Mädchen einen Einblick in technische Arbeitswelten zu geben. Jungen dürfen sich am gleichen Tag in „typisch weiblichen“ Berufsfeldern umschauen. (Foto: Züblin AG/www.girls-day.de)

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Neckar-Odenwald-Kreis. An jedem vierten Donnerstag im April – 2012 fällt dieser Tag auf den 26. April – öffnen vor allem technische Unternehmen, Betriebe mit technischen Abteilungen und Ausbildungen, Hochschulen und Forschungszentren in ganz Deutschland ihre Türen für Schülerinnen ab Klasse 5 (Alter 10 bis 15 Jahre). Auch der Neckar-Odenwald-Kreis ist wieder dabei.

Die Mädchen lernen am sogenannten „Girls’ Day“ Ausbildungsberufe und Studiengänge in Technik, IT, Handwerk und Naturwissenschaften kennen, in denen Frauen bisher selten vertreten sind. Der Girls’ Day ist das größte Berufsorientierungsprojekt für Schülerinnen:  Seit 2001 haben bundesweit weit über 1.000.000 Mädchen teilgenommen. Allein 2011 erkundeten mehr als 120.000 Mädchen Technik und Naturwissenschaften, fast 10.000 Unternehmen und Organisationen waren auf der „Aktionslandkarte“ eingetragen.


Tatsächlich verfügt die junge Frauengeneration in Deutschland über eine besonders gute Schulbildung. Dennoch entscheiden sich Mädchen noch immer überproportional häufig für „typisch weibliche“ Berufsfelder oder Studienfächer. Damit schöpfen sie ihre eigentlichen Berufsmöglichkeiten überhaupt nicht aus; parallel dazu fehlt den Betrieben gerade in technischen und techniknahen Bereichen zunehmend qualifizierter Nachwuchs. Ingenieurin statt Germanistin, Tischlerin statt Friseurin – warum nicht?

Technische Firmen, Hochschulen, Forschungszentren und ähnliche Einrichtungen tragen im Vorfeld spezielle Girls´ Day-Veranstaltungen auf der Aktionslandkarte unter www.girls-day.de ein. Dabei öffnen Unternehmen und Organisationen am Aktionstag alle Bereiche, in denen Frauen bislang unterrepräsentiert sind: Labore, Büros, Werkstätten. In Workshops und bei Aktionen gewinnen die Mädchen Einblick in die Praxis verschiedenster Bereiche der Arbeitswelt und erproben praktisch ihre Fähigkeiten im technischen Bereich. Sie erhalten direkte Antworten auf ihre Fragen und können erste Kontakte knüpfen.


Ganz nebenbei geht es auch darum, die Öffentlichkeit und Wirtschaft auf die Stärken der Mädchen aufmerksam zu machen. Tatsächlich verzeichnen gerade Unternehmen, die erfolgreich spezielle „Mädchen-Tage“ realisierten, eine steigende Anzahl junger Frauen, die bei ihnen in einen technischen oder techniknahen Beruf einsteigen.

Und die Jungen? Für Jungen ab der 5. Klasse findet parallel zum Girls‘ Day seit 2011 auch der „Boys’ Day – Jungen-Zukunftstag“  statt.  Der Ablauf ist ähnlich, nur lernen die Jungs an diesem Tag eben „typisch weibliche“ Berufe vor allem in den Bereichen Erziehung, Soziales, Gesundheit und Pflege kennen. Oder sie besuchen Angebote zu den Themen Lebensplanung und soziale Kompetenzen, Näheres dazu unter www.boys-day.de.

Beide Aktionstage werden von verschiedenen Ministerien, vom Europäischen Sozialfond und von einer Vielzahl von Initiativen, Organisationen und Unternehmen  auf politischer und wirtschaftlicher Ebene gefördert und auf Bundesebene koordiniert.  Die stark frequentierten Homepages werden täglich aktualisiert und informieren  zu allen Fragen von Teilnehmerinnen und Teilnehmern, von Unternehmen und Organisationen, von Lehrkräften und Eltern. Dort können sich Unternehmen mit ihren Aktionen und teilnehmende Mädchen und Jungen eintragen. Adelheid Knoll, die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, begrüßt die Aktionstage ausdrücklich: „Das ist eine tolle Sache, die hoffentlich auch bei uns im Kreis wieder auf eine große Resonanz stößt.“

Infos im Internet:
www.girls-day.de
www.boys-day.de

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