Lokales Erinnern ist bester Verfassungsschutz

Das Bild zeigt von links: Bernhard Edin und Dorothee Roos von der KZ-Gedenkstätte Neckarelz mit der grünen Landtagsabgeordneten Charlotte Schneidewind-Hartnagel bei der Ausstellung im Landtagsfoyer. (Foto: privat)

Stuttgart/Neckarelz. (pm) MdL Charlotte Schneidewind-Hartnagel: „Wir sind es den Opfern schuldig, endlich offensiv gegen Rechtsextremismus und alle rechtspopulistischen Grauzonen, die ihn stärken, vorzugehen.“ Am 27. Januar 1945 befreite die sowjetische Rote Armee die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Mit einer zentralen Gedenkfeier in Stuttgart erinnerte der Landtag von Baden-Württemberg am Freitag an die Opfer des Nationalsozialismus. Dazu erklärt Charlotte Schneidewind-Hartnagel, stellvertretende Vorsitzende und frauenpolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Grüne:

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„Wir gedenken an diesem Tag der Opfer des Nationalsozialismus: der sechs Millionen Jüd_innen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft systematisch ermordet wurden, der Roma und Sinti, der Menschen mit Behinderungen, der Kommunist_innen und Sozialdemokrat_innen, der Gläubigen und Homosexuellen, die von den Nationalsozialisten verfolgt, gequält, gefoltert und ermordet wurden. Wir drücken unsere tief empfundene Solidarität mit den Überlebenden des Nationalsozialismus und ihren Familien aus. In Gedanken sind wir auch bei den Frauen und Männern des Widerstandes und den vielen alliierten Soldat_innen, die entschlossen gegen den nationalsozialistischen Terror gekämpft und dabei großes Leid und Tod erfahren haben.“


In seiner Gedenkrede im Landtag hob Landtagspräsident Guido Wolf das Engagement für die 66 Gedenkstätten in Baden-Württemberg hervor. Die meist lokalen, bürgerschaftlichen Initiativen im Ehrenamt, die mit viel Kompetenz und Leidenschaft vieler Beteiligter an die schrecklichen Verbrechen des Nazi-Regimes erinnern, gebührt jede Hochachtung. „Die grün-rote Landesregierung hat daher mit Zustimmung aller Fraktionen die Fördermittel  für Gedenkstätten und Gedenkstätteninitiativen in Baden-Württemberg verdoppelt“, so der Landtagspräsident.

Nach der Gedenkfeier, die von Preisträger_innen des Karl-Adler-Jugendmusikpreises Baden-Württemberg musikalisch umrahmt wurde, präsentierten sich die die Gedenkstätten und Opferorganisationen in der Lobby des Landtags mit Informationsständen.

Schneidewind-Hartnagel dazu: „Für uns ist dieser Gedenktag zugleich die Verpflichtung, weiter Widerstand gegen neonazistische SchlägerInnen, Mörder_innen und rechtsextreme Parteien sowie rassistische und menschenverachtende Parolen zu leisten, die unser freiheitlich demokratisches System gefährden.“

Infos im Internet:
www.kz-denk-neckarelz.de

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