Grüne Bildungspolitikerin im Vorort-Gespräch

MdL Sandra Boser diskutierte über die neue Vielfalt in der Bildungslandschaft

Unser Bild zeigt von links: Siglinde Mack (Kreisvorstand Grüne Neckar-Odenwald), Gabi Metzger (Kreisrätin Grüne Neckar-Odenwald), Christine Böhm (Kreisvorsitzende Grüne Neckar-Odenwald) mit den grünen Landtagsabgeordneten Sandra Bose und MdL Charlotte Schneidewind-Hartnagel. (Foto: privat)

Neckar-Odenwald-Kreis. (cb) Dass sie die Grüne Politik des „Gehört-Werdens“ vor Ort ebenso glaubwürdig wie fachkundig umsetzt, bewies Sandra Boser, schulpolitische Sprecherin der Grünen im Stuttgarter Landtag, einmal mehr in der vergangenen Woche in verschiedenen Gesprächsrunden mit engagierten PädagogInnen im Neckar-Odenwald-Kreis.

Unter dem Motto „Neue Schulen braucht das Land“ stattete sie – begleitet von den Grünen Kreisrätinnen Simone Heitz und Dorothee Roos sowie Kreisvorsitzender Christine Böhm – zunächst dem Auguste-Pattberg-Gymnasium in Neckarelz einen Besuch ab. Im Mittelpunkt des lebhaften Fachgesprächs mit Oberstudiendirektorin Schmock sowie LehrerInnen und ElternvertreterInnen des Arbeitskreises „G8 plus“ stand das gleichnamige am APG ausgearbeitete Konzept. Besondere Zustimmung der Grünen fand dabei die im „G8 plus“-Konzept vorgesehene individuelle Förderung der SchülerInnen sowie die Rhythmisierung des Lernangebotes. MdL Sandra Boser betonte angesichts der Bandbreite der ausgearbeiteten Angebote, dass Modellprojekte wie das „G8 plus“ in den nächsten Jahren wichtige Impulse für die landesweite Weiterentwicklung und Verbesserung des G8 liefern sollten. Aufgrund der begrenzten finanziellen Landesmittel sei aber trotz eines Vielfachen von Anträgen die zahlenmäßige Beschränkung auf insgesamt 44 Projektschulen notwendig geworden. Die Auswahl der Schulen erfolge durch das Kultusministerium und stehe noch aus, so die grüne Bildungspolitikerin abschließend.


In einer öffentlichen Veranstaltung stellte sich MdL Sandra Boser am gleichen Abend im „Prinz Carl“ in Buchen der Diskussion mit zahlreichen LehrerInnen, SchulleiterInnen und ElternvertreterInnen. Kreisvorsitzende Christine Böhm freute sich in ihrer Einleitung über den guten Besuch ebenso wie über die „ungewöhnliche Dichte an grünen Landtagsabgeordneten im Neckar-Odenwald-Kreis“ und begrüßte neben MdL Boser auch die grüne Landtagsabgeordnete Charlotte Schneidewind-Hartnagel aus Eberbach, die als Mitglied des Sozialausschusses die bündnisgrüne Fachkompetenz im sozialen Bereich abrundete.

„Bildung beginnt schon früher“ spannte MdL Sandra Boser den Bogen der Bildungspolitik von der Kleinkind-Betreuung über den Kindergarten bis zur Schule. Besonders unterstrich sie dabei die notwendige Mitarbeit seitens der Eltern, die für eine ganzheitliche Förderung der Kinder unbedingt erforderlich sei. Insbesondere nach dem Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung sei die Verantwortung der Eltern in gemeinschaftlicher Entscheidung mit der Schule gestiegen.

Während das Land die Kommunen bereits im laufenden Haushalt mit insgesamt 315 Mio. € bei der U3-Betreuung unterstützt habe, sei im nächsten Jahr eine weitere Stärkung im Bereich der qualifizierten Betreuung in Ganztages-Grundschulen vorgesehen. Zusätzlich verwies MdL Boser auf die von Grünen und SPD eingeführte Mitfinanzierung der Schulsozialarbeit in Höhe von 15 Mio. Euro.

Im besonderen Fokus der Diskussion stand im Folgenden die Gemeinschaftsschule, die MdL Sandra Boser auf Nachfrage in Abgrenzung zur Gesamtschule klar definierte. „In der Gemeinschaftsschule gibt es keine A-, B- oder C-Kurse, sondern leistungsgemischte Klassen. Die Kinder werden dabei jeweils individuell nach ihren Fähigkeiten gefördert!“. Bereits seit langem bestünde seitens der Schulen die Forderung nach Einführung der Gemeinschaftsschule, doch bisher habe sich nur der Ausweg in die Privatisierung angeboten. Mit dem neuen Angebot der Grün-roten Landesregierung werde nun auf Wunsch von Schulen und Schulträgern die Weiterentwicklung zu allgemein zugänglichen Gemeinschaftsschulen möglich.


In diesem Zusammenhang standen auch die Werksrealschule und Realschule im Mittelpunkt der Debatte. Im Zuge der Reformen habe man die Möglichkeit für die Schulen geschaffen, verstärkt auf regionale Strukturen einzugehen. Durch die nun auch ohne Notenhürde erreichte Durchgängigkeit bis in Klasse 10 sei die Werkrealschule attraktiver geworden, betonte die grüne Bildungspolitikerin.

Ziel der grün-roten Schulreformen sei es vor allem, den Bildungserfolg der Kinder von ihrer sozialen Herkunft zu entkoppeln. Angesichts des herrschenden Fachkräftemangels in Baden-Württemberg sei es umso wichtiger, Jugendarbeitslosigkeit in Folge mangelnder Ausbildung oder Schulabbruchs zu vermeiden. „Jedes Kind, jeder Jugendliche ist uns wichtig“, machte MdL Sandra Boser in ihrer abschließenden Erklärung deutlich.

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