Die etwas andere Prunksitzung

von Liane Merkle

Großeicholzheim. Sie war schon immer ein wenig anders als andere Prunksitzungen, die Schnäischittler-Präsentation. Es gab noch nie einen Elferrat, war auch nicht nötig, denn dafür gab es schon immer Superstimmung in der närrisch geschmückten „Schnäischittler-Arena“  und zwar von Anfang an und bis heute unverändert.

In diesem Jahr hatte sich Diana Neureiter mit Mathias „Matze“ Maier einen neuen, alten Co-Moderator zur Seite genommen, der den Spitze-Sprung nach wie vor aus dem Effeff beherrschte. Zusammen bereiteten die beiden den auftretenden Akteuren mit ihren „Geschichtchen“ die jeweils passende Plattform und dirigierten perfekt die unzähligen Raketen, Goweddel und Spitze-Rufe. Natürlich stellten sie auch den Jahresorden vor mit dem aktuellen Thema „Wärme mit vereinter Kraft, schaffe Schnäischittler mit Genossenschaft“ und sie begrüßten neben den Abordnungen der „Seggemer Schlotfeger“ und der „Zimmerner Fuggschelöcher“ die eigentlich nicht mehr amtierenden Kommunalpolitiker-Gremien aus Ortschafts- und Gemeinderat mit Bürgermeister Thomas Ludwig an der Spitze.x

Doch diesem Procedere war herzhafte und kurzweilige Stimmungsmusik mit der Aichelzer Bläsergruppe unter Leitung des Gemeindeoberhaupts vorausgegangen. Und diese Band wird nicht nur von Jahr zu Jahr größer, sondern auch immer besser in ihrer Show. Sie gaben dem Aichelzer Narrenvolk kräftig auf die Ohren. „Seggemer, die leben länger mit Calgon!“ spielte Matze Maier auf den Jahresorden der Schlotfeger an, meinte dann aber, das sei vollkommen egal, solange sie so tanzen wie es deren Juniorengarde dann mit ihrem schmissigen Gardetanz zu „Time of my life“ (Trainerinnen Laura Haaf und Dunja Danner) präsentierten.

Zauberhaft ging es dann weiter mit unzähligen Elfen, Gnomen, Zwergen und starken Bäumen. Die örtlichen „Crazy Teens“ aller Altersklassen bewiesen nach einer Choreographie von Tanja Schwing das unglaubliche Temperament der Odenwälder Fabelwesen. Sie kamen – wie alle Gruppen des Abend um eine Zugabe nicht herum und überzeugten ihre engagierte Trainerin, dass sie an Aufhören noch lange nicht zu denken braucht.

Überhaupt bewiesen alle Tänze des Abends „Klasse“. Das konnte der sehr modern gehaltene Schautanz der Zimmerner Fugschelöcher (Trainerin Annika Wahl) ebenso für sich verbuchen wie die Aufforderung der „Freaky Feet“ mit den Trainerinnen Jaqueline Hornbach und Nicole Köbler „Komm hol das Lasso raus, wir spielen Cowboy und Indianer“. Als Süsse Versuchung entpuppten sich die „Goweddles“, die unter Diana Neueiter einen peppigen Chiquita-Kubana-Latino-Tanz einstudiert hatten.

Fotostrecke (Fotos: Liane Merkle)

Von ganz besonderer Eleganz konnte man bei dem „Gardegruß aus Köln“ reden. Hier machte die Gruppe (Rainer“) Maus unter Trainerin Jasna Wild glockenklar „Jetzt geht’s los“, denn „Wir sind nicht mehr aufzuhalten“. Ungekrönter Tanzmeister des Abends – das erkannten alle Anwesenden neidlos an – war jedoch die Schautanzgruppe Seckach, die mit ihrer Trainerin Julia Mehl absolut genial „Musical mal anders“ auf die Bühne zauberte und als besonderer Augenschmaus das Narrenvolk in ihren Bann zog.

Ohren aufsperren hieß es dagegen bei „Ortsreporter Matko Sommer“, der mal wieder im Original zu erleben war. Ihm waren nicht nur die ausgesägten Schnäischittler an den Straßenlaternen aufgefallen, er unterhielt sich sogar mit ihnen und verpasste ihnen sehr sinnige Vornamen. Unter anderem war Thema die Pizzakartons, die im ganzen Ort rumfliegen oder bestimmte Landwirte, die in der größten Hitze ihre Gülle fahren. Dr. Sommer erinnerte aber auch an die Sachsentour der Grünewalds und so manche kleine Insidergeschichte im vergangenen Jahr.

Den Saal zum Kochen brachte das „Kerweduo“, das mit Joschka Galm, Philiipp Reiter und Dustin Kort ja eigentlich ein Trio war mit ihrer gesungenen Liebeserklärung an „Aichelze“. Denn diese bestand aus einem breit gefächerten Repertoire, angefangen beim „Vorführ-Effekt“ über das umgetextete Lindenberg-Chello „Heimweh nach Aichelze“ bis hin zu den beneidenswerten Feiern im Ort. Doch auch das Kerweduo hatte seine Vorbilder, und zwar im Scheeflöckchen-Quintett, das für „A capella“ auf höchstem Niveau bekannt ist und an diesem Abend sein Können besonders beweisen musste, weil Leadsänger Dominik Melzer kurzfristig ausgefallen war. Doch Robert Thomaier, Roland Salopek und die Kegelmann-Brüder Axel und Thomas machten das Beste aus der Situation und brachten aus ihrem breiten Repertoire u. a. „ich sing ein Lied für dich“, „Ich möchte so gern mit dir allein auf einer kleinen Insel sein“, „Bye, bye my Love“ oder „Heute steigt ein Fest, das uns alle ein bisschen altern lässt“.

Wie wahr! Der Zeiger der Uhr ging stramm auf „Midnight“ als man das Finale einläutete. Schließlich galt es, den unzähligen freiwilligen ehrenamtlichen Helfern und Akteuren des erfolgreichen Abends zu danken. Dem schloss sich auch Bürgermeister Ludwig gerne an, der zu Recht betonte, dass „Diana, Mathias und Thomas, das Trio, machen Karneval wie in Rio!“, überhaupt, so der Bürgermeister, sei Aichelze „Spitze“ und die Nahwärme werde garantiert ein Hit. Nichts anderes sagt ja auch der Jahresorden aus.

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