BLB: Tschechow – Der Kirschgarten

(Foto: Peter Empl)

Mosbach. Am Dienstag, 06.03. um 19.30 Uhr zeigt die Badische Landesbühne in der Alten Mälzerei Anton Tschechows tragische, gesellschaftskritische Komödie Der Kirschgarten. Eine Gesellschaft wird gezeigt, die statt dem Bankrott ins Auge zu sehen, in den Untergang tanzt. Vergnügen aus Verzweiflung. Vor der Vorstellung findet um 19.00 Uhr eine Einführung in die Produktion statt, zu der alle Interessierten herzlich eingeladen sind.

In dem Theaterstück aus dem Jahr 1903 geht es um die Adelige Ranjewskaja und deren Familie, die sich nicht damit abfinden kann, dass die Glanzzeit des russischen Adels vergangen und das familieneigene Vermögen aufgebraucht ist. Die Handlung spielt um 1900 auf einem russischen Herrengut.


Die Töchter Anja und Warja rufen ihre Mutter Ranjewskaja aus Paris in die Heimat zurück, denn das in Familienbesitz stehende Gut mit Herrenhaus mit prächtigem Kirschgarten ist hoch verschuldet. Der Garten wirft kaum noch einen Ertrag ab und steht kurz vor der Zwangsversteigerung. Fünf Jahre zuvor war die Mutter nach dem tragischen Unfalltod des kleinen Sohnes mit ihrem Liebhaber nach Paris geflohen und hat dort ihr ganzes Vermögen verbraucht. Auch ihr Bruder Gajew kann und will sich dem Ernst der Lage nicht stellen und verschleudert weiter das letzte Geld.

Kaufmann Lopachin, wohlhabender Sohn eines ehemaligen Leibeigenen, scheint die Lösung zu bieten: Er schlägt vor, den Kirschgarten abholzen zu lassen und Ferienhäuser auf dem Grundstück zu errichten, um wenigstens das Herrenhaus retten zu können. Doch die Familie hängt zu sehr an dem Garten. Sie hofft, eine Vermählung Warjas mit Lopachin könnte noch in letzter Minute die Rettung bringen. Während die Zwangsversteigerung jeden Tag näher rückt, feiert Ranjewskaja ein großes Fest, um den Glanz alter Zeiten wieder aufleben zu lassen.


In Carsten Ramms Inszenierung steht die Hilflosigkeit der Protagonisten im Vordergrund. Unfähig, sich damit abzufinden, dass neue, profitorientierte Zeiten angebrochen sind, in denen die romantischen Ideale und der  verschwenderische Lebensstil des Adels keinen Raum mehr finden, verschließen sie sich vor den Tatsachen. Obgleich Ranjewskaja und ihre Familie sich nach einer besseren Welt sehnen, können sie ihre Situation nicht selbst zum Guten beeinflussen, sondern verharren im Stillstand.

Die Ausstattung stammt von Ines Unser. Die musikalische Leitung übernimmt Hennes Holz. Mit: Martin Brunnemann, Phillip Dürschmied, Cornelia Heilmann, Markus Hennes u.a.

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(Foto: Peter Empl)

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