Grünes Licht für Krippengruppe

Haßmersheim. (pm) Im Zusammenhang mit der Kleinkindbetreuung fasste der Haßmersheimer Gemeinderat vor Kurzem insgesamt 7 Beschlüsse, die die künftige Betreuungskonzeption der Gemeinde regeln. Dabei wurde u. a. einstimmig beschlossen, dass für 25 % aller Kinder unter 3 Jahre und für alle Kinder über 3 Jahre ein Betreuungsplatz angeboten werden soll. Alle im künftigen Betrieb befindlichen 7 Kindergartengruppen werden zu altersgemischten Gruppen umgewandelt. Eine neue Kleinkindgruppe mit 10 Plätzen wird im ev. Kindergarten in Haßmersheim eingerichtet. Dafür wird der ev. Kindergarten entsprechend umgebaut, die Gemeinde übernimmt den Großteil der nicht vom Land Baden-Württemberg bezuschussten Umbaukosten. Ferner übernimmt die Gemeinde Haßmersheim das Defizit der Betriebskosten für die Kleinkindgruppe für die Jahre 2012 und 2013 voll. Ab dem Jahr 2014 soll ein neuer Betriebskostenvertrag mit der fusionierten ev. Kirchengemeinde Haßmersheim, Hochhauen und Neckarmühlbach für alle ev. Kindergärten abgeschlossen werden und die Betriebzeiten der Kleinkindgruppe werden einvernehmlich zwischen der bürgerlichen Gemeinde und der ev. Kirchengemeinde festgelegt.


Bereits vor einiger Zeit hat das Land Baden-Württemberg beschlossen, dass neben der 100 % Betreuungsquote für die Kinder zwischen 3 und 6 Jahren auch Betreuungsplätze für Kinder unter 3 Jahren durch die Gemeinden angeboten werden müssen. Landesweit ist eine Quote von 34 % angestrebt, von der örtlich jedoch abgewichen kann, da in den Städten die Nachfrage nach Betreuungsplätzen größer ist als im ländlichen Raum. Schon seit einigen Jahren gibt es im ev. Kindergarten in Hochhausen eine Krippengruppe für Kinder ab dem 1. Lebensjahr mit 10 Plätzen. Aufgrund der Nachfrage nach Betreuungsplätzen nach unter 3-Jährigen hält es Bürgermeister Marcus Dietrich und der Gemeinderat für erforderlich, zumindest eine Versorgungsquote von 25 % aller unter 3-Jährigen anzustreben. Dies bedeutet, dass im Jahr 2013 29 Betreuungsplätze für Kinder unter 3 Jahren benötigt werden. Zur Umsetzung schlug er dem Gemeinderat vor, alle 7 Kindergartengruppen in der jetzigen Angebotsform (Ganztagesgruppe oder verlängerte Öffnungszeiten etc.) zu erhalten und sie gleichzeitig zu altersgemischten Gruppen umzuwandeln. Die Zahl der Kindergartenplätze für die 3 bis 6-Jährigen reduziert sich damit von 166 auf 153, weil für jedes Kind unter 3 Jahren bei Aufnahme in einer Kindergartengruppe 2 Plätze im Alter zwischen 3 und 6 Jahren in Anspruch genommen werden. Im Jahr 2013 werden voraussichtlich 137 Betreuungsplätze für eine Betreuung von Kindern über 3 Jahren benötigt, sodass ausreichend Kindergartenplätze zur Verfügung stehen. 9 Kinder im Alter von 2 – 3 Jahre könnten dann ein Platzangebot in altersgemischten Gruppen gemacht werden, mit den 10 vorhandenen Krippenplätzen in Hochhausen und den noch zu schaffenden 10 Krippenplätzen in Haßmersheim könnte die benötigte Anzahl von 29 Plätzen zur Verfügung gestellt werden. Falls der Bedarf darüber hinaus geht, müssen neue Entscheidungen von Seiten des Gemeinderates getroffen werden.


Unabdingbar notwendig ist bei dieser Lösung, dass in Haßmersheim eine weitere Krippengruppe geschaffen wird. Darüber haben Gespräche so wohl mit der ev. Kirchengemeinde als auch mit der kath. Kirchengemeinde und den jeweiligen Einrichtungen stattgefunden. Beide Kirchengemeinden waren grundsätzlich dazu bereit, eine Krippengruppe einzurichten. Im Zusammenhang mit der Grundschulbetreuung im ev. Kindergarten und den räumlichen Möglichkeiten dort, einigten sich die Kirchengemeinden darauf, dass die Kleinkindbetreuungsgruppe im ev. Kindergarten Haßmersheim eingerichtet werden soll. Von Seiten der ev. Kirchengemeinde wurde eine Kostenschätzung zum Umbau vorgelegt, die sich auf insgesamt 130.000 Euro beläuft, aber derzeit noch mit vielen Unabwägbarkeiten behaftet ist und daher nur als ungefährer Anhaltspunkt zur voraussichtlichen Höhe dienen kann. Das Land bezuschusst die Einrichtung einer Krippengruppe mit rund 7.000 Euro pro Platz + 3.000 Euro Einrichtungspauschale, sodass für den Neubau der Kleinkindgruppe im ev. Kindergarten ein Zuschuss von 73.000 Euro gewährt wird. Die restlichen Kosten von ca. 50.000 – 60.000 Euro werden zwischen der bürgerlichen Gemeinde (70 %) und der Kirchengemeinde (30 %) geteilt. Die laufenden jährlichen Betriebskosten nach Abzug der Elternbeiträge belaufen sich auf rund 90.000 Euro. Da die Antragsfrist beim ev. Oberkirchenrat in Karlsruhe auf Zuschüsse seitens der Landeskirche für den Betrieb dieser Krippengruppe in den Jahren 2012 und 2013 bereits verstrichen ist, wird es von der ev. Landeskirche und der ev. Kirchengemeinde Haßmersheim dazu keine Zuschüsse geben. Dies bedeutet, dass die bürgerliche Gemeinde die Betriebskosten für die Jahre 2012 (September bis Dezember) und 2013 (Januar bis Dezember: 90.000 Euro) voll übernehmen muss. Die bürgerliche Gemeinde ist dazu auch bereit, weil sie, so Bürgermeister Marcus Dietrich, die Notwendigkeit der Einrichtung einer Kleinkindgruppe als gegeben betrachtet. Ab dem Jahr 2014 soll dann für die 3 Kindergärten der bis dahin fusionierten ev. Kirchengemeinde Haßmersheim, Hochhausen, Neckarmühlbach ein neuer Kindergartenfinanzierungsvertrag erarbeitet und beschlossen werden.

Im Rahmen der Diskussion trugen alle Gemeinderäte das vorgeschlagene Konzept mit. Es wurde darauf hingewiesen, dass das jetzt vorgelegte Konzept in enger Abstimmung mit den Kirchengemeinden erstellt wurde. Es wurde jedoch darauf hingewiesen, dass die gesamte Kinderbetreuung (Kleinkindgruppen, Kindergärten, Grundschulbetreuung, Ganztagesbetreuung an der Friedrich-Heuß-Schule) mittlerweile zu einem Betrag zwischen einer halben und ganzen Million führen, die den gemeindlichen Haushalt entsprechend belasten. Aus der Mitte des Gemeinderates wurde aber auch darauf hingewiesen, dass die Gemeinde mit diesen komplexen Angeboten sicherlich zu den familienfreundlichsten Kommunen des Landkreises gehört und die Gemeindeverwaltung wurde aufgefordert, dies auch entsprechend zu kommunizieren und die Öffentlichkeit darauf hinzuweisen, evtl. wird es dadurch eine Förderung durch das Land als familienfreundliche Kommune geben.

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