Soziale Gerechtigkeit und Nächstenliebe

SPD-Arbeitskreis „Christen in der SPD“ hatte Generalsekretärin Katja Mast zu Gast

Gut besucht war die öffentliche Informationsveranstaltung des SPD-Arbeitskreises „Christen in der SPD“ mit KV Jürgen Graner, Gerhard Langguth, Generalsekretärin Katja Mast, Dr. Dorothee Schlegel und Gerd Teßmer auf dem Podium. (Foto: Kenneth Weidlich)

Neckar-Odenwald-Kreis. Bereits zum dritten Mal hatte der regionale SPD-Arbeitskreis mit seinem Leitungsteam Dr. Dorothee Schlegel und Dekan a.D. Gerhard Langguth zu einem öffentlichen Diskussionsabend eingeladen. Thema war diesmal „Christentum und soziale Gerechtigkeit in der Politik“.

Über guten Besuch konnten sich nicht nur die AG-Verantwortlichen freuen, sondern auch der SPD-Kreisvorsitzende Jürgen Graner, der in seiner Begrüßung zahlreiche SPD-Mandatsträger wie den früheren SPD-Landtagsabgeordneten Gerd Teßmer und die Kreisräte Dr. Dorothee Schlegel, Karl-Heinz Graner, Norbert Bienek und Nichtmitglieder begrüßen. Der Kreisvorsitzende wies auf die erst kurze Regierungszeit von grün-rot hin und zeichnete eine Reihe von bereits vollzogenen Verbesserungen im Studenten- und Kinderförderungsbereich auf. Dr. Dorothee Schlegel, Prädikantin und Sportkreisvorsitzende, und Gerhard Langguth gingen auf die gewählte Thematik ein. „Wir wollen den Versuch machen, Begriffe wie soziale Gerechtigkeit und Nächstenliebe sowohl aus christlicher, wie auch aus sozialdemokratischer Sicht bewerten. Dabei soll auch deutlich gemacht werden, dass Moral nicht nur ein politischer Begriff ist, den man beliebig benutzen kann“.


Der frühere SPD-Landtagsabgeordnete Gerd Teßmer, lange Zeit Lehrer an der Mosbacher Pestalozzi-Realschule, hatte den Part übernommen, das Thema aus der Sicht des Neckar-Odenwald-Kreises zu beleuchten. Er machte an Beispielen aus dem Kreisgeschehen deutlich, das soziale Gerechtigkeit, wie sie die SPD anstrebt,  und Handeln aus christlicher Nächstenliebe oft sehr ähnliche Ziele haben, aber keine Chance haben, wenn sie hier von Sozialdemokraten vorgeschlagen oder gefordert werden. Hier habe sich in den letzten Jahrzehnten nicht zuletzt durch die Mandatsträger zwar Vieles verändert, aber die Umsetzung scheitere ncht selten an den im Kreis bestehenden Mehrheiten.

Die SPD-Generalsekretärin Katja Mast, MdB aus Pforzheim, dankte gleich zu anfangs dem SPD-Arbeitskreis „Christen in der SPD“, dass er sich immer wieder zu Wort melde. „Denn ihr seid ein bisschen Salz, nicht Sand im Getriebe der hiesigen Politik“. Im Mittelpunkt sozialdemokratischer Politik stehe das soziale Profil. Daraus erkläre sich auch, weshalb die neue grün-rote Landesregierung als eine ihrer ersten Maßnahmen in die Kinderbetreuung für unter Dreijährige, die Sprachförderung und die Schulsozialarbeit investiert habe. „Das ist konkrete Politik für mehr Chancengerechtigkeit, die der Bürger sehen kann.“ Dass man diese Gelder durch Erhöhung der Grunderwerbssteuer finanziere, halte sie für zumutbar. Außerdem sei dies eine der wenigen Steuern, die das Land selbst festsetze.


In der „Generationengerechtigkeit setze die neue Regierung eine weitere Gerechtigkeitsdimension. Durch den Verzicht auf neue Schulden würden auch die Lasten für die kommenden Generationen nicht weiter ansteigen. In der „Teilhabe-Gerechtigkeit“ sieht die Generalsekretärin Mast den dritte sozialen Bereich. Es könne nicht hingenommen werden, dass in dem angeblich reichen Baden-Württemberg Frauen 28% weniger verdienten als Männer. Durch Initiativen über den Bundesrat wolle man diese Lücke mit gesetzlichen Maßnahmen beseitigen. Dafür, so Katja Mast, brauche man aber nicht nur die Zustimmung der Bevölkerung, sondern auch Mehrheiten im Bundesrat. Aber ohne einen flächendeckenden Mindestlohn von 8,50 Euro sei diese Verteilungsgerechtigkeit nicht zu erreichen.

Eine rege Diskussion, von Dr. Dorothee Schlegel moderiert, schloss sich an. Hierbei wurde deutlich betont, dass die Moral in der Politik wieder eine Selbstverständlichkeit werden müsse. Politik diene zwar auch der Erhaltung der Macht, dürfe aber nicht auf Kosten moralischer Prinzipien auf der Strecke bleiben.

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1 Kommentar

  1. Dass sich Katja Mast da hinstellt, von sozialer Gerechtigkeit und Christlichkeit in der Politik faselt, erstaunt schon. Hat sie doch überhaupt kein Unrechtsbewusstsein bewiesen, als es um die Organisation ihrer Hochzeit ging, die möglicherweise von einer Wahlkreismitarbeiterin verantwortet wurde, die vom Staat bezahlt wird.
    Das ist gelinde gesagt ein Stück weit gewulfft. Wann Frau Mast die Konsequenzen zieht und ihren Worten durch reuiges Handelns – Rücktritt – die notwendige Aufrichtigkeit verleiht…

    Nicht nur an der Spitze, auch im zweiten Glied der Politik regiert der Realitätsverlust.

    viele Grüße
    Steffen Kleine

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