Schwertransporte auf dem Neckar

Eine Straße fast ohne Lärm – Grüne Kreisrätinnen beim Wasser- und Schifffahrtsamt

Neckar-Odenwald-Kreis/Neckarsteinach. (pm) Ausgesprochen „entgegenkommend“ zeigte sich der Leitende Baudirektor des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Heidelberg, Jörg Huber, mit welchem die Mandatsträgerinnen der grünen Kreistagsfraktion im Neckar-Odenwald-Kreis ein Informationsgespräch vereinbart hatten. Man traf sich nämlich auf halbem Weg im Bauhof des WSA in Neckarsteinach. Themen waren die Aufgaben der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) vor dem Hintergrund der geplanten Reform dieser Bundesbehörde, wo eine Zusammenlegung der beiden WS-Ämter Heidelberg und Stuttgart sowie eine Zuständigkeitsverlagerung für den Neckarausbau an den Main (!) droht, sowie die Zukunft der Schifffahrt als Schwerlast-Verkehrsträger.

Jörg Huber plädierte dabei für eine ganzheitliche Betrachtung des Neckar-Flusslaufs als Wasserstraße, Energielieferant, Wasserspeicher, Lebensraum für Tiere und Pflanzen wie auch attraktives touristisches Ziel. Es gelte, alle Nutzungen ins Gleichgewicht zu bringen und wechselseitige Vorteile wahrzunehmen.


Schwerpunkt des Gesprächs, bei welchem Fraktionschefin Simone Heitz sowie Gabriele Metzger und Dorothee Roos zahlreiche Fragen im Detail hatten, war allerdings die Verkehrsfunktion des Neckars als bedeutende Wasserstraße mit mehr Transportaufkommen als Donau und oberer Main. Derzeit werden jährlich 7 Millionen Tonnen Güter auf dem Neckar bewegt, als „Schüttgut“ oder in Containern; erwartet wird eine Zunahme auf bis zu 10 Mio im Jahr 2026. Huber legte dar, dass in allen Vergleichs-Messgrößen (Energieverbrauch, Luftschadstoffe, Transportkosten) der Schiff-Transport dem LKW-Transport bei weitem überlegen sei. Allerdings liegen nicht alle Zielorte für zu transportierende Güter am Fluss, so definiert Simone Heitz die natürlichen Grenzen des Schiffsverkehr und jedes nötige Umladen macht die Wasserstraße teuer und damit unattraktiver. Vollkommen konkurrenzlos seien Fluss-Frachtkähne aber in Sachen Unfallhäufigkeit und Lärm – ein, wie Dorothee Roos unterstrich, häufig unterschätzter Vorteil. In Sachen der klimaschädlichen Stickoxide seien Schiffe noch verbesserbar; dies werde vor allem durch Ersatz alter Frachter durch moderne erzielt, weniger durch Nachrüstung, so Huber.

Entscheidend aber seien Ausbau und Ertüchtigung der vorhandenen, am Neckar besonders alten Ingenieurbauwerke (Wehre, Schleusen, Seitenkanäle).

Die Frage des Repowerings der Schleusen, ein wichtiger Baustein der Energiewende, wird im Zuge der Schleusenertüchtigung zum Bedauern der grünen Kreisrätinnen nicht gestellt. Denn für die Kraftwerke ist einzig die NeckarAG zuständig und die Konzessionsverträge laufen erst 2036 aus.

Einigkeit bestand darüber, dass die Ertüchtigung der Wasserstraße Neckar mindestens bis zum Hafen Stuttgart, bei ausreichender Finanzierungsbasis auch bis Plochingen notwendig ist.


Da auf dem Neckar weit mehr Güter transportiert würden und mehr Schleusenbauwerke unterhalten werden müssten, erscheine die Idee, den Neckar-Ausbau in den Bereich des WSA Aschaffenburg zu legen, als Irrwitz und sei nur durch die Nähe des derzeitigen Bundesverkehrsministers zu Bayern zu erklären. „Das hat unser Neckar nicht verdient“, so Gabi Metzger abschließend. Deshalb wird die grüne Fraktion im Neckar-Odenwald-Kreis eine Kreistags-Resolution an die Verkehrsverantwortlichen in Bund und Land unterstützen, Reformen der WSV nicht zu Lasten des Neckars vorzunehmen.

Schwertransporte auf dem Neckar

Die Kreisrätinnen (v.l.n.r) Gabi Metzger, Dorothee Roos und Fraktionschefin Simone Heitz mit dem Leiter des Wasser- und Schifffahrts-Amtes, Jörg Huber. (Foto: pm)

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