Naturpark hat „noch Suppe da“

Mitglieder versammelten sich in Waldbrunn

von Ursula Brinkmann

Waldbrunn. Eine knappe Woche vor der offiziellen Eröffnung des Neckarsteigs kamen in Waldbrunn die zusammen, die an diesem Großprojekt erheblichen Anteil haben: nicht alle, aber doch eine große Zahl der mehr als 60 Mitglieder des Trägervereins Naturpark Neckartal-Odenwald, zumeist Bürgermeister der Gemeinden also, und die Naturpark-Verantwortlichen. Auch die Landkreise Neckar-Odenwald und Rhein-Neckar gehören dazu; Landrat Dr. Achim Brötel ist der Vereinsvorsitzende und zugleich der Sprecher aller sieben baden-württembergischen Naturparke, die, das sagte der Kreischef einleitend, immerhin ein Drittel der Landesfläche bedeckten. „Das ist mehr als im Bundesdurchschnitt.“


Das Land Baden-Württemberg bezuschusse die Naturparkvereine, so führte Brötel weiter aus, mit rund 200.000 Euro jährlich, rund 30.000 Euro pro Park für die Verwaltung der Fördermittel, nicht aber diese selbst. Die Fördermittel belaufen sich im Falle Neckartal-Odenwald 2012 auf 280.000 Euro, die je zur Hälfte vom Land (durch die Glücksspirale) und von der EU kommen. Nun ist man jedoch in der kuriosen Lage, dass die zugesagten Gelder für den nördlichsten Naturpark im Ländle noch nicht voll ausgeschöpft sind. „80.000 Euro sind noch zu haben“, warb Achim Brötel bei seinen Zuhörern dafür, Anträge für Fördermittel nachzureichen. „Es ist noch Suppe da“, machte der Landrat den kommunalen Vertretern den Mund wässrig. Gleichwohl verschwieg er nicht, dass den Verein die Förderbürokratie zunehmend belaste. Mit der Schaffung einer halben Arbeitsstelle in der Naturpark-Geschäftsstelle in Eberbach ab Mitte des Jahres sei da jedoch Abhilfe zu erwarten.

Wofür das Geld beantragt werden kann, das machte Manfred Robens deutlich. Er ist der Geschäftsführer des Naturparks. Zum einen ließ er Revue passieren, was 2011 war, zum anderen listete er auf, was der Vereinshaushalt 2012 hergibt (aber auch einnimmt). Geld gebe es – für Gemeinden und Vereine wie etwa NABU-Gruppen, aber auch für Privatpersonen – etwa dafür, dass Streuobstwiesen angelegt und/oder gepflegt werden, ließ der Geschäftsführer wissen. Geld gebe es für Biotoppflege und interessante Projekte wie etwa das Bachklassenzimmer in Seckach. Auch für die Wiederherstellung und Erhaltung eines historischen Kalkofens in Walldürn wurde in die Fördertöpfe gegriffen.

Mit der beispielhaft in Wiesenbach begonnenen „zielorientierten Wanderwegmarkierung“ stellte Robens ein weiteres Projekt vor, das idealerweise gemeindenübergreifend fortgeführt werden könne. „Dafür können Sie Förderanträge stellen!“ Robens erwähnte bei der Gelegenheit, dass die etwa zweijährliche Neumarkierung „seiner“ 3.900 Kilometer Rundwanderwege allerdings überwiegend ehrenamtlich geschehe.

Eine weitere „Baustelle“ ist das – ebenfalls gemeindeübergreifende – Mountainbike-Projekt. „Der Weg ist jetzt endlich frei“, erinnerte der Geschäftsführer daran, dass er die Sache bereits zum wiederholten Mal in einer Mitgliederversammlung zur Sprache bringe. Haftungs- und Verkehrssicherungsfragen hatten lange die „MTB-Räder blockiert“. Doch in diesem Sommer sollen die Mountainbiker auf eigens markierten Strecken im nordwestlichen Teil des Naturparks in die Pedale treten können.


Darüber hinaus wird das Naturparkzentrum in Eberbach – Bürgermeister und zweiter Naturpark-Vorstandsvorsitzender Bernhard Martin war ebenfalls auf den Winterhauch gekommen – didaktisch neu konzipiert, um „Natur begreifbar zu machen“. 200 Veranstaltungen hält das diesjährige Programmheft bereit, darunter Renner wie „Brunch auf dem Bauernhof“, die Naturpark-Märkte und etliche Exkursionen. Dass das Jahr 2012 „ganz im Zeichen des neuen Qualitätswanderweges Neckarsteig“ (Brötel in der Einleitung zum Programmheft) steht, sei nicht zuletzt der Metropolregion zu verdanken, wie Dr. Claus Peinemann anklingen ließ. Mit 10.000 Euro nämlich, das ließ der MRN-Regionalreferent anklingen, konnte der Naturpark im Rahmen des MRN-Wettbewerbs „Landschaft in Bewegung“ bedacht werden. 2012 läuft wieder eine Ausschreibung. „Bewerben Sie sich“, spornte er die Mitglieder an.

500Naturpark

So schön ist es im Naturpark Neckartal-Odenwald. Großen Anteil daran hat der Naturpark, der den Erhalt der Kulturlandschaft finanziell fördert. (Foto: Ursula Brinkmann)

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der RNZ.

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