Agroindustrie übt Druck aus

Runder Tisch Gentechnikfreier Neckar-Odenwald-Kreis befasst sich mit globaler Problematik der Grünen Gentechnik am Beispiel Mexiko.

Buchen. (pm) Der Besuch des Wissenschaftlers Ignacio Chapela, Professor an der Universität Berkeley, USA  und Aldo Conzales, Mitglied des mexikanischen Parlamentes, die zu einem Strategiegespräch in Stuttgart beim Aktionsbündnis Gentechnikfreie Landwirtschaft in Baden-Württemberg eingeladen waren,  war Anlass für Mitglieder des Runden Tisches Gentechnikfreier Neckar-Odenwald-Kreis, sich noch einmal mit der  Unabhängikeit der Wissenschaft und der Einflussnahme der agrochemischen Konzerne zu beschäftigen. Conzales mahnte die massiven Auswirkungen auf die Agrarstruktur mit massiver Landflucht durch die gesteigerten Ativitäten der Agrokonzerne an. Besonders in Mexiko, wo durch die tradtitionelle Landwirtschaft der mexikanischen Kleinbauern ein riesiger Genpool an Maissorten vorhanden ist, ist dieser in großer Gefahr durch die Vermischung und Verunreinigung mit gentechnisch verändertem Mais. Der Erhalt von gentechnisch unverändertem Saatgut und der Stärkung der mexikanischen Bauern und ihrer angepassten traditionellen Landwirtschaft kommt Aldo Conzales große Bedeutung bei, um die massive Landflucht zu stoppen und den Genpool dauerhaft  zu erhalten.

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Ignacio Chapela konnte diese Forderung nur untermauern. Er hat 1999 mit einer Studie festgestellt, dass mexikanische Landsorten von Mais bereits massiv gentechnische Veränderungen aufweisen, von denen die Bauern nichts wussten. Nachdem er die Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlichte, deren strengen Fachleute die Ergebniss für absolut publikationswürdig hielten, distanzierten sich die Herausgeber später von diesem Artikel, was bis dahin in der Geschichte des Magazins noch niemals vorgekommen ist.  Zusätzlich wurde von dem Agrokonzern Monsanto eine diffamierdene Internetkampagne gegen Ignacio Chapela durchgeführt, so dass der Wissenschaftler auch massive Probleme an seiner Universität bekam und nur juristisch seine geplante Berufung als Professor nach langem Streit durchsetzen konnte. In dem Film „Gekaufte Wahrheit“ , den der Runde Tisch gentechnikfreier Neckar-Odenwald-Kreis im Janaur in Walldürn zeigte, wurde diese Einflussnahme von Seiten der Industrie auf „unpassende“ Forschungsergebnisse bereits dargestellt.  Um den Bauern  mehr Handlungsmöglichkeiten zu geben, setzt der Wissenschaftler nun darauf, einen schnellen und sehr kostengünstigen Test zur Bestimmung von gentechnischen Veränderungen im Saatgut zu entwickeln. Der Erhalt der vielen alten Sorten sei als Genpool absolut notwendig, da moderne Saatgutbanken dieses Erbe nicht erfolgreich erhalten können.

Dass auch hier in Europa noch Probleme mit der Unabhängigkeit von der Industrie bestehen, wurde am Runden Tisch  am Beispiel der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA diskutiert, die die Zulassungen für gentechnisch veränderte Sorten erteilt. Erst nach massiven Protest verschiedener unabhängiger Gruppen entschieden sich alle Parteien im EU-Parlament, sich gegen die Nominierung der Kandidatin Mella Frewen als neues Mitglied der EFSA. Diese Kandidatin war fünf Jahre lang Cheflobbyistin für Monsanto in Europa. Weitere Mitglieder der EFSA sind ebenfalls als Industrielobbyisten benannt worden, da sie gleichzeitig für das von der gentechnikindustrie finanzierte Institut ILSI (International Sciences Institute) tätig sind. Die EFSA hat nun eine Selbstkontrolle eingeführt, die unsere EU Abgeordneten kritisch beobachten sollten.


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Um Verbraucher besser zu informieren, wie sie sich gentechnikfrei ernähren können, soll in Kürze auf der homepage www.gentechnikfreier-nok.de ein Einkaufsratgeber veröffentlicht werden. Ebenso wird Firmen die Möglichkeit geboten, mit ihrem Logo und einem Link auf ihre Seite auf ihre gentechnisch frei erzeugten Produkte hinzuweisen.  Wir bitten hier um Kontaktaufnahme über die homepage.

Um weitere Aufklärung zu dem Thema Grüne Gentechnik zu bieten, wird der Runde Tisch gentechnikfreier NOK am Mittwoch, d  23. Mai 2012  um  20 Uhr in Mosbach im Lamm einen weiteren Film – „David gegen Monsanto“  zeigen.

Infos im Internet:

www.gentechnikfreier-nok.de

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