Melodienmeer zum 140. Chor-Jubiläum

von Liane Merkle

Bürgermeister Thomas Ludwig überreicht ein Geschenk der Gemeinde Seckach.

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Großeicholzheim. 140 Jahre Männergesangverein „Liederkranz 1872“ Großeicholzheim waren es dem 1. Vorsitzenden Klaus Rinklin und „seinen Mannen“ wert, nicht nur einen kunterbunten Melodienstrauß für die interessierte Bevölkerung zu binden, sondern zusammen mit sieben weiteren Chören ein ganzes Melodienmeer aufbranden zu lassen nahezu drei Stunden lang präsentierten die engagierten Sängerinnen und Sänger ein musikalisches Repertoire, das keine Wünsche offen ließ.

Die Reden traten in den Hintergrund, um dem Gesang zu huldigen, was unter der kurzweiligen Moderation von Claudia Blatz auch bestens gelang. Dennoch vergaß sie die Fußballfreunde nicht und gab permanent die aktuellen Torstände im DFB-Pokalspiel Dortmund gegen Bayern bekannt.


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Den musikalischen Auftakt und den harmonischen Schlussteil gestaltete der Jubelchor mit seinem Dirigenten Klaus Bayer, teilweise bereichert und unterstützt durch den Singkreis „Mixed Generation“ und Lukas Bender am Klavier. Und schon hier war die Brandbreite unglaublich Vom „Festgesang“ ging es „Über sieben Brücken“ zu englischen Gospels und dem gemeinsam gesungenen „Lobet den Herrn der Welt“ bis hin zum abschließenden romantischen „Gute Nacht Freunde“.

Dazwischen präsentierten die Gesangvereine „Sängerbund“ Seckach (Dirigentin Christa Parstorfer, 1. Vorsitzender Bernhard Heilig), „Eintracht“ Mittelschefflenz (Eva Sassenscheid-Monninger/Joachim Weber), „Frohsinn 1867“ Oberschefflenz (Bernd Heß/Dr. Willi Beichert) sowie die Männergesangvereine „Liederkranz“ Auerbach (Robert Fass/Ewald Röser), Unterschefflenz 1862 (Wolfmar Hammer/Gerhard Frey) und „Liederkranz 1863 Sulzbach (Theo Lauber/Rolf Nohe) Sakrales, Volkstümliches, Klassisches und Modernes, in meist pfiffigen, ansprechenden Arrangements, die das Publikum mit viel Aufmerksamkeit und Beifall belohnte.

Die gesanglichen Darbietungen waren auch äußerst hohem Niveau angesiedelt, lediglich der visuelle Part ist bei einzelnen Klangkörpern noch verbesserungswürdig, weil die Begeisterung für die Musik zwar zu hören, aber weniger zu sehen war. Doch wie Bürgermeister Thomas Ludwig auch in seinen Grußworten ausführte: „Musik ist die beste Art der Kommunikation“. Diesen Kommentar von Angelo Branduardi habe sich der MGV „Liederkranz“ Großeicholzheim seit 140 Jahren zueigen gemacht.

Auch im Namen von Ortsvorsteher Reinhold Rapp, Gemeinde- und Ortschaftsrat lobte er weiter „Ihr Verein ist für unsere Gemeinde ein unverzichtbarer Kulturträger, denn er sorgt bei allen örtlichen Anlässen in Freud und Leid für den passenden musikalischen Rahmen“. Des Weiteren sei er auch über die Gemeindegrenzen hinaus als positiver Werbeträger für den Ortsteil Großeicholzheim, und damit für die Gemeinde Seckach, bekannt.


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Den hohen Wert des Gesangs unterstrich das Gemeindeoberhaupt mit zahlreichen Zitaten. So habe Richard Wagner behauptet: „Das älteste, echteste und schönste Organ der Musik, das Organ, dem unsere Musik allein ihr Dasein verdankt, ist die menschliche Stimme“. Johann Wolfgang von Goethe war der Meinung „Bei uns ist Gesang die erste Stufe der Bildung“ und für den Geiger Yehudi Menuhin ist Gesang die eigentlich Muttersprache des Menschen. Außerdem „Mit Gesang kann man alle seine Krankheiten verscheuchen“ wusste schon der spanische Schriftsteller Miguel de Cervantes-Saavedra und inzwischen ist wissenschaftlich erwiesen „Singen fördert die Konzentration, reduziert den Schmerz, Stress und depressive Verstimmungen. Nach 20 Minuten Gesang produziert das Gehirn Botenstoffe, die körperliche und seelische Vorgänge positiv beeinflussen“ (Karl Adamek, Musikpsychologe).

Dass in diesen Aussagen viel mehr als nur ein Körnchen Wahrheit liegt, bestätigte zum einen Rolf Nohe als Vertreter des Chorverbands Mosbach und der Schefflenztalgruppe, der sich den Aussagen seines Vorredners nahtlos anschloss. Zum Zweiten zeigte es die Begeisterung des Publikums, das nach dem dreistündigen Musikprogramm und dem Dank des 1. Vorsitzenden Klaus Rinklin an alle, die zum Gelingen des Abends beigetragen hatten, lautstark mit dem Jubelchor zusammen das Badnerlied mit den drei Grund-, der Neckar-Odenwald- und der neuen Großeicholzheim-Strophe schmetterte.

140 Jahre MGV Grosseicholzheim

Der Jubelchor und Mixed Generation. (Foto: Liane Merkle)

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