Neckar-Odenwald ein aktiver Kreis

Der Workshop Drums alive, bei dem sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst an dieser immer populärer werdenden und nicht nur für ältere Menschen hervorragend geeigneten Bewegungsform ausprobieren konnten, war permanent gut besucht. (Foto: LRA)

Buchen. „Bei unserer „Kommunalen Gesundheitskonferenz“ schreiben wir das Wort Gesundheit ganz groß und das Wort Konferenz ganz klein“, versprach Landrat Dr. Achim Brötel beim Auftakt einer völlig neuen Veranstaltungsreihe, die eben von der beim Landratsamt angesiedelten „Kommunalen Gesundheitskonferenz“ in enger Zusammenarbeit mit Dr. Karlheinz Schöll, Leiter des Geriatrischen Schwerpunkts an den Neckar-Odenwald-Klinken, konzipiert wurde. Diese Auftaktveranstaltung fand in der Buchener Stadthalle statt. Im Mittelpunkt stand gemäß dem landrätlichen Versprechen die Gesundheit, diesmal insbesondere von älteren Menschen. Demenz war das große Thema – und was man ganz praktisch tun kann, um die Lebensqualität trotz beginnender Erkrankung möglichst lange auf einem guten Stand zu halten.

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Ein ansprechendes Rahmenprogramm hatte Christiane Bachert, die Ansprechpartnerin für die Kommunale Gesundheitskonferenz im Landratsamt, mit Hilfe des Kreisseniorenchors unter Leitung von Rudolf Laible, der quicklebendigen Seniorentanzgruppe des DRK-Kreisverbandes Buchen mit Übungsleiterin Ingeborg Fronc und der „Grünen Damen“ der Neckar-Odenwald-Kliniken zusammengestellt. Prof.Dr. Klaus Hauer vom Agaplesion Bethanien Krankenhaus Heidelberg referierte über die spannende Frage „Körperliches Training bei Demenz: Welche Effekte sind belegt?“. Sein Resumee: Insbesondere Krafttraining ist keine „Wunderwaffe“ gegen Demenz, wirkt aber in jedem Alter und in jedem Krankheitsstadium dem natürlichen Kräfteverlust entgegen, hilft Stürze verhindern und trägt so bei zu einer zumindest gleichbleibenden Lebensqualität. Entgegen früherer Aussagen sei körperliches Training auch nicht gefährlich, es gäbe praktisch keine Ausschlusskriterien: „Alte Menschen gehören nicht ins Bett. Ein aktives Leben zahlt sich immer aus.“

Wer beim Stichwort „aktives Leben für Ältere“ in erster Linie an Sitzgymnastik und ähnliches dachte, der wurde bei der Vorführung der Grünen Damen unter Leitung von Anja Breitinger eines Besseren belehrt. „Drums alive“ heißt eine neue Bewegungsform, bei der mit zwei Trommelstöcken zu flotter Musik in verschiedenen Rhythmen auf einem großen Gymnastikball getrommelt wird. Die Liste der positiven Wirkungen auf Geist und Körper ist ellenlang und dementsprechend verbreitet sich  „Drums alive“ in Windeseile. Auch im Neckar-Odenwald-Kreis lassen sich immer mehr ehrenamtliche und professionelle Kräfte als Übungsleiterinnen ausbilden, um entsprechende Kurse anbieten zu können. Der work-shop, bei dem im Anschluss jedermann selbst die Trommelstöcke in die Hand nehmen konnte, war in jedem Fall auch hier permanent ausgebucht.


Abgerundet wurde der Nachmittag mit „kleinem Messecharakter“ durch die Infostände zahlreicher Anbieter im Foyer. Die Volkshochschulen Mosbach und Buchen,  die Neckar-Odenwald-Kliniken, der Arbeitskreis Gerontopsychiatrie Neckar-Odenwald-Kreis, die Arbeiterwohlfahrt, der Betreuungsverein und der Caritasverband waren ebenso vertreten wie die Evangelische Sozialstation Mosbach, der Kreisseniorenrat, die Sportkreise Mosbach und Buchen sowie die AOK Rhein-Neckar-Odenwald, bei deren Vertreterin Susanne Engelhardt sich der Landrat insbesondere für die großzügige finanzielle Unterstützung bei der Anschaffung der „Drum Sets“ bedankte. Da bestätigte sich, was der Landrat bei seiner Begrüßung betont hatte: „Bei uns gibt es schon viele hervorragende Angebote aus den unterschiedlichsten Bereichen. Mit Hilfe unserer Kommunalen Gesundheitskonferenz wollen wir sie vernetzen, noch transparenter und dadurch zugänglicher machen und inhaltlich den ein oder anderen neuen Impuls geben.“

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Die Auftaktveranstaltung von „Neckar-Odenwald-Aktiv“ in der Buchener Stadthalle hatte beinahe einen „Messecharakter“. Im Mittelpunkt standen demenzielle Erkrankungen und wirksame Hilfen dagegen. Auch Landrat Dr. Achim Brötel schaute sich um. (Foto: LRA)

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