Anschwung für frühe Chancen

Mosbach. Erfreulich viele Gäste waren einer gemeinsamen Einladung des Fachbereichs Jugend, Gesundheit, Arbeit und Soziales des Landratsamtes des Neckar-Odenwald-Kreises und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) gefolgt. „Anschwung für frühe Chancen“ heißt das neue Projekt der DKJS, zu dem in die Ludwig-Erhard-Schule in Mosbach geladen wurde. Tatsächlich „Anschwung“ gegeben werden soll Initiativen und Ideen für frühkindliche Entwicklung, möglichst auch im direkten Anschluss an  das Projekt „Keiner fällt durchs Netz“, durch das Familien mit Kindern im Alter bis zu einem Jahr unterstützt werden.


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Landrat Dr. Achim Brötel konnte engagierte Gäste aus vielen Bereichen der ehrenamtlichen und professionellen Arbeit für und mit Kindern begrüßen. Vertreterinnen und Vertreter verschiedenster Institutionen vom Gesundheitsamt über Kindergärten, Frauenhaus, Kinderzentrum Neckarelz, Jugendamt, Jugendhaus, Schulkindergarten, Schwangerenberatung, Erziehungs- und Familienberatungsstelle der Caritas, Bezirksjugendreferat der ev. Kirche sowie Ergo- und Gestalttherapeutischer Praxen waren anwesend und sammelten Ideen zur Erweiterung und zum Ausbau des bestehenden Netzwerks. Denn so, Landrat Dr. Brötel: „Die Idee im Neckar-Odenwald-Kreis war, das bereits bestehende, gut funktionierende Unterstützungssystem für Familien mit Neugeborenen bzw. Kindern bis zum Alter von 1 Jahr von der Zielgruppe und den Kooperationspartnern her zu erweitern. Notwendige Hilfen sollen nämlich auch nach dem ersten Geburtstag der Kinder zur Verfügung stehen.“ Denn tatsächlich soll kein Kind „durchs Netz fallen“, gleich, in welchem Alter. Insbesondere bei Kleinkindern, die noch nicht im Kindergarten sind, sollen eventuell bestehende Lücken im System geschlossen werden.

Der Leiter des Geschäftsbereiches Jugendhilfe, Peter Roos, trat im Rahmen des ausführlichen Meinungs- und Informationsaustausches für einen „Erziehungskonsens“ aller Beteiligten ein. Die Fragen „Was ist richtig? Was ist falsch für Kinder?“ müssten neu diskutiert und „Grundwerte im Umgang mit Kindern“ definiert werden.

Weitgehend einig war man sich auch bei dem Ziel, „schwierige Entwicklungen“ durch frühe Hilfen zu verhindern und überforderten Eltern Unterstützung  durch zeitnahe Beratung und entsprechende Angebote zu geben. Dr. Martina Teinert vom Gesundheitsamt plädierte dafür, sich der Frage: „Wie kann die Bindung zwischen Eltern und Kindern gestärkt werden?“ zu widmen.


Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sprachen sich für eine stärkere Vernetzung und einen verbesserten Informationsaustausch sowie die Schaffung von zusätzlichen Anlaufstellen aus. Hier wurde auch die Bedeutung der niedergelassenen Kinderärztinnen und –ärzte betont, deren Wort ein „großes Gewicht“ habe. Der Leiter des Kinderzentrums der Johannes-Diakonie, Dr. Daniel Vater, erklärte sich bereit, den bestehenden Qualitätszirkel der Ärzte über die Initiative zu informieren.

Gegen Ende des Meinungs- und Informationsaustausches folgte schließlich die formelle Gründung der „Anschwung-Initiative“. Die Initiativerklärung wurde von Vertretern einzelner Institutionen unterzeichnet. Auch das Kinder- und Jugenddorf Klinge ist mit an Bord. Ein nächstes Treffen wurde für Donnerstag, 19.Juli 2012 um 14.30 Uhr vereinbart. Nach der jetzt erfolgten Sondierung der Ziele soll es im Juli dann konkreter werden. Weitere Mitwirkende, die ehrenamtlich oder professionell mit Kindern oder Familien arbeiten, sind nach wie vor willkommen. 

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