Kritik am Umgang mit AKW Obrigheim

BUND: Problem ist lange nicht gelöst. Größtmögliche Sicherheit bei Rückbau gefordert

Obrigheim. (pm) Anlässlich des Transports von Dampferzeugern aus dem stillgelegten Atomkraftwerk Obrigheim zu den Energiewerken Nord bei Lubmin gab es deutliche Kritik am Umgang mit der Atomkraft. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) nannte den zweiwöchigen Schiffstransport ein „Verschieben“ des Problems. „Das Verschiffen des Rückbaumaterials entsorgt noch kein Gramm dieser Hinterlassenschaften“, erklärte Matthias Weyland, Geschäftsführer beim BUND Rhein-Neckar-Odenwald. Nach Aussage des Umweltverbandes bestünde in Lubmin keine Lagergenehmigung, zudem sei ungeklärt, was im Anschluss mit den radioaktiven Anteilen geschehe. Weyland dazu: „Dieser Umgang zeigt einmal mehr, dass die Hochrisikotechnologie teuer und auf Generationen gefährlich ist.“


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Der BUND forderte das Land Baden-Württemberg als Betreiber dazu auf, nicht am Rückbau zu sparen. Sicherheit dürfe nicht zu Lasten der Kosten gehen. Auch sei eine umfassende Beteiligung der Öffentlichkeit unerlässlich. Dabei kritisierte der Umweltverband: „Das Vorgehen des Landes ist nicht geeignet, größtmögliches Vertrauen zu schaffen. Für die zweite Teilgenehmigung gab es gar keine Öffentlichkeitsbeteiligung, für die dritte Teilgenehmigung ist eine solche lediglich freiwillig vorgesehen. Bei der Tragweite dieses Problems darf es aber keinen Schritt ohne zwingende Beteiligung der Bevölkerung geben.“

Das Atomkraftwerk Obrigheim ist eines der drei AKW, die über die Energie-Baden-Württemberg (EnBW) an das Land übergingen. Daneben sind dies die Reaktoren in Neckarwestheim und Philippsburg, die bis 2022 beziehungsweise 2019 laufen sollen. Atomkraftgegner halten auch diese für unsicher und fordern ein Abschalten der Meiler.


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Hintergrund: Das AKW Obrigheim ist seit 2005 stillgelegt und befindet sich derzeit im Rückbau. Gegen die zweite Teilgenehmigung läuft eine Klage der Initiative „Atomerbe Obrigheim“, weil befürchtet wird, dass Sicherheitsaspekte des Abbaus nicht ausreichend geprüft wurden. Aktuell werden zwei Dampferzeuger und zwei Hauptkühlmittelpumpen zur Behandlung zu den Energiewerken Nord (EWN) nach Lubmin geschickt. Der Transport über mehrere Binnenwasserstraßen soll gut eine Woche dauern.

Weitere Informationen zum AKW Obrigheim und zur Atomkraft:

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