Mudau benennt Windkraft-Flächen

von Liane Merkle

Mudau. Einstimmig beschloss der Mudauer Gemeinderat unter Vorsitz von Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger in seiner jüngsten öffentlichen Sitzung im Feuerwehrgerätehaus Schloßau die Erweiterung desselben.

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Gesamtkommandant Gerd Mayer stellte die Maßnahme vor, die notwendig wurde, weil der Umkleidebereich in der Fahrzeughalle sich als nicht praktikabel erwiesen hat. Die Erweiterung soll mit einer Nutzfläche von 37,27 qm in östlicher Richtung erfolgen. Versehentlich waren nur die Material-Nettobeträge in Höhe von 11.000 Euro im Vermögenshaushalt berücksichtigt worden. Doch das Gremium stimmte auch den überplanmäßigen Ausgaben in Höhe von 5.500 Euro zu. Die Arbeiten sollen noch in diesem Sommer durch Eigenleistung der Schloßauer Abteilungswehr erfolgen.


Weiter beauftragte das Gremium das Ingenieurbüro Sack & Partner aus Adelsheim mit den Ing.-Leistungen für die Neuanlage der 100 Meter-Laufbahn mit fünf Bahnen im Bereich der Grund- und Hauptschule Mudau für 15.828 Euro Honorar, und das Büro IFK-Ingenieure Mosbach für die Gestaltungsplanung mit Honorarkosten in Höhe von 2142 Euro.

Weiter war man sich einig, dass für die Herstellung der DSL-Versorgung in Waldauerbach unbedingt Planung und Bauleitung notwendig sind, um überhaupt Förderanträge stellen zu können, auf die man natürlich hofft. Auch diese Auftrag wurde für ein Bruttohonorar von 15.064 Euro an das Ing.-Büro Sack und Partner vergeben. Analog der Bestände in den Baugebieten „Brückengut III, Abschnitt 2“ und „Burggewann, Abschnitt 3“  wurde die EnBW Regional AG Öhringen mit den Erweiterungen der Straßenbeleuchtung „Philips Kofferleuchten mit Natriumdampfbestückung 1x70W“ beauftragt. Ersteres zum Bruttopreis von 14.006 Euro und das Zweite für 4.469 Euro.

Hauptdiskussionsthema der Sitzung war jedoch die Teilfortschreibung des Flächennutzungsplans zur Ausweisung von Windkraftflächen aufgrund der geänderten gesetzlichen Vorlagen. Zunächst nahm der Gemeinderat den aktuellen Sachstand der Regionalplanung zur Kenntnis, wonach die Verbandsversammlung der Region Rhein-Neckar kürzlich den Offenlegungsentwurf zum „Einheitlichen Regionalplan Rhein-Neckar – Regionalbedeutsame Windenergienutzung beschlossen hat.

Für die Gemeinde Mudau sind darin die Standorte „Sohläcker“ (Steinbach), „Lenzberg (Scheidental/Reisenbach), „Kinzert“ (Schloßau), „Neuhof“ (Donebach, Mörschenhardt, Mudau, Schloßau) sowie „Heunebuckel“ (Scheidental als Erweiterung von Balsbach) ausgewisen. Doch nach Aussage von Dr. Rippberger gilt der alte Regionalplan weiter bis ein neuer – möglicherweise in einem Jahr – verabschiedet wird. Welche Flächen darin enthalten sind, liegt vor allem in der Entscheidung der Gemeinde unter Berücksichtigung der landespolitischen Vorgaben.

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Die frühzeitige Bürgerbeteiligung hatte am 30. Januar mit 45 Interessierten stattgefunden. Themen der Fragen waren möglicher Elektrosmog vor allem in Verbindung und im Umfeld der Donebacher Sender, Klärung von Flächeneigentum, Grundstücksangebote, windgünstige Standorte oder Tiefflugkorridore sowie andere eventuelle Einschränkungen von z. B. Bundeswehr.

Hauptamtsleiter Herbert Knapp informierte über die Einwendungen der Behörden, die jedoch überwiegen erst konkret werden können, wenn Standorte vorgesehen sind. Pauschale Befürwortungen wurden nicht gegeben. Von den Nachbargemeinden hielt Limbach die Erweiterung der Balsbacher Fläche Richtung Scheidental für sinnvoll, die Gemeinde Hesseneck würde eine gemeinsame Entwicklung der Flächen Kinzert und Hesselbach begrüßen.

Nachdem H. Glaser vom Ing.-Büro IFK dann noch erläutert hatte, dass die Mehrheit der privaten Gebietsangebot nicht bei einer Ausweisung berücksichtigt werden können, weil entweder die Windhöffigkeit nicht passt oder der Abstand zu besiedeltem Gebiet zu gering ist (mind. 700 Meter) oder die Flächen einfach zu klein sind (unter 16 Hektar), beschloss der Gemeinderat die neue Gebietsabgrenzung für die Standorte Kindert und Neuhof und beauftrage die Verwaltung, auf dieser Grundlage das weitere Verfahren fortzusetzen.

Insbesondere ist damit die Ausarbeitung des Offenlegungsentwurfs samt grünordnerischem Teil, artenschutzrechtlicher Prüfung usw. gemeint, die nach Aussage des Bürgermeisters möglichst im September abgeschlossen sein sollte. Dabei wurde der Wunsch von Gemeinderat Hans Slama berücksichtigt und bei der Ausweisung „Neuhof“ der Abstand von 350 Metern zu Sportanlagen, genauer dem Golfplatz, in den Plan eingearbeitet.


Herbert Knapp bestätigte auf Anfrage von Michael Hemberger den Mindestabstand von 1.000 Meter zum Baugebiet Brückengut. Doch ein finanzieller Ausgleich für die Jagdverpächter im Neuhof könne bisher noch nicht diskutiert werden.

Mudaus Ortsvorsteher Klaus Erich Schork verwies auf Zufahrt und Verkabelung zu den möglichen Neuhof-Anlagen über die Landes- und nicht über die Ortsstraßen und machte deutlich, dass die ganze Angelegenheit durchaus nicht mehrheitlich mit großer Begeisterung aufgenommen werde, sondern schon sehr viele kritische Stimmen laut geworden seien. Worauf Hauptamtsleiter Knapp noch einmal betonte, dass die Gemeinde zwar verpflichtet sei, Windkraftstandorte auszuweisen, man aber die Tür nur soweit öffnen wolle, dass der Landschafts- und Überlastungsschutz gewährleistet bleiben.

Windraeder Steinbach

In Steinbach stehen schon Windkraftanlagen, neue Gebiete sollen nun im Regionalplan ausgewiesen werden. (Fotos: Liane Merkle)

 

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