„Kein Interesse an S-Bahn-Sprinter“

Neckar-Odenwald-Kreis. „Leider scheint im grün-regierten Verkehrsministerium kein großes Interesse an der Verbesserung der Bahnverbindungen im ländlichen Raum zu bestehen“, bedauerte der Neckar-Odenwälder Abgeordnete und Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Peter Hauk MdL, die Antwort der Verkehrsstaatssekretärin Gisela Splett MdL auf seine Anfrage zur Einrichtung eines S-Bahn-Sprinters nach Osterburken. Dieser Ansatz war in der vergangenen Zeit zur weiteren Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs in der Region rege diskutiert worden. Unter anderem hatte der Seckacher Arbeitskreis „Wirtschaft“ mit Moderator Kurt Hockwin und Schriftführer Ralf Barwig an der Spitze zusammen mit den Kommunen des Baulandes sowie Buchen und Walldürn eine öffentliche Umfrage zum Thema „Sprinter oder Halbstundentakt?“ gestartet.Nachdem auch der Seckacher Bürgermeister Thomas Ludwig auf diese Verbesserung im Fahrplanangebot gedrängt hatte, besuchte der Abgeordnete die Gemeinde sowie den Arbeitskreis zu einem Arbeitsgespräch. Unisono stellte man die Bedeutung einer Schnellbahnverbindung zwischen dem östlichen Neckar-Odenwald-Kreis und den Oberzentren Heidelberg und Mannheim heraus. „Nur so können wir weiterhin für Berufspendler und junge Familien attraktiv werden bzw. bleiben“, betonte Ludwig.


Splett verweise in ihrem Schreiben schlicht auf kosten- und fahrplantechnische Schwierigkeiten, die etwa eine Flügelung des bestehenden Sprinters zwischen Mannheim und Heilbronn in Mosbach-Neckarelz mit sich bringe. „Dass so eine Maßnahme nicht ohne Probleme und Kosten durchgeführt werden kann, behauptet niemand. Aber um Probleme zu lösen und den Menschen damit zu helfen, dafür ist eine Regierung doch schließlich im Amt“, sagte Hauk.

Diese Flügelung, die als eine denkbare Alternative vorgeschlagen wurde, hätte nämlich bedeutet, dass der im Doppeltrakt fahrende Sprinter in Mosbach-Neckarelz aufgeteilt worden wäre; ein Zugteil wäre nach Heilbronn weitergefahren, der andere direkt weiter nach Osterburken. „Die direkte Weiterfahrt nach Osterburken könnte einen deutlichen Zeitgewinn bedeuten und die ökologisch vorteilhafte Bahnstrecke noch attraktiver machen“, so Ludwig.


„Nachdem Verkehrsminister Hermann jedoch kürzlich sogar öffentlich darüber nachdachte, bestehende Bahnverbindungen abzubestellen, wundert die jetzt erhaltene pauschale Ablehnung wenig“, so Hauk weiter. Dass Züge im Nahverkehr gestrichen werden sollen, sei eine Bankrotterklärung für Grün und Rot. „Sie waren unter dem Vorzeichen angetreten, den Verkehr auf der Schiene zu verbessern und fördern zu wollen. So steht es auch im Koalitionsvertrag. Doch die Widersprüche, wie sich leider nun auch hier bei uns zeigt, könnten nicht größer sein“, sagte Hauk.Die Hoffnung geben die Beteiligten dennoch nicht auf. „Bei der durchgeführten Bürgerumfrage sprach sich eine klare Mehrheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer für den Sprinter aus und gar 100 Prozent waren der Meinung, dass das jetzige Angebot nicht ausreichend ist“, so das Gemeindeoberhaupt Ludwig, der zudem anfügte: „Wir Städte und Gemeinden werden daher zusammen mit dem Landkreis und unseren politischen Vertretern beim Land Baden-Württemberg auch weiterhin auf spürbare Verbesserungen des Verkehrsangebots auf der Schiene drängen.“

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