Polizei gelingt Schlag gegen Rockergruppe

Führungsebene der Black Jackets

Bereits Anfang Februar dieses Jahres wurde nach einer Serie von Raubüberfällen in Heilbronn und im Umland die Ermittlungsgruppe (EG) „Sufinal“ eingerichtet. Die sechs Beamten der EG gingen dem Verdacht nach, dass hinter der Serie Mitglieder der Gruppierung Black Jackets stecken könnten. Dies bewahrheitete sich nicht, allerdings konnte eine parallel ermittelnde EG einen Teil dieser Raubüberfälle einer anderen Gruppierung zuordnen.

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Schon vor dem Beginn der Ermittlungen lagen Informationen vor, dass die Black Jackets Straftaten in vielen Bereichen verüben sollen. Dieser Verdacht, dass viele Mitglieder der Gruppierung an Raub-, Diebstahls-, Körperverletzungs- und vor allem Rauschgiftdelikte beteiligt gewesen sein sollen, erhärtete sich rasch.


Mitte Februar wurde ein Mitglied der Black Jackets nach einem Raub in Neckarsulm-Amorbach festgenommen; Ende März ein weiterer wegen des Handels mit Betäubungsmitteln. Mit diesem wurden auch die zwei Lieferanten des Rauschgiftes festgenommen, die nicht zur Gruppierung gehören. Es konnten damals 3,5 Kilogramm Marihuana, 200 Gramm Kokain, ein Kilogramm Amphetamin, eine scharfe Schusswaffe und 17.000 Euro mutmaßliches Dealergeld beschlagnahmt werden. Nur wenige Tage später wurde ein weiteres Black Jacket-Mitglied festgenommen. Bei ihm fanden die Beamten 80 Gramm Kokain und ein Einhandmesser. Gegen alle fünf wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heilbronn Haftbefehle erlassen, die bis heute Bestand haben.

Bald konnte die EG einzelnen Personen dieser Gruppierung bestimmte Straftaten zuordnen. Unter anderem auch, weil in einem Versteck Masken, eine Waffe, Handschuhe und eine Jacke, alles Tatmittel bei Überfällen, aufgefunden wurden, die die Ermittler aus den Aufnahmen einer Überwachungskamera kannten. Vier Black Jackets Mitglieder stehen im dringenden Verdacht, am 3. November 2011 eine Tankstelle in Schwaigern und eine in Heilbronn überfallen zu haben. Mit dem erbeuteten Geld, davon wird momentan ausgegangen, machten zwei der Tatverdächtigen eine Rauschgift-Beschaffungsfahrt. Sie konnten bei Montabaur von der Polizei kontrolliert und festgenommen werden.

Inzwischen wird gegen 26 Mitglieder der Black Jackets, die vorwiegend im Alter zwischen 18 und 23 Jahren sind, ermittelt. Es handelt sich um junge Männer aus dem Stadt- und Landkreis Heilbronn. Die überwiegende Anzahl sind Türken, darunter auch welche mit kurdischer Herkunft. Außerdem sind Deutsche mit und ohne Migrationshintergrund, ein Iraker, ein Iraner und zwei Kosovoalbaner auf der Liste der Tatverdächtigen.

Am Mittwoch, 23. Mai, startete die Kriminalpolizei mit Unterstützung von Beamten der Bereitschaftspolizei eine Großaktion. Knapp 50 Beamte durchsuchten zehn Wohnungen und nahmen acht Personen vorläufig fest, darunter den 36-jährigen Präsidenten der BJ Heilbronn und den 20-jährigen Vizepräsidenten.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde gegen fünf Personen, unter anderem die Führungsebene der Gruppierung, Haftbefehle erlassen und in Vollzug gesetzt. Bei den Wohnungsdurchsuchungen fanden die Beamten knapp 80 Gramm Kokain und 1.200 Euro mutmaßliches Dealergeld.


Bei der Durchsuchung von zwei weiteren Wohnungen am Donnerstag konnten geringe Mengen Marihuana und rund 4.000 Euro sichergestellt werden.

Derzeit sind es über 20 Delikte, die den Mitgliedern der Gruppierung vorgeworfen werden und die in wechselseitiger Beteiligung begangen wurden. Da die Ermittlungen noch andauern, kann sich diese Zahl durchaus noch erhöhen. Bei den Delikten handelt es sich um Raubüberfälle, Wohnungseinbrüche, Rauschgifthandel, Landfriedensbruch, Körperverletzungen und Freiheitsberaubung.

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