Extrembiker fährt härtestes Rennen

„Es war das härteste Rennen meiner Karriere“, ließ Extrembiker Michael Kochendörfer aus Billigheim, nachdem er beim 24-Stunden-Rennen in Ligurien/Italien auf den vierten Platz gefahren war. Der amtierende Vize-Weltmeister dieser Disziplin zeigte sich dennoch zufrieden, waren doch Fahrer aus aller Herren Länder nach Italien gekommen und bildeten das bis dato stärkste Teilnehmerfeld. Sieger wurde dann auch ein Biker vom fünften Kontinent vor zwei Mountainbikern aus Groß-Britanien.

Dass es schwer werden würde, zeigte sich schon bei der Streckenbesichtigung am Tag vor dem Start. Ein 18 km langer Rundkurs mit 350 Höhenmeter bestand überwiegend aus Trails. Es gab nur wenige Passagen, in denen man die Hände vom Lenker lassen konnte um sich zu verpflegen, so Kochendörfers Einschätzung, die sich später als richtig erweisen sollte.

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Nach einem sogenannten Le-Mans-Start, bei dem die Athleten gute 300 Meter zu ihrem Zweirad laufen mussten, kam der Odenwälder gut ins Rennen. Ohne überhöhtes Tempo zufahren ging er voll konzentriert in die ersten Stunden. Entgegen ersten Befürchtungen wurde es auf den Trails nicht eng, da sich das Fahrerfeld relativ schnell auf der Strecke verteilte. Dass kurz vor dem Startschuss ein kurzer Schauer niederging, spielte den Fahrern in die Karten, hielt sich anschließend der Staub doch in Grenzen.

Michael Kochendörfer begann mit Rundenzeiten von 60 Minuten, da aufgrund der Länge immer genügend Verpflegung mitgenommen werden musste. Bei Einbruch der Dunkelheit wechselte Kochendörfer auf sein Erstatzrad, erstmals kam ein 29 Zoll Mountainbike vom Storck zum Einsatz, damit das Betreuerteam ohne Hektik die Waridi-Lampen montieren konnte, während der Sportler ohne Verzögerung weiter fuhr. Mittlerweile lag der Billigheimer in den Top 10.

Da den die vielen Trails nicht beleuchtet waren, mussten sich die Biker permanent konzentriert im Sattel sitzen. Inzwischen gab es auch die ersten Ausfälle, sodass Kochendörfer, bis dahin ohne Tiefpunkt mehrere Ränge gut machte. Die schwierigste Phase stand ihm mit Tagesbeginn aber noch bevor, waren doch weitere acht Stunden zu absolvieren.

Die steilen Rampen zehrten an den Kräfte, weshalb der Winterhauchbiker die ein oder andere Steigung schiebend bewältigen musste. Dann hieß es nochmals auf die Zähne beißen, das auf dem fünften Platz liegend noch eine Verbesserung möglich war. So waren die letzten Runden ein einziger Kampf gegen die Schmerzen, inzwischen blutete das Knie, und den inneren Schweinehund. Hinzu kam einsetzender Regen, der Wurzeln und Steige gefährlich rutschig werden ließ.

„Es hat sich aber gelohnt“, freute sich Kochendörfer am Ende, „konnte ich doch auf den vierten Platz nach vorne fahren.“ Lediglich der haushohe Favorit aus Down-Under und zwei Briten lagen vor dem Odenwälder, der damit bester Kontinentaleuropäer und bester Deutscher wurde.


Klare Vorteile schrieb der Biker seinem neuen 29 Zoll-MTB zu, auf der er sich insbesondere auf den Trails sicherer fühlte als auf einem herkömmlichen 26 Zoll-Sportgerät. Der erste Dank des Ausdauersportlers ging an seine Frau Anja, deren Leistung mindestens gleichwertig ist, steht sie doch 24 Stunden lang am Rand der Strecke bereit, um Michael Kochendörfer mit allen notwendigen Dingen zu versorgen.

Den nächsten Start plant der 24-Stunden-Biker beim Rennen im Münchner Olympiapark. 

468Kochendoerfer Sportograf

(Foto: Sportograf)

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