Unterscheidental feiert gleich dreifach

Altes und neues stand im Mittelpunkt des Festwochenendes

von Liane Merkle

Unser Bild zeigt den Altarraum der Kapelle.  

Unterscheidental. Den guten Zusammenhalt innerhalb der Dorfgemeinschaft dokumentierte die Scheidentaler Bevölkerung im Rahmen ihres „Unnerschernemer Festes“ am Wochenende. Anlass hierfür waren „90 Jahre Kapelle und Kriegerdenkmal Unterscheidental mit Restaurierung der Gedenksteine und des Steinkreuzes, die Fertigstellung des Wendeplatzes bei der Bushaltestelle und 20 Jahre katholischer Kirchenchor Scheidental.

Mit einer gemeinsamen Andacht an der Kapelle unter der gesanglichen Mitwirkung des Jubelchores und der federführenden Gestaltung durch Anita Hofmann und Marlies Trunk wurde das Festgeschehen eindrucksvoll eingeleitet, nachdem Ortsvorsteher Klaus Schork auf die Historie der Kapelle und ihres Umfelds eingegangen war.


Sein besonderer Willkommensgruß galt den Mitgliedern des Kirchenchors, Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger und den zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde Scheidental.

Die Inschrift über dem Eingang zur Kapelle bezeuge, dass die ehemals selbständige Gemeinde Unterscheidental die Kapelle im Jahre 1922 hatte errichten lassen. Als Grund hierfür nannte der Ortsvorsteher das Gedenken an die 15 Kriegsopfer aus Unterscheidental, die als Soldaten im 1. Weltkrieg gefallen waren. Dazu wurden im Inneren der stattlichen Kapelle zwei Gedenktafeln angebracht.

Außerdem hat man für die Toten des 2. Weltkrieges im Außenbereich Gedenksteine mit den Namen der ums Leben gekommenen Soldaten ausgelegt und noch zusätzlich für jeden Gefallenen einen Lindenbaum gepflanzt, die heute noch erhalten sind. Der Ortschaftsrat habe stets ein waches Auge auf den Erhalt dieser Einrichtung gelegt und 2002 mit viel Eigenleistung und Spenden die Kapelle einer grundlegenden Restauration unterzogen.

Allen Beteiligten galt daher der Dank von Klaus Schork für ihren ehrenamtlichen und unentgeltlichen Einsatz zum Erhalt dieses Kulturdenkmals. Gleiches gelte für das seitlich der Kapelle angebrachte Steinkreuz, das aus dem 16./17. Jahrhundert datiert. An dem Kreuz vorbei führte ehemals ein Weg in Richtung Langenelz als „Kirchenpfad und Bestandteil des Krämerweges“ nach Mudau bzw. Balsbach.

Ortsvorsteher Schork ging in seinen Ausführungen auch auf den kulturhistorischen Rundweg der Gesamtgemeinde Mudau ein, der mit der Station 24 in die Unterscheidentaler Ortsmitte führt und sich ca. 60 Kilometer lang über alle Ortsteile von Mudau erstreckt. Weitere Stationstafeln im Bereich von Scheidental seien am „Grabenbrunnen“ und dem „Niederwald“, sowie am Dorfbrunnen mit Viehtränke und am „Kohortenkastell“ an der Kastellstraße.

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Die Fertigstellung des Wendeparkplatzes sei eng verbunden mit der neuen Bushaltestelle und Pflanzung einer stattlichen Linde mit Ruhebank nach einer großzügigen Spende von Jagdpächter Franz Milley, dem schon das Wartehäuschen zu verdanken gewesen sei. Notwendig geworden war das Anlegen der „Kreiselanlage“, weil für den Schülertransport auch bis zur Bushaltestelle Unterscheidental fast nur noch Gelenkbusse eingesetzt wurden und diese einen entsprechenden großen Wendekreis benötigen. Klaus Schork: „Diese Maßnahme wurde mit einer Förderung im Rahmen des laufenden Flurneuordnungsverfahrens und einem Gemeindeanteil durchgeführt“.

Im Rahmen eines kleinen Festaktes zum 20-jährigen Bestehen des katholischen Kirchenchors betonte dessen Vorsitzende Anita Hofmann anschließend im Festzelt, dass nach der Auflösung des gemischten Kirchenchors in den 70-er Jahren Klaus Scholl aus Mudau die Anregung gegeben hatte, einen Frauenchor zu gründen.

Im Mai 1992 waren es dann 28 Sängerinnen, die zum Singen bereit waren und unter den Dirigenten Klaus Scholl, Helmut Wolf aus Sennfeld, Paul Hemberger aus Scheidental, Hermann Knapp aus Muckental und seit 2006 Margarete Galm zahlreiche kirchliche und weltliche Veranstaltungen mitgestalteten.

Derzeit seien es mit der Dirigentin 20 Frauen, die aus Freude zum Lied und Gott zur Ehre ihre Stimmen erklingen lassen und die Qualität ihrer Sangeskunst im Beisein von Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger, Ortsvorsteher Klaus Schork zahlreichen ehemaligen und aktuellen Unner- und Owerschernemern sowie Helmut Wolf als ehemaligen Dirigenten des Chors und unter Beteiligung des MGV Schloßau mit Dirigent Joachim Kirchgeßner und des GV Hettigenbeuern mit Dirigent Dr. Michael Stumpf unter Beweis stellten.


In den Grußworten des Bürgermeisters wurde noch einmal der unglaubliche dörfliche Zusammenhalt der Scheidentaler hervorgehoben. Den Glückwünschen zum Jubiläum schloss sich der Ortsvorsteher an, und er zeigte sich stolz auf „seine schönen singenden Mädels“, die sowohl stimmlich als auch visuell immer gut ankämen und mit ihrem Gesang sowohl das weltliche als auch kirchliche Leben der Gemeinde positiv prägen.

Es folgten schwungvolle und musikalisch und verbal fröhliche Glückwünsche durch die beiden Gastchöre, wobei Alfred Roos vom MGV Schloßau sich bedankte, dass der reine Frauenchor nicht nur oft seine Veranstaltungen bereichere, sondern ihnen auch noch die Männer zum Singen überlassen.

Marlies Trunk ergänzte wie bei der Andacht zuvor das Programm durch ein Gedicht des Unterscheidentaler Heimatdichters Wilhelm Trunk. Vor dem gemeinsam gesungenen Badnerlied und den anschließenden humorvollen Einlagen der schwäbischen Comedian „Louise“ erläuterte der Jubelchor in seinem Schlusslied die Vorteile eines „Likörchen für das Frauenchörchen“.

Eine Aufforderung, der Ortsvorsteher Schork sofort nachkam und Dirigentin Margarete Galm zum Philosophieren brachte: „Likör tut auch dem Manne gut, wenn die Frau ihn trinken tut“, bevor sie ein Dankespräsent an Anita Hofmann überreichte, die seit 20 Jahren jährlich „einstimmig zur Vorstandfrau, Schriftführerin, Kassiererin und Kassenprüferin gewählt wird“ und alle Positionen mit Bravur meistere.

Der Jubelchor zeigt sein Koennen

Der Jubelchor zeigt sein Können. (Foto: Liane Merkle)

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