Verliererregion wird Vorbildkreis

SPD-Workshop zur Energiewende – Modellregion für drei Jahre verlängert – H-O-T auf dem richtigen Weg

Neckar-Odenwald-Kreis. (rt) Zu einem Highlight in Jahresprogramm des SPD-Kreisverbandes Neckar-Odenwald gestaltete sich der energiepolitische  Workshop zum Thema „Moderne Energie-Erzeugung mit Wertschöpfung in der Region“, den der SPD-Ortsverein Binau in Zusammenarbeit mit der Modellregion aus den drei Landkreisen Hohenlohe-Odenwald-Tauber (H-O-T) anbot. Gerd Teßmer, der Initiator dieses Workshops:“Ich freue mich, dass ich neben den Sozialdemokraten aus Binau, Bödigheim, Buchen, Diedesheim, Elztal, Mosbach, Neckarelz, Osterburken, und Waldbrunn auch eine Delegation aus dem Main-Tauber-Kreis begrüßen kann“.


Der Vorsitzende des Binauer Ortsvereins Gerd Teßmer hatte zusammen mit Kenneth Weidlich im Rahmen der landesweiten SPD-Aktion „Gute Wirtschaft – Soziales Baden-Württemberg“ das aktuelle Thema der Energie-Wende als Motor für Beschäftigung aufgegriffen. Das  Ziel war herauszuarbeiten, die wohl einmalige Chance des Neckar-Odenwald-Kreises,  die Wertschöpfung einer ländlichen Region durch die Energieberatung der Modellregion HOT zu nutzen, um den Menschen vor Ort sichere, günstige und nachhaltige Energie bereitzustellen sowie attraktive Beschäftigungsangebote zu bieten.

Energiebotschafter Gerd Teßmer und HOT-Geschäftsführer Sebastian Damm gingen dabei auf die sich diesem Kreis durch das Bundesförderprogramm bietenden Chancen ein und stellten dar, wieweit diese Modellregion in den letzten Jahren auf Grund der rot-grünen Gesetzgebung bis 2009 durch das Energie-Einspeisungsgesetzes im Bereich der Nutzung alternativer und umweltfreundlicher Energieträger  schon vorangekommen sei. „Diese Erfolge haben auch dazu geführt, dass die im August eigentlich auslaufende Modellförderung  jüngst für weitere drei Jahre verlängert wurde“, so Teßmer.

Unter Führung von Christian Eifler, in der HOT für den Anbau von Energiepflanzen zuständig,  wurden moderne Energiepflanzen vorgestellt, aus denen sich durch Verbrennung Strom und Wärme gewinnen lasse. Dabei habe man inzwischen die Gefahr von Monokulturen erkannt und verfüge über eine breite Palette von bodenschonenden und nachhaltig anbaubaren Energiepflanzen. Im Energiegarten in den Buchener Sansenhecken konnten man die für unsere Region geeigneten Pflanzen in Augenschein  nehmen.

Flirten, Chatten & Freunde treffen

Der anschließende Workshop fand im Burgsaal des Reservistenheims in Bödigheim statt. Gerd Teßmer ging zunächst darauf ein, welche Aufgabe sich die HOT für die Modellregion gegeben habe. Man berate und informiere, ohne selbst in irgendeiner Weise Gewinnabsichten wahrzunehmen. Nach der Einführungsphase der Vorstellung der verschiedenen nachhaltigen Energieträger sei man nun schon in der Phase der Umsetzung angekommen. Allein in den letzten zwei Jahren konnten durch das Wirken der HOT jährlich im Kreis 5 Millionen Liter Heizöl eingespart werden.

Geschäftsführer Sebastian Damm stellte die verschiedenen Aktionsfelder der HOT vor. Durch das Wirken und die Beratung im Bereich der alternativen Energieträger habe sich der Neckar-Odenwald-Kreis inzwischen eine Vorbildfunktion erarbeitet. So hätten jüngst der Rhein-Neckar-Kreis und die Pfalz Kooperationsverträge nach dem Vorbild der HOT abgeschlossen.


Derzeit sei Baden-Württemberg im Bundesvergleich zwar noch Schlußlicht – ein Erbe der alten Landesregierung. Dies werde sich unter der grün-roten Landesregierung aber bald ändern. Auch auf der Zusammenarbeit einzelner Interessenten durch die Gründung von Genossenschaften, wie sie gerade in Großeicholzheim im Entstehen sei, befinde man sich auf dem richtigen Weg. Dabei sah Sebastian Damm in den regionalen Geldinstituten von Sparkassen und Volksbanken ideale Partner für moderne Energieparks. Mit den Workshop-Teilnehmerinnen und –Teilnehmern wurde erarbeitet, dass es nun gelte, Sorge zu tragen, dass die neuen Chancen von den Kreisbürgern selbst, den Gemeinden und örtlichen landwirtschaftlichen Berufsverbänden  genutzt werde und das Feld nicht wegen kurzfristigen Gewinnen fremden Investoren überlassen würde.

In der Zusammenfassung und der abschließenden Diskussion machten Gerd Teßmer und Sebastian Damm deutlich, dass sich diesem Raum erstmals seit Langem die Chance biete, von „einer Verliererregion zum Vorbild-Kreis“ zu werden. Eigene Wertschöpfung verhindere den Verlust von Kaufkraft für den Import von Strom, Erdöl und Erdgas und bringe regionale Wertschöpfung. Hier verdiene, so Teßmer, die HOT die volle Unterstützung aller politischen Kräfte.

Mit einem weiteren Workshop zur Erzeugung von Strom und Wärme aus heimischen Rohstoffen wird die Info-Reihe des SPD-Ortsvereins Binau am kommenden Montag im BKWO fortgesetzt.

Energiepflanzen

Den Anbau und die Verwertbarkeit von Pflanzen zur Energiegewinnung galt es beim Besuch der Teilnehmer des SPD-Workshops  im Energiegarten auf den Sansenhecken kennenzulernen.  Christian Eifler führte sachkundig in die Palette von alten und neuen heimischen Energiepflanzen wie Topinambur oder die durchwachsende Silphie ein. (Foto: Weidlich)

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