Eine Landwirtschaft im Aufbruch

Maschinenring Odenwald-Bauland auf großer landwirtschaftlicher Lehrfahrt im ungarischen Partnerkomitat Neckar-Odenwald-Kreises

Neckar-Odenwald-Kreis. (pm) Der Neckar-Odenwald-Kreis unterhält bereits seit 1997 eine offizielle Kreispartnerschaft mit dem westungarischen Komitat Vas, die gerade in den letzten Jahren zu einer Vielzahl von bilateralen Begegnungen geführt hat.

So waren auch jetzt in den Pfingstferien wieder insgesamt drei Reisegruppen aus dem Neckar-Odenwald-Kreis im Komitat Vas unterwegs. Neben der Sportjugend unter der Leitung von Werner Mohr (Waldhausen), die schon seit langem regelmäßige sportliche Kontakte nach Ungarn unterhält und dieses Mal mit den Bereichen Fußball und Schach vertreten war, nutzte der Chor Cantus M aus Buchen unter der Leitung von Michael Wüst die Gelegenheit zu einem Abstecher im Rahmen einer größeren Konzertreise, die weiter nach Pecs und Budapest führte.


Erstmals in die partnerschaftlichen Aktivitäten eingebunden war darüber hinaus aber auch der Maschinenring Odenwald-Bauland, der zwar 2004 schon einmal im Rahmen einer anderen Lehrfahrt für einen Tag im Komitat Vas war, sich dieses Mal aber insgesamt fünf Tage Zeit nahm, um sich vor Ort im engen Austausch mit den ungarischen Berufskollegen zu informieren. Die Reisegruppe, die unter der Leitung des Maschinenring-Vorsitzenden Mathias Berberich (Rütschdorf) und des Geschäftsführers Burkhard Trabold (Wettersdorf) stand, wurde von Landrat Dr. Achim Brötel begleitet.

Quartier der Odenwälder war das auch international renommierte Heilbad Bad Bük, das im vergangenen Jahr über 1 Million Gäste zu verzeichnen hatte und in Ungarn damit an zweiter Stelle rangiert. Inhaltliche Schwerpunkte der Lehrfahrt waren ein Erfahrungsaustausch mit dem Präsidenten des ungarischen Fleckviehzüchterverbandes Karoly Racz, der in Jak einen eigenen Bauernhof betreibt, sowie ein ganztägiger Ausflug in den Nationalpark Örseg, wo inzwischen wieder eine ganze Reihe kleinerer landwirtschaftlicher Betriebe entstanden sind, die sich unter anderem der Erhaltung traditioneller Rassen, der natürlichen Landschaftspflege, nicht zuletzt aber auch der Direktvermarktung regional erzeugter Produkte widmen.

Dabei wurde allerdings schnell deutlich, dass gerade nach den Jahrzehnten kommunistischer Herrschaft in Ungarn dort jetzt zunächst erst einmal wieder bäuerliche Strukturen in Gestalt von Familienbetrieben entstehen müssen, um das eingetretene Vakuum tatsächlich ausfüllen zu können.

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Zahlreiche Problemstellungen ähneln aber durchaus denen, vor denen auch die Landwirtschaft im Neckar-Odenwald-Kreis steht. Insofern ergab sich für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Delegation aus dem Maschinenring genug Gesprächsstoff für einen spannenden Dialog mit den Gastgebern.

Daneben standen Stadtbesichtigungen in der Kreisstadt Szombathely (Steinamanger), in Köszeg und in Sarvar auf dem Programm. Gerade der Besuch in Szombathely hat dabei durchaus heimatliche Gefühle geweckt, handelt es sich doch auch um eine römische Gründung. Die Geburtsstadt des Heiligen St. Martin hat ihren deutschen Namen Steinamanger nicht zuletzt deshalb erhalten, weil überall römische Ruinen und Fundstücke von der langen Geschichte künden.

Derzeit läuft im Römermuseum Osterburken sogar gerade eine gemeinsame deutsch-ungarische Ausstellung, die die Lebensgeschichte eines römischen Soldaten zum Gegenstand hat, der in Szombathely geboren wurde, von dort aus dann aber via Straßburg schließlich nach Obernburg am Main, also in unserer Region, versetzt wurde und hier seinen Dienst getan hat. Die Ausstellung wird im Herbst zunächst ins Archäologische Landesmuseum nach Konstanz, sowie im Frühjahr 2013 ins Savaria-Museum nach Szombathely wechseln.

In Sarvar nahm die Reisegruppe des Maschinenrings wie auch die Sportjugend zudem am umjubelten Konzert des Chores Cantus M in der dortigen Burg teil, die zuletzt dem bayerischen Königshaus der Wittelsbacher gehörte – sozusagen also ein kleines Odenwälder Heimattreffen inmitten des ungarischen Partnerkomitats.


Offizieller Höhepunkt war eine Einladung des Komitatspräsidenten (Landrat) Ferenc Kovacs, der den Maschinenring und den Chor Cantus M im Schloss in Sitke empfing und sich auch am Abschlussabend auf dem Pferdehof in Szarvaskend noch einmal persönlich die Zeit nahm, um mit den Gästen aus dem Neckar-Odenwald-Kreis zusammen zu sein. Selbstverständlich kamen daneben auch die kulinarischen Reize des Partnerkomitats Vas, sowie die Bade- und Wellnessmöglichkeiten in Bad Bük nicht zu kurz.

So war es denn auch kein Wunder, dass die Tage in Ungarn für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Maschinenrings viel zu schnell verflogen. Einig war man sich allerdings darin, dass die Vielzahl an neuen Eindrücken über eine Landwirtschaft im Aufbruch einen wesentlichen Impuls auch für die eigene Arbeit bedeuten und die Kontakte nach Ungarn nicht abbrechen, sondern wenn möglich in Zukunft weiter vertieft werden sollen.

500 Landwirte besuchen Ungarn

Die Delegation aus dem Odenwald erlebte eine Landwirtschaft im Aufbruch. (Fotos: privat)

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